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Vorwort

Von Johann Friedrich von Cotta, dem langjährigen vertrauten freunde Schillers, aufgefordert, unternahm es Karoline von Wolzogen im Jahr 1828, eine Biographie des Dichters zu verfassen. Selbst eine hoch begabte Dichterin, dem Gefeierten durch nahe Verwandtschaft und das zarteste Verhältnis der Freundschaft verbunden, war sie vorzugsweise imstande, ein Lebensbild zu geben, wie es sich ihr aus ihrem langen Umgang mit dem Dichter, aus seinen eignen und den Erinnerungen der Familie, sowie aus seinen Briefen gestaltet hatte. Auch war sie sich dessen wohl bewusst: „Der Hauch der Liebe und Gemütlichkeit“ – schrieb sie an J.F. Cotta – „kann nur aus einer Freundesseele wehen, tausend liebenswürdige Charakterzüge konnten nur mir und meiner seligen Schwester bekannt sein. Durch die Briefe unseres unsterblichen Freundes in den verschiedenen Perioden seines Lebens, die sein ganzes Wesen darstellen, glaub eich wirklich mit diesem Werke dem Publikum ein wichtiges Geschenk zu machen.“ Ihre heitersten Momente, schrieb sie ein andres Mal, wende sie zur Zusammenstellung der Biographie an, und so verklärte sich denn auch dieselbe unter ihren Händen zu einem heiteren sonnigen Lebensbild des Dichters. Als solches fand es sofort nach der Veröffentlichung im Jahr 1830 reichen Beifall, der sich seitdem durch die Notwendigkeit wiederholter Auflagen bestätigt hat. Und so behauptet neben den großen Biographien von Hoffmeister, Schwab, Schäfer, Palleske, Wychgram, Brahm, Mino, Weltrich und andern, welche eine Geschichte der Geistesentwicklung und eine ästhetisch-kritische Würdigung der Werke Schillers geben, dieses, aus einer hingebenden, begeisterten Frauenseele dem Lieblingsdichter des deutschen Volks errichtete Denkmal seinen unbestrittenen Wert.

Die vorliegende neue Auflage ist im ganzen ein Abdruck der früheren. Zu den Briefen Schillers an seine mütterliche Freundin Henriette von Wolzogen sind aus „Schillers Beziehungen“ teils einzelne Briefstellen, teils ganze Briefe hier aufgenommen, welche, das Ringen des Dichters mit der materiellen Not allzu lebhaft schildernd, von Karoline von Wolzogen, die ein mehr ideales Bild Schillers aufstellen wollte, unterdrückt worden waren. Heute liegt kein Grund mehr vor, dem deutschen Volk seinen Dichter nicht auch nach der Seite seines Kampfes ums Dasein im vollen Licht zu zeigen.

Die Darstellung des Verhältnisses Schillers zu den Schwestern v. Lengefeld ist mit Ausnahme einiger Briefstellen, die neu aufgenommen sind, unverändert in der ihr von der Herausgeberin bestimmten Form belassen worden. Wer sich näher über jene Beziehungen zu unterrichten wünscht, ist auf den Briefwechsel zwischen Schiller und Lotte, herausgegeben von W. Fielitz, drei Bände (Cotta’sche Bibliothek der Weltliteratur), zu verweisen.

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