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Zwei Briefe an die Malerin Frau von Simanowitz.

Ludwigsburg, den 8. Nov. 93.              

   Ich habe es bey dem anhaltend schlechten Wetter nicht wagen wollen, meine vortreffliche Freundin, Sie an das Versprechen zu erinnern, das Sie uns neulich auf der Solitude gemacht haben, uns eine Zeitlang hier das Vergnügen Ihres Umgangs zu gönnen, um unseres kleinen Familienfest mit uns zu feyern. Vor einigen Stunden hat das Wetter sich aufgeklärt, und es scheint, daß wir schönere Tage zu hoffen haben.

   Erlauben Sie mir also, daß ich meine Bitte erneure, und Sie ernstlich beym Wort nehme. Ich ersuche ihren Herrn Gemahl, sich unserer alten Bekanntschaft zu erinnern, und sie zu uns zu begleiten. Sie sollen uns Beyde herzlich willkommen seyn.

   Alle die Meinigen tragen mir auf, sie Ihnen aufs Beste zu empfehlen, und ich verharre hochachtungsvoll

Ihr

gehorsamster           
Fr. Schiller.             


Von Haus, den 6. April 94.

   Das rauhe Wetter und meine zurückkehrenden Krämpfe haben mich am Ausgehen gehindert, sonst würde ich Ihnen, meine theure Freundin, und ihrem Herrn Gemahl meinen Besuch gemacht haben. Meine Frau war bey Ihnen, hat Sie aber nicht getroffen. Ich wollte Sie mündlich bitten, mir meine Frau zu mahlen, und zwar eben von der Größe, wie mein Portrait ist. Da ich nicht weiß, wann ich Sie sehe, und diese Sache doch nicht länger aufschreiben darf, so thue ich es hiemit schriftlich. Bestimmen sie also, wann meine Frau Ihnen gelegen kommt. Am besten ist's, wir sehen sie hier bey uns, so können wir das weitere verabreden.

   Ich erwarte heute meine Mutter. Vielleicht finden Sie heute Nachmittag Zeit, einige Stunden bey uns zuzubringen.

   Alles bey mir empfiehlt sich Ihnen auf's beste, und ich verharre mit Hochachtung und Freundschaft

ganz der Ihrige

Schiller.              

Die Richtigkeit vorstehender Abschrift beurkundet

Oberamtsrichter zu Marbach              
Rooschüz.                          

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