Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
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            1795

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

Den 21. Mai. [Donnerstag] 95.

Der Ueberbringer dieses, H. Michaelis aus Strelitz, ist der Verleger meines MusenAlmanachs. Wenn Sie ihm einige Augenblicke widmen wollten, so würde ich Sie bitten, mit ihm und unserm Freund Meyer zu deliberieren, ob aus den Beyträgen, die Sie zu dem Almanach bestimmt haben (die Epigramme mit eingeschloßen), nicht einige Stoff zu Vignetten geben, die vielleicht Meyer skitzieren würde. Die Gewohnheit fodert dergleichen Verzierungen, und hier weiß ich noch keinen Stoff dazu. Hätten Sie unter Ihren kleinen Gedichten einige Romanzen oder dergleichen, so würde sich daraus am beßten etwas machen lassen. Der Almanach wird bey H. Unger gedruckt und soll elegant werden.

Ich ließ Sie durch H. Gerning bitten, mich den Tag wißen zu lassen, wo Claudine gespielt wird, um, wenn es mir etwa möglich wäre die Vorstellung mit anzusehen oder doch meiner Frau das Vergnügen zu machen. Aber diese wird wahrscheinlich die Masern bekommen, und so hebt sich denn das ganze Plänchen.

Herzlich verlangt mich, Sie bald wieder hier zu sehen.

Michaelis wird Ihnen auch sagen, daß in seinen Gegenden starke Nachfrage nach Ihrem Meister ist.

Dieser Brief möge Sie bei der besten Gesundheit finden.

Sch.


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1 Zu S. 177. Z. 15. Legationsrat Freiherr Isaak von Gerning war ein poetischer Dilettant. Er war 1767 in Frankfurt a. M. geboren und ebendort starb er 1837. Im Heidelberger Taschenbuch 1810-1812 erschienen von ihm Gedichte und Übersetzungen aus Ovid und als selbstständiger Druck ein didaktisches Gedicht in vier Gesängen: Die Heilquellen am Taunus. Leipzig 1813.

 
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