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Ein Brief an den reichsstädtischen Amtsbürgermeister Wacks in Heilbronn

vom Jahre 1793.

   In dem Heilbronner Archive hat sich kürzlich ein Original-Brief Schillers an den dortigen Amtsbürgermeister Wacks vorgefunden, folgenden Inhalts:

         Hochwohlgebohrner Herr,

   Insbesonders hochzuverehrender Herr Amtsbürermeister und Regierungsrath,"

   "Es kann Euer Hochwohlgebohren nichts unerwartetes seyn, wenn eine Stadt, die unter dem Einfluß einer aufgeklärten Regierung und im Genuß einer anständigen Freiheit blühet, und mit den Reizen einer schönen fruchtbaren Gegend viele Kultur der Sitten vereinigt, Fremde herbeizieht und ihnen den Wunsch einflößt, dieser Wohlthaten eine Zeitlang theilhaftig zu werden.

   Da ich mich gegenwärtig in diesem Falle befinde, udn Willens bin, meinen Aufenthalt allhier bis über den Winter zu verlängern, so habe ich es für meine Schudligkeit gehalten, Ew. Hochwohlgeboren gehorsamst davon zu benachrichtigen, und mich und die Meinigen dem alndesherrlichen Schutz eines hochachtbaren Magistrats zu empfehlen."

   "Eine Unpäßlichkeit ist schuld, daß ich diese Pflicht nicht früher und nicht anders als schriftlich erfülle; sobald aber meine Gesundheit es erlaubt, werde ich mir die gnädige Erlaubniß ausbitten, Ew. Hochwohlgebohren persönlich meinen Respekt zu bezeugen.

   Ich verharre hochachtungsvoll
                        Euer Hochwohlgeboren
                                                                        gehorsamster Diener
Heilbronn, den 16. Aug. 1793.                             F. Schiller.

   Nachdem dieses Gesuch um Aufenthalts-Erlaubniß dem Senat vorgelegt worden war, beschloß derselbe laut Raths-Protokolls vom 20. August 1793 Nr. 1315:

"wird willfahrt und soll dem Herrn Hofrath durch eine
"Kanzlei-Person (Senator) vergnügter Aufenthalt ge-
"wünscht werden."

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