Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Friedrich Cotta.

[Jena] den 16. März [Montag] 95.

Sie erhalten hier den Rest von Dante’s Hölle, wovon Sie noch einige Seiten auf dem vorigen Manuscript übrig haben. Mit diesem Aufsatz lassen Sie das 4te Stück anfangen. Zugleich folgt der Beschluß des andern Aufsatzes über männliche und weibliche Form, welcher sogleich Numero II einzurücken ist. zu einigen Tagen wird neues Manuscript folgen.

Sie erhalten zugleich einen Einschluß nach Wien, welchen Sie mit einer Anzahl Avertissements und einem Briefe begleiten müssen.

Hofrath Schütz trägt mir auf, Ihnen zu sagen, daß Sie mit der Recension der Europäischen Annalen noch einige Monate Geduld haben möchten. Es ist in dem ReichsAnzeiger ein Ausfall auf die Litt. Zeitung, wegen der Recension unsers ersten HorenStüks, gemacht worden, welcher Ursache ist, daß Schütz nicht zu schnell hintereinander drey Journale von Ihrem Verlag recensieren lassen mag, um nicht den Vorwurf der Partheylichkeit, der ihm dort gemacht wurde, zu rechtfertigen.

Ich habe aus eben dieser Ursache und auf verlangen Hofrath Schützens unsern Contract mit der Litt. Zeitung, die Recension der Horen betreffend, wieder cassiert. Sie gewinnen dadurch die Unkosten der Recensionen, und der Verlust ist nicht sehr bedeutend. Mit dem Anfang des nächsten Jahrs, und so überhaupt mit dem Anfang eines jeden Jahrs wird, auf Kosten der Litt. Zeitung, immer eine Generalrecension des ganzen vorhergegangenen Jahrgangs erfolgen.

Da Sie Lust haben, auch meine übrigen Werke zu verlegen, so wollen wir das nächste Jahr, wenns irgend möglich ist, mit einer verbesserten Auflage meiner Schauspiele den Anfang machen, vorausgesetzt, daß Göschen des Carlos wegen darein willigt. Meine vermischten kleinen prosaischen Schriften und Gedichte hat Crusius schon, dem ich sie nicht nehmen kann; es blieben also vor der Hand nur die Schauspiele, und in der Folge die ästhetischen Briefe übrig. Doch von allem diesem wird sich mündlich schon sprechen lassen.

Die Recension der Flora werden Sie nun in der Litt. Zeitung gefunden haben. Der Recensent war strenger als ich wünschte, und ich habe noch manches ausgestrichen, was zum Nachtheil der einzelnen Stücke bemerkt worden war. Beobachten Sie aber doch künftig eine strengere Wahl, denn mehrere Aufsätze in der Flora sind wirklich schwer zu vertheidigen.

Leben Sie wohl und geben Sie mir bald wieder gute Nachrichten. Der Ihrige

Sch.


Bemerkungen

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1 Zu S. 146. Z. 25. Vgl. zu Nr. 829.
2 Zu Z. 31. Vgl. zu Nr. 822.
3 Zu S. 147. Z. 3. Im Reichsanzeiger vom 27. Febr. stand die Anfrage: Ist wohl ein Verhältnis darin, daß ein Journalheft von 6 Bogen auf 5 Quartseiten, und dagegen manches wichtigere Werk auf so viel Zeilen, und ganze Jahrgänge großer und guter Journale gar niemals rezensirt werden? Und muß die Bemerkung dieses (und ähnlicher!) Mißverhältnisse dem sehenden Publikum nicht unangenehme Empfindungen erregen? Etc. Vgl. Nr. 751.
4 Zu Z. 17. Vgl. X.
5 Zu Z. 26. In Nr. 69 vom 7. März der A. L. Z.
6 Zu Z. 18. Den Recensenten kenne ich nicht. Vgl. Nr. 808.
7 Zu S. 148. Z. 4. Fortsetzung der Unterhaltungen.
8 Zu Z. 5. Die Belagerung von Antwerpen.
9 Zu Z. 11. und 15. Vgl. X. vom 13. März.
10 Zu Z. 21. Das Engelsche Manuskript hatte Schiller mit dem Briefe vom 2. März geschickt. Seitdem hatte er drei Briefe vom 4. 9. 16. geschickt.

 
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