Friedrich
Schiller

www.wissen-im-Netz.info

Briefe von Friedrich Schiller

Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Friedrich Cotta.

[Jena] den 9. Merz [Montag] 95.

Hier der Rest des 3ten Stücks. Was ich in meinem letzten von einer Umänderung der Ordnung der 2 letztern Aufsätze schrieb, kann unterbleiben. Nur bitte und beschwöre ich Sie, theilen Sie das Manuscript so ein, und lassen es so im Druck arrangieren, daß wir wo nicht den ganzen doch den halben siebenten Bogen damit füllen. Es ist so fatal, daß es mir an kleinen Aufsätzen fehlt, die in solchen Fällen aushelfen können. Von heut über 8 Tage geht Manuscript zum 4ten Stück gewiß ab.

Von den Exemplaren des IIten Stücks der Horen auf Schreibpapier habe ich jetzt ½ Dutzend übercomplett, weil Sie mir deren mehr gesandt als ich brauche und Gabler mir auch einige zurückgegeben. Ich sende solche nach Leipzig an Böhm.

Hier folgt auch der Titel zum ersten Band, nebst dem DruckfehlerVerzeichniß. Es ist nicht groß, und ich bin mit dem Setzer und Corrector ganz wohl zufrieden.

Hölderlin hat einen kleinen Roman, Hyperion, davon in dem vorletzten Stück der Thalia etwas eingerückt ist, unter der Feder. Der erste Theil der etwa 12 Bogen betragen wird, wird in einigen Monaten fertig. Es wäre mir gar lieb, wenn Sie ihn in Verlag nehmen wollten. Er hat recht viel genialisches, und ich hoffe auch noch einigen Einfluß darauf zu haben. Ich rechne überhaupt auf Hölderlin für die Horen in Zukunft, denn er ist sehr fleißig und an Talent fehlt es ihm gar nicht, einmal in der litterarischen Welt etwas rechtes zu werden.

Sie schrieben mir vor einiger Zeit, ob Sie mir nicht Geld schicken sollten? Ich nehme Ihr Anerbieten an, denn noch immer bleibt mir mein Geld aus Dänemark aus. Können Sie mir wieder 200 Rthlr. schicken, so erweisen Sie mir eine Gefälligkeit. Auch bitte ich von dieser Summe 9 Gulden an meinen Vater zu senden, der eine Auslage für mich gemacht hat.

Leben Sie recht wohl und erfreuen Sie mich immer mit der Nachricht wie bißher, daß Sie mit dem Gang der Horen zufrieden seyen. Ganz der Ihrige

Sch.


Bemerkungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Empfangs- und Beantwortungsvermerk:
19. März.
20. März.

1 Zu S. 145. Z. 4. Vgl. Nr. 826.
2 Zu Z. 14. Böhme, Cottas Leipziger Kommissionär.
3 Zu Z. 18. Cotta übernahm den Verlag des Hyperion.
4 Zu Z. 24. Für die Horen steuerte Hölderlin nur 1797 zwei Gedichte bei.
5 Zu Z. 26. Vgl. Cotta an Sch. vom 9. Febr.
6 Zu Z. 30. Es waren diese 9 Gulden der Ersatz der Auslagen des Vaters für Schs. Büste. Vgl. Der Vater an Sch. vom 19. April 1795. Beziehungen S. 141.

 
Google
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.