Friedrich
Schiller

www.wissen-im-Netz.info

Briefe von Friedrich Schiller

Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe.

Den 8. März [Sonntag] 95.

Meine Hofnung, Sie diese Woche hier zu sehen war vergebens; doch hoffe ich, daß sie mir bloß durch Ihren Eifer zu arbeiten vereitelt worden ist. Aber weder von Ihnen zu hören noch zu sehen ist etwas, wozu ich mich kaum mehr gewöhnen kann.

Ich bin sehr erwartend, von Ihrer gegenwärtigen Beschäftigung zu hören. Mir ist gesagt worden, daß Sie den dritten Band von Meister schon auf Johannis würden drucken lassen. Das gienge schneller als ich dachte; aber so sehr es mich für den Meister freut, so leid sollte es mir thun, daß Sie dadurch auf eine so lange Zeit den Horen entführt werden.

Ueber das Schicksal des 2ten Stücks habe ich noch kein Urtheil einziehen können; vielleicht haben Sie in Weimar etwas lustiges gehört.

Ist unser Freund Meyer mit seinem Aufsatze zufrieden? Ich wünschte, er wäre es. Dieser Aufsatz, schreibt mir Cotta, hat vielen sehr gefallen, und ich zweifle gar nicht, daß wir Ehre damit einlegen.

Hier sende ich Ihnen noch 4 HorenStücke, worunter eins für H. Meyer ist. Sollten Sie, anstatt der Schreibp. Exempl., noch eins oder zwey auf Postpapier brauchen, so sind Sie so gütig es zu bemerken, und mir die auf Schreibp. zurück zu senden. Alles empfiehlt sich Ihnen beßtens.

Sch.


Bemerkungen

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

1 Zu S. 144. Z. 4. Goethe war durch Anhören von Gastrollen auf dem Theater, schlechtes Wetter und Erkältung verhindert worden, Sch. zu besuchen.
2 Zu Z. 17. Schiller hatte Meyers Aufsatz stilistisch gefielt. Goethe erwidert in Z. auf Schs. Frage: Meyer dankt für die Redaktion seiner Ideen; es ist nur weniges was anders gestellt sein könnte, doch das wird uns niemand herausfinden.
3 Zu Z. 18. Cotta hatte am 24. Febr. nur geschrieben, daß ihm Meyers Aufsatz sehr wohl gefallen habe.

 
Google
© 1999-2007 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.