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Brief Schillers des Vatersnach Aufnahme seines Sohnes in die Militair-Akademie.
Wohlgeborener Herr, [den 20. Jan. 73 beantw.] In schuldigster Folge des - mir gemachten Auftrags, habe anmit die Ehre, in dem Anschluß den Taufschein von meinem Sohn gehorsamst an Euer Wohlgeboren zu übersenden. Ganz durchdrungen von den letzhin selbst bemerkten Wirkungen der - zum Wachsthum der herz. Mil. Pflanz-Schule vorkehrenden (sic) großen Anstalten und von der glücklichsten Aussicht für meinen Sohn, weiß ich nicht Worte zu finden, mit denen ich meine tiefiste Dankbarkeit und Ehrfurcht gegen Seine herz. Durchlaucht nur einigermaßen ausdrücken könnte. Wäre es möglich durch Gebete und wünsche das endliche Loos aller Menschen abzuändern, so müßte Unsterblichkeit vom Himmel hernieder steigen und dem besten, dem weisesten und gnädigsten Landesregenten unserem durchlauchtigsten Herzog zu Theil werden, doch! wer wird hieran zweifeln, da der Saame des unschäzbaren Guten, welchen höchstdieselbe mit eigenen höchsten Händen in die zarten Herzen ganzer künftiger Geschlechter ausstreuen, für die Ewigkeit reifet? Wenn nach verflossenen Jahrhunderten unsere Enkel das Gepräge der Tugend und Weisheit noch an sich tragen; werden sie nicht alsdann noch erkennen und sagen: das haben wir dem großen herzog Karl zu verdanken; Sein Name und Sein Thun sey bey uns im Segen! Möchten doch alle Pflänzlinge ihre große Bestimmung erkennen und sich derselben gemäß verhalten! Möchte auch besonders mein Sohn die Erwartung von ihm rechtfertigen! An meinen Ermahnungen soll es niemals fehlen, wenn es mir anitzt gnädigst erlaubt ist, durch solche zu seiner Aufmunterung etwas beyzutragen. Von seinem lenksamen Herzen sowohl, als von den edlen Gesinnungen Euer Wohlgeboren vollkommen versichert, empfehle ich mich samt diesem meinem Sohn zu deroselben schätzbarer Gewogenheit, in bey (und bin) mit der größisten Hochachtung und Ergebenheit Euer Wohlgeboren Ludwigsburg, |
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