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Das BalladenjahrDer epische Drang sollte nicht objektlos bleiben. Er führte den Dichter zur Ballade. Ein Wetteifer mit Goethe, sagt Körner, veranlasste Schillers erste Balladen1). Beide Dichter teilten sich in die Stoffe, die sie gemeinschaftlich ausgesucht hatten. „Dieses ist einmal das Balladenjahr!“, rief Schiller selbst am 22. September vergnügt aus, als er schon viele Stoffe verarbeitet vor sich liegen hatte. Mit manchen blieb es auch bei der bloßen Idee, wie mit einer Romanze über Don Juan und einer Ballade über den Amlet (Hamlet) des Saxo Grammaticus2). Vielleicht schreckte ihn die Bekanntheit und frühere Verarbeitung dieser Stoffe ab, die für den schaffenden Dichter immer etwas Widerwärtiges hat. Dagegen freute er sich, wenn ihm der Zufall einen unbekannten Stoff in die Hände spielte. Der erste dieser Art war „Der Taucher“, von welchem Goethe am 10. Juni ihm schreibt: „Leben Sie recht wohl und lassen Ihren Taucher je eher je lieber ersaufen.“ Diese Ballade entstand zu derselben Zeit mit Goethes „Gott und die Bajadere“. „Es ist nicht übel“, schreibt dieser, „da ich meine Paare in das Feuer und aus dem Feuer bringe, dass ihr Held sich das entgegengesetzte Element aussucht.“ Das Motiv zu dem Gedicht3) war Nicolaus der Fisch, der Taucher eines sizilianischen Königs, die Fundgrube desselben noch unentdeckt. Athanasius Kirchners Erzählung in seinem Buch über die unterirdische Welt scheint Schiller nicht gekannt zu haben4). Um den Klippenfisch, den Hammer, den Hai und den stachligen Rochen aufmarschieren lassen zu können, hatte Goethe dem Freund zwei Fischbücher geliehen. Den Strudel der Charybde konnte der Dichter „nur bei einer Mühle studieren“, aber am Rheinfall fand Goethe, auf seiner Schweizerreise im Herbst, die Schöpfung des Dichtergenius verwirklicht und legitimiert. „Die Ballade selbst stellt uns dem Kampf des Menschen mit einer furchtbaren Naturkraft vor Augen, und trägt daher den Charakter des Erhabenen.“ Bald nachher, Mitte Junis, entstand „der Handschuh“ aus einer Anekdote, die der Dichter in St. Foix’ historischen Versuchen über Paris, mit dem ursprünglichen Ausgang fand, dass der Ritter de Lorges der Dame den Handschuh au nez geworfen. Daraus machte Schiller sein plastisches Bild, in dem Goethe ein artiges Nach- und Seitenstück zum Taucher erkannte, das durch sein eigenes Verdienst das Verdienst jener Dichtung erhöhe; hier sei es die reine Tat, ohne Zweck oder vielmehr im umgekehrten Zweck, was so wohl gefalle. Schiller selbst nannte das Gedicht, als ideenlos, keine Ballade, sondern nur eine Erzählung. Am 23. Juni hoffte Schiller seinem Freund schon wieder eine neue Ballade senden zu können, und sie folgte auch wirklich am 26. Es war der Ring des Polykrates, „ein Gegenstück zu Ihren Kranichen“, schreibt er an Goethe; denn dieser war es, der den letztern Stoff damals bearbeiten wollte. „Der Ring des Polykrates“, antwortet Goethe am andern Tag, in einem in der Sammlung verschobenen Brief, „ist sehr gut dargestellt. Der königliche Freund, vor dessen, wie vor des Zuhörers Augen alles geschieht, und der Schluss, der die Erfüllung in Suspenso lässt, alles ist sehr gut. Ich wünsche, dass mein Gegenstück ebenso gelingen möge!“ Die Alten glaubten, wie Hoffmeister trefflich zu diesem Gedicht entwickelt, dass sich in dem Leben eines jeden Menschen Glück und Unglück das Gleichgewicht halten müssen; selbst der größten Macht sei ein entsprechendes Leid beigesellt; wer die ganze Fülle des Glücks in sich vereinigen wolle, der trete aus den Schranken der Menschheit und ziehe sich den Neid und die Rache der selbst vielfach bedürftigen und beschränkten Götter zu. „Dieses, jeden Übermut mäßigende, demütige Lebensgefühl hat Schiller aus der Weltanschauung des Herodot heraus zart und wahr dargestellt.“ Anfang Juli entstand die „Nadowessische Totenklage“, der Goethe einen echten realistisch-humoristischen Charakter zuerkannte, welcher wilden Naturen so wohl ansteht. Er hielt es für ein Verdienst der Poesie, den Kreis ihrer Gegenstände immer zu erweitern, und Hoffmeister erinnert bei diesem Urteil mit Recht an das weite Feld, das der treffliche Freiligrath seitdem dieser Dichtungsweise geöffnet hat. Goethe missbilligte das Grauen, das Humboldt an dem Lied empfand und das nur dem rohen Stoff gelte; und noch lange nach des Dichters Tod bewunderte er, gegen Eckermann, die große Kunst, mit welcher Schiller das Objektive zu fassen wusste, wenn es ihm als Überlieferung vor die Augen kam. Er rechnete das Gedicht zu den allerbesten des Dichters, und wollte, er hätte ein dutzend in dieser Art gemacht. Sie waren auch projektiert, folgten aber nicht. Der Stoff war aus „Thomas Carvers Reise durch Amerika“ genommen. „Die Kraniche des Ibykus“ überließ Goethe, in der Mitte Juli, Schiller zur Ausführung und wünschte, „dass sie ihm bald nachfliegen möchten“, als auch er im Begriff war „in des Südens Wärme“ nach der Schweiz und, was unausgeführt blieb, nach Italien zu ziehen. Schiller aber, durch die Herausgabe der Agnes von Lilien, die ein Werk seiner Schwägerin war, das diese rühmlich in die Literatur einführte, und andres in Anspruch genommen, gewann erst später Muße zu dieser Arbeit und stieß auf unerwartete Schwierigkeiten, so dass er die Ballade erst am 16. August, noch ohne die letzte Feile, dem Freund nach Frankfurt nachschicken konnte. Dieser betrachtete sich als Mitvater des poetischen Kindes, und half das Gedicht von Frankfurt aus in zwei großen Briefen vom 22. und 23. August völlig nach der Idee, worauf er seine Ausführung bauen wollte, gestalten. Auf seinen Rat wurde aus den Kranichen, als Zugvögeln, ein ganzer Schwarm, die sowohl über den Ibykus, als über das Theater wegfliegen; auf seinen Rat wurde nach dem 14. Vers ein weiterer eingerückt, der die Gemütsstimmung des Volks darstellt; auf seine Veranstaltung an die allzu kahle Exposition einige Verse gewendet und dem Ibykus die jetzt so effektvollen Worte in den Mund gelegt. Ihm war darum zu tun, „aus diesen Kranichen ein langes und breites Phänomen zu machen, welches sich wieder mit dem langen, verstrickenden Faden der Eumeniden gut verbinden würde!“ Dieses schrieb Goethe dem Dichter an einem Tag, an welchem zu Frankfurt ein etwas gedrückter, kränklich aussehender, aber liebenswürdiger und mit Bescheidenheit, ja ängstlich offener junger Mann bei ihm gewesen war, ein Dichter, der Schillers Schule verriet, und dem er besonders den Rat gab, kleine Gedichte zu machen, und sich zu jedem einen menschlich interessanten Gegenstand zu wählen. Das war Friedrich Hölderlin, der sich später stark genug fühlte, seinen eigenen Weg zu gehen5). Schiller nahm Goethes Winke mit dem Dank auf, der ihnen gebührte. Es war ihm recht fühlbar geworden, „was eine lebendige Erkenntnis auch beim Erfinden so viel tut.“ Ihm waren die Kraniche „nur aus Gleichnissen bekannt“, und so übersah er „den schönen Gebrauch, der sich von diesem Naturphänomen machen lässt.“ „Mit dem Ibykus habe ich“, schreibt er am 7. September, „nach Ihrem Rat wesentliche Veränderungen vorgenommen; die Exposition ist nicht mehr so dürftig, der Held der Ballade interessiert mehr, die Kraniche füllen die Einbildungskraft auch mehr, und bemächtigen sich der Aufmerksamkeit genug, um bei ihrer letzten Erscheinung durch das Vorhergehende nicht in Vergessenheit gebracht zu sein.“ Ein ausführlicher Kommentar rechtfertigt sodann das Wenige, worin er Goethe nicht folgen kann. Darauf wurde die Romanze noch an Böttiger gegeben, um von ihm zu erfahren, ob sich nichts darin mit altgriechischen Gebräuchen im Widerspruch befinde. Böttiger war befriedigt, und gestand zu Schillers Belustigung, dass er nie recht begriffen habe, wie sich aus dem Ibykus etwas machen ließe. Und nun lief das mit so viel Fleiß und Besonnenheit vollendet Werk der Dioskuren vom Stapel. Zu dem großen Kunstwerk hatten dem Dichter die dürftigen Notizen des Suidas, ein Epigramm des Antipater von Sidon, ein beiläufiges Wort des Plutarch verholfen, und der Eumenidenchor des Äschylus hatte ihm den Atem der göttlichen Rache eingeblasen. Während Schiller in solcher Gesundheit des Geistes arbeitete, litt sein Körper an einem Katarrhfieber und hartnäckigem Husten, der ihn das ganze Jahr nicht mehr verließ, und dieses Übel griff ihm den Kopf mehr an, als alle Krämpfe. Dazu lag ihm „die Schererei des Almanachs“ (für 1798) auf dem Hals. Dennoch wollte er wieder ernstlich an den Wallenstein gehen, rüstete Kleinigkeiten für den Musenalmanach, und sehnte sich, „die Glocke“, die „immer noch nicht gegossen war“, wieder vorzunehmen. Goethes Briefe waren für ihn „reich beladene Schiffe, die jetzt eine seiner besten Freuden ausmachten.“ Dieser war inzwischen bis nach Schillers Heimat gekommen und hoffte von der schwäbischen Luft „Ergiebigkeit“ für seine Muse, worin er sich auch nicht täuschte: Denn in Stuttgart konzipierte er die unvergleichlichen Müllerlieder. Goethe schreibt seinem Freund aus dieser heimatlichen Residenz (den 30. August 1797) ausführlich, wie er, „nachdem er im Bauch des römischen Kaisers eines der schlimmsten Wanzenabenteuer bestanden“, die Stadt rekognoszierte, deren Anlage, sowie besonders die Alleen, ihm wohl gefielen. Er hatte an „Herrn Rapp einen sehr gefälligen Mann und schätzbaren Kunstliebhaber gefunden, der ein recht hübsches Talent zur Landschaftskomposition, auch gute Kenntnis und Übung habe.“ Sie gingen zusammen zu Rapps Schwager, Professor Dannecker, wo ihn unter andern Modellen der Originalausguss von Schillers Büste6) frappierte, die „eine solche Wahrheit und Ausführlichkeit hat, dass es wirklich Erstaunen erregt. Der Marmor ist darnach angelegt, und wenn die Ausführung so gerät, so ist es ein sehr bedeutendes Bild.“ Außerdem würdigte Goethe zu Stuttgart den vortrefflichen Stuckateur Jsopi, den Maler Hetsch, den Kupferstecher Johann Gotthard Müller, die Kupferstichsammlung des Konsistorialrats Rueff, und erfreute sich in Rapps Garten an seinem Kunstverstand und an Danneckers Lebhaftigkeit. Als er bemerken konnte, dass sein Verhältnis zu diesen beiden Männern im Wachsen war, entschloss er sich, ihnen den Hermann vorzulesen, was er denn auch (zwischen dem 4. und 7. Sept.) in einem Abend in Rapps Haus mit Effekt vollbrachte7). Bei Cotta in Tübingen angekommen, rühmte er sein heiteres Zimmer und den schmalen, aber freundlichen Ausblick ins Neckartal zwischen der alten Kirche und dem akademischen Gebäude. An Cotta lernte er einen Mann „von strebender Denkart und unternehmender Handlungsweise“ kennen, der für einen solchen „so viel Mäßiges, Sanftes und Gefasstes, so viel Klarheit und Beharrlichkeit hat, dass er ihm eine seltene Erscheinung ist.“ Auch machte er die Bekanntschaft anderer sehr schätzbaren Männer unter den Professoren, „die sich alle in ihrer Lage gut zu befinden scheinen, ohne dass sie gerade einer bewegten akademischen Zirkulation nötig hätten.“ Die großen Stiftungen Tübingens bewunderte er; sie „scheinen den großen Gebäuden gleich, in die sie eingeschlossen sind; sie stehen, wie ruhige Kolossen auf sich selbst gegründet, und bringen keine lebhafte Tätigkeit hervor, die sie zu ihrer Erhaltung nicht bedürfen.“ So spiegelte sich in dem hellen Auge seines großen Freundes, was ihm Gutes, Schönes und Charakteristisches in Schillers Vaterland begegnete, und er warf diesem ein herzerfreuliches Bild davon in die Adoptivheimat zurück. „Ihr Brief hat große Freude gemacht“, antwortet ihm Schiller auf die letzten Nachrichten aus Schwaben. „Ich wäre sehr begierig gewesen, den Eindruck, den Ihr Herrmann auf meine Stuttgarter Freunde gemacht, zu beobachten. An einer gewissen Innigkeit des Empfangens hat es sicher nicht gefehlt, aber so wenig Menschen können das Nackende der menschlichen Natur ohne Störung genießen.“ Schiller hatte indessen, nachdem schon früher der „Ritter von Toggenburg“, dessen Bewunderung wir andern überlassen, dessen auch im Briefwechsel mit Goethe gar nicht erwähnt wird, und dessen Quelle unbekannt ist, entstanden war, den Stoff zum „Eisenhammer“, den er wahrscheinlich aus einer französischen Fundgrube ans Licht gebracht hat, aufgefunden, und rasch für den Almanach bearbeitet, den ihm diese Ballade nicht unwürdig zu beschließen schien. „Sie sehen“, sagt er dem fernen Goethe am 22. September, „dass ich auch das Feuerelement mir vindiziere, nachdem ich Wasser und Luft bereist habe. Der nächste Posttag liefert es Ihnen, nebst dem ganzen Almanach, gedruckt.“ Hoffmeister macht auf die von Schillers übrigen Balladen abweichende Erzählungsform in diesem Gedicht aufmerksam; sowie auf die leidenschaftliche Lust, welche der Dichter damals für die Darstellung äußerer Erscheinungen gefasst hatte, und die man aus der vortrefflichen Schilderung des Eisenwerks ersieht. Als Goethe im Rheinfall den Strudel des Tauchers erkannt hatte, schrieb ihm Schiller zurück: „Vielleicht führt Sie auch Ihre Reise an meinem Eisenhammer vorbei: Und Sie können mir sagen, ob ich dieses kleinere Phänomen richtig dargestellt habe.“ Der genannte Kritiker rügt auch noch einen bedeutenden Fehler der Komposition: Dass nämlich der Auftrag der Gräfin an Fridolin, die Messe zu hören, im Verlauf des Gedichts in einen bloßen Zufall verwandelt wird, wodurch ein Widerspruch in die Motive kommt und der Eindruck der Dichtung auf den Leser getrübt wird. Dennoch bleibt Goethes Urteil wahr: „Sie haben kaum etwas mit so glücklichem Humor gemacht [als den Eisenhammer].“ Mit Hoffmeister reihen wir diesen Arbeiten des „Balladenjahres“ auch die Balladen des folgenden Jahres an. Den Stoff der „Bürgschaft“, die Schiller am 4. September 1798 an Goethe abgehen ließ, hatte ihm, wie er selbst sagt, Hyginus zugeführt. Daher rührte der ungewohnte Name Möros, dessen Genosse bei Hygin Selinuntios heißt, während die bekannteren Namen des Freundespaares bei Cicero und andern Schriftstellern Damon und Phintias lauten, bei Valerius Maximus oder seinen Abschreibern aber der letztere Pythias heißt. „Ich bin neugierig“, schreibt Schiller, „ob ich alle Hauptmotive, die in dem Stoff lagen, glücklich herausgefunden habe.“ Von den zurückhaltenden Motiven der Ballade, dem angeschwollenen Strom, den (höchst glücklich erfundenen) Räubern, dem erschöpfenden Durst, den zwei Wanderern, und dem entgegenkommenden Philostratus – hat schon Goethe gegen das dritte, den Durst, eingewendet, wie es physiologisch nicht ganz zu billigen sein möchte, dass einer, der an einem Regentag ins Wasser gefallen ist, bis auf die Haut nass, vor Durst umkommen will. „Aber auch das Wahre abgerechnet und ohne an die Resorption der Haut zu denken, kommt der Phantasie und der Gemütsstimmung der Durst hier nicht ganz recht.“ Schiller ließ jedoch das, auch sonst krankende Motiv, da Goethe nichts Besseres zu finden wusste, stehen. Die Kritiker tadeln noch andre Einzelheiten des Gedichtes, insbesondere die sentimentalen Schlussworte des Tyrannen, und diese mit Recht, zumal, da sie, nach Hygin und Schiller, der ältere Dionysius, der bluttriefende Unmensch, sprechen soll. Die Ballade ist, nach Hoffmeister, wohl deswegen so beliebt und besonders auch bei der Jugend so einheimisch, weil sie bei ihrem raschen Gang und ihrer plastischen Lebendigkeit die ideale macht des Gemütes, des Himmels, über Natur und Hölle so rührend und herrlich offenbart, und die Idee der Freundestreue verherrlicht. Aber Freundschaft und Treue schienen ihm in der Dichtung sich wechselseitig zu schaden und den Eindruck zu schwächen. Sehr treffend bezeichnet übrigens der Kritiker die herrliche Darstellung der Ballade als ein „wanderndes und sich immer verwandelndes Bild“. In Möros’ Bürgerstolz und Pflichtgefühl und andrerseits seiner zärtlichen Freundschaft spricht sich ihm der ganze Schiller nach seiner heroischen und humanen Natur aus. Zugleich gedichtet, und am gleichen Tag an Goethe abgeschickt, wurde „der Kampf mit dem Drachen“, aus Vertots Geschichte des Johanniterordens sehr getreu bearbeitet, voll beschreibender Prachttriller oder Bravourarien, mit spannendem Anfang, prägnantem Schluss, und mit der, von der Schilderung der Tat unabhängigen, Tendenz, den christlich-mönchisch-ritterlichen Geist in der Ballade, wiewohl es Goethe mit den Worten lobend abfertigt: „bei dem christlichen Drachen finde ich nichts zu erinnern, er ist sehr schön und zweckmäßig.“ So eifrig und ernstlich arbeiteten die beiden großen Dichter einander in die Hände, und so langsam gingen sie vorwärts. Die besten Dichter werden es noch immer so machen. Aber die meisten isolieren sich aus Scheu und Hochmut, dichten ohne Gewissensrat eilig und allein, und lassen so schnell als möglich drucken. Werden dann die guten Gedanken, die poetischen Bilder und Empfindungen unter der ungefeilten und ungeleckten Missform nicht erkannt und gewürdigt, so klagen sie über Beschränktheit des Publikums, verstocken sich, und verkommen unter immer wieder getäuschter Hoffnung dereinstiger Anerkennung. Über den poetischen Charakter der Schillerschen Balladen, als Gattung betrachtet, mögen andere urteilen. Der Verfasser dieser Biografie, auf ähnlichem Feld beschäftigt, hat, über der Praxis, keine vollbewusste theoretische Ansicht. 1)
Die Ballade Eberhard der Greiner (1782) ist ein Schulversuch.
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