Friedrich
Schiller

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Briefe von Friedrich Schiller

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      Schiller, Friedrich
         Briefe
            1795

Friedrich Schiller an Friedrich Cotta.

Jena d. 13. Febr. [Freitag] 95.

Die Nachrichten, die Sie mir in den letzten Briefen von dem Absatz der Horen gegeben, sind sehr ermunternd für uns, und wenn es noch einige Zeit so fortgeht, wie es angefangen, so werden wir bald im Hafen seyn. Ich wünschte aber jetzt zu wissen, wie Sie es mit den PostAemtern und Buchhandlungen in Ansehung des Rabatts halten, ob der Käufer einen Theil der Transportkosten trägt, ob die Buchhandlungen auch die gewöhnlichen 33¼ pro Cent erhalten. Seyn Sie so gut mich bey Gelegenheit davon zu benachrichtigen.

Ich lege Ihnen hier einige Scheine bey über 5 Exemplare der Horen, die ich von denen, so Sie mir auf meine Rechnung gesendet, bey den hier genannten Buchhandlungen untergebracht habe. Künftig senden Sie also diese 5 Stücke unmittelbar an besagte Buchhandlungen, und streichen 5 Carolin von meiner Rechnung aus. Auch wird es nicht unbillig seyn, daß Sie noch 2 Exemplarien, davon ich eins an den Herzog von Weimar, der unser Protector ist, und das andere an Herdern, der sich der Beurtheilung der Manuskripte mit unterziehen will, abgegeben, mir gut halten. Ich hätte demnach von den 13 Exemplarien, die Sie mir angeschrieben, nur 6 zu bezahlen, indem 5 von besagten Buchhandlungen übernommen worden, und 2 zum Vortheil des Ganzen verwendet und deßwegen frey sind. Auch ist es billig, daß dem Herrn Oberbergmeister v. Humboldt in Bayreuth, der uns 14 Subscribenten in dortiger Gegend verschafft hat, die schon bey Ihnen gemeldet seyn werden, 1 Frey-Exemplar bestimmt werde. Ich habe, um diese Sache auf immer zu berichtigen, auf einem besondern Blatt aufgeschrieben, wieviel Exemplarien künftig regelmäßig an mich geschickt werden. Außer diesen regelmäßigen Lieferungen erhält jeder Mitarbeiter, wenn er nicht schon im Ausschuß ist, ein Exemplar desjenigen einzelnen Stücks, worinn etwas von ihm erscheint. In den 2 ersten Stücken ist bloß ein einziger, nehmlich der Verfasser der Ideen zu einer Geschichte der Kunst, für den Sie mir also ein Exemplar des 2ten Stücks beylegen. Künftig werde ich Ihnen jedesmal schreiben, wann und wieviel solcher einzelnen Stücke zu senden sind.

Auf Rechnung des Hrn. LegationsRaths v. Humboldt senden Sie noch ein einzelnes Exemplar des 2ten Stücks mit den übrigen.

Ueberhaupt wird es gut seyn, wenn Sie für jedem MitArbeiter der Horen ein eigenes Buch halten, worinn Sie anmerken, was man einander gegenseitig zu bezahlen hat, weil solche Abrechnungen noch öfter vorkommen könnten. So hat eben dieser Herr v. Humboldt 7 Rthlr. für Einrückung des Avertissement in 2 Berliner Zeitungen ausgelegt, welche Sie ihm gut halten werden.

Hier lege ich Ihnen auch einen Brief bey, aus dem Sie ersehen werden, daß dem Verfasser desselben unverzüglich geantwortet werden muß. Befriedigen Sie ihn über seine Anfragen, senden Sie ihm sogleich die verlangten Anzeigen und die Stücke gleich mit. Sie werden nicht übel thun, wenn Sie ihm einige FreyExemplarien bewilligen, denn er kann uns in dortigen Gegenden sehr nützlich werden. Was das Bedenken wegen eines Verbots der Horen im Oesterreichischen betrifft, so können Sie es dadurch vollkommen heben, daß Sie nicht die ganzen Jahrgänge, sondern die einzelnen Stücke bezahlen lassen. Den Brief von Hrn. v. Herbert senden Sie mir, wenn er beantwortet ist, zurük.

Schütz hat die Recension der Flora schon seit 9 Tagen in Händen. Für die Europäischen Annalen danke ich schön. Ich werde sie Schützen empfehlen.

Leben Sie recht wohl und fahren Sie mit vollen Segeln. Ihr

Sch.

*

[Auf einem besondern Blatt.]

Von jedem Stücke der Horen werden an mich gesendet:

1) Gratis

6   PostPap. für mich.
16   Postpap. für die H. Göthe, Herder, Fichte, Woltmann, v. Humboldt und Körner.
1   für den Herzog v. Weimar Postp.
1   für Rath Becker in Gotha (der das Avertissement unentgeltlich in den ReichsAnzeiger gerückt, und künftig jedes Monathstück darinn anzeigen wird).
1   Schreibpap. für die Litter. Zeitung.
1   Schreibp. für H. OberbergMstr. v. Humboldt in Bayreuth, der uns 14 Subscribenten im Bayreuthischen angeworben.

 2) Auf Rechnung

3   für meine Rechnung Schrbp.
1   für Hofrath Schütz. PostPap.
1   Prof. Klein in Halle.
3   auf meine Rechnung auf die Solitude und in Stuttgardt.

Bemerkungen

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Empfangs- und Beantwortungsvermerk:
22. Febr.
24. Febr.

1 Zu S. 124. Z. 16. Der Brief des Freiherrn Franz Paul von Herbert im Brfw. m. C. S. 57. Vgl. zu Nr. 566.
2 Zu Z. 28. Vgl. zu Nr. 808.

 
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