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Schillers historische Schriften

Die Beurteilung der Leistungen des großen Nationalschriftstellers in diesem Fach verbietet selbst in der kürzesten Skizzierung der Umfang dieser Blätter, und außerdem hält sich der Verfasser, der wohl in ästhetischer und in allgemeiner Beziehung sich ein bescheidenes Wort erlauben darf, nicht für berechtigt, ohne tiefere Studien in der Geschichte und Einsicht in das Wesen der Geschichtsforschung, auch nur ein flüchtiges Urteil zu fällen. Er verweist daher seine Leser, was einen Überblick über Schillers historische Produktionen betrifft, von der präludierenden, nach Ludwig Tiecks vollgültigem Urteil vortrefflichen geschichtlichen Novelle: „Der Verbrecher aus verlorner Ehre“, wozu Schiller schon in Mannheim den vaterländischen Stoff aus seines Lehrers Abel1) Mund aufnahm und verarbeitete, bis zu den Denkwürdigkeiten des Marschalls Vieilleville, auf Hoffmeisters gründliche Analyse und auf dessen Endurteil, welches er weder zu bekämpfen noch zu bekräftigen wagt2).

Was wohl am unangefochtensten in diesem Urteil bleiben wird, ist die Bemerkung, dass Schillers historischer Standpunkt, wie sein poetischer, der allgemein menschliche, dass Menschenfreiheit, Menschenwürde, Menschenrecht die herrschenden Ideen seiner Geschichtsdarstellung seien, denen als sein zweites Prinzip die Humanität zur Seite gestellt wurde, welche ihm als die Blüte der Freiheit galt. Die ganze Weltgeschichte ist ein ewig wiederholter Kampf der Herrschsucht und der Freiheit um ihr streitiges Gebiet, sagt er im Abfall der Niederlande3). Und hier findet Hoffmeister die Stelle, wo das sittlich-tragische Interesse mit dem Geschichtlichen, wo der Historiker und der Dramatiker eins sind.

Anfechtbarer ist die Parallele Schillers mit Tacitus. Wir verweilen jedoch nicht länger bei diesem Urteil, sondern, um dem Leser doch etwas Ganzes zu geben, fügen wir die Ansicht Wilhelms von Humboldt, des Freundes, der am tiefsten und liebevollsten in des Dichters Seele geblickt hat, über Schiller den Geschichtsschreiber hinzu4). „Schillers historische Arbeiten werden vielleicht von einigen nur als Zufälligkeiten in seinem Leben, und als durch äußere Umstände hervorgerufen angesehen… [Aber] wer, wie Schiller durch seine innerste Natur aufgefordert war, die Beherrschung und freiwillige Übereinstimmung des Sinnenstoffes durch und mit der Idee aufzusuchen, konnte nicht da zurücktreten, wo sich gerade die reichste Mannigfaltigkeit eines ungeheuren Gebietes eröffnet; wessen beständiges Geschäft es war, dichtend den von der Phantasie gebildeten Stoff in eine Notwendigkeit atmende Form zu gießen, der musste begierig sein zu versuchen, welche Form, da das Darstellbare es doch nur durch irgendeine Form ist, ein durch die Wirklichkeit gegebener Stoff erlaubt und verlangt. Das Talent des Geschichtsschreibers ist dem poetischen und philosophischen nahe verwandt, und bei dem, welcher keinen Funken beider in sich trüge, möchte es sehr bedenklich um den Beruf zum Historiker aussehen. Dies gilt aber nicht bloß von der Geschichtsschreibung, sondern auch von der Geschichtsforschung. Schiller pflegte zu behaupten, dass der Geschichtsschreiber, wenn er alles Faktische durch genaues und gründliches Studium der Quellen in sich aufgenommen habe, nun dennoch den so gesammelten Stoff erst wieder aus sich heraus zur Geschichte konstruieren müsse, und hatte darin gewiss vollkommen recht, obgleich allerdings dieser Ausspruch auch gewaltig missverstanden werden kann. Eine Tatsache lässt sich ebenso wenig zu einer Geschichte, wie die Gesichtszüge eines Menschen zu einem Bildnis bloß abschreiben. Wie in dem organischen Bau und dem Seelenausdruck der Gestalt, gibt es in dem Zusammenhang selbst einer einfachen Begebenheit eine lebendige Einheit, und nur von diesem Mittelpunkt aus lässt sie sich auffassen und darstellen. Auch tritt, man möge es wollen oder nicht, unvermeidlich zwischen die Ereignisse der Darstellung die Auffassung des Geschichtsschreibers, und der wahre Zusammenhang der Begebenheiten wird am sichersten von demjenigen erkannt werden, der seinen Blick an philosophischer und poetischer Notwendigkeit geübt hat… Im Sammeln der Tatsachen, im Studium der Quellen, soweit es ihm vergönnt war, in sie hinab zu steigen, war Schiller sehr genau und sorgfältig. Auch bei seinen poetischen Arbeiten versäumte er nie, sich die historische Sachkunde, welche sie erforderten, zu verschaffen. Wenn ihm etwas in dieser Art misslang, so lag es gewiss nicht an der Emsigkeit seines Strebens, sondern am Mangel von Hilfsmitteln, an seiner Kränklichkeit und andern zufälligen Umständen. Nur muss man einzelne faktische Unrichtigkeiten nicht immer als Instanzen gegen die Allgemeinheit dieser Behauptung ansehen. Er eignete sich bei diesen Studien zu poetischen Arbeiten natürlich vorzugsweise das Ganze des Eindrucks an. Mit welcher Liebe er sich dem Geschichtsfache widmete, geht aus einem seiner Briefe an Körner hervor5). Nur wo er historische Arbeiten bloß für äußere Zwecke, wie für die Horen, übernehmen musste, wurden sie ihm lästig. Sonst war, auch gerade in dieser spätern Zeit, die Lust zur Geschichte nicht in ihm erloschen. Er sprach mir noch, als ich ihn das letzte Mal im Herbst 1802 sah, mit leidenschaftlicher Wärme von dem Plan einer Geschichte Roms, den er sich für höhere Jahre aufsparte, wenn ihn vielleicht das Feuer der Dichtung verlassen hätte.“

Diesem Urteil Humboldts sei die Ansicht eines Freundes gegenübergestellt, der, ganz in geschichtlichen Forschungen lebend, und vom Verfasser dieser Biografie über seine Ansicht befragt, ihm ungefähr Folgendes erwiderte: „Mir scheint die kritische Philosophie nicht günstig auf Schillers historisches Talent eingewirkt zu haben. Jene idealistische Weltansicht, welche sich zum voraus in Gegensatz gegen die reale Wirklichkeit bringt, die, ihrer Herkunft nach unvernünftig, erst durch den Menschen vernünftig gemacht werden muss, kann für die Auffassung der Geschichte nicht günstig sein. So fehlt denn auch bei Schiller das Bewusstsein jenes höheren Zusammenhangs der Begebenheiten im Geiste Gottes; er weiß nichts von der Wirklichkeit der Idee in Personen und Zeitrichtungen; nur in einzelnen Begebenheiten, nicht im Ganzen, sieht er eine Tat „der großen Natur.“ Die Geschichte ist ihm größtenteils eine von Menschen gemachte, und seine Kunst besteht hauptsächlich darin, die psychologischen Motive darzustellen, welche den Berechnungen und Unternehmungen zugrunde lagen, wobei ihn der Dramatiker bald das Rechte treffen lässt, bald ihn in ganz irrige Kombinationen verwickelt. Sein „Abfall der Niederlande“ hat große Vorzüge vor dem „dreißigjährigen Krieg“; er ist viel gründlicher und quellenmäßiger, während es bei dem letztern auffallend ist, dass Wallenstein im Drama viel mehr der historischen Wahrheit gemäß erscheint, als in der geschichtlichen Darstellung. Zwar beruht die neuere, richtigere Auffassung jenes Krieges auf damals unzugänglichen Quellen, aber die Hauptquelle, Khevenhiller mit seinen zwölf Bänden, hatte Schiller, scheint sie jedoch nicht gründlich genug benützt zu haben6).“

„Nichtsdestoweniger“, schloss der Freund, „hat Schiller eine große verhältnismäßige Bedeutsamkeit als Vater einer ganzen Gattung von Historiografie, der reflektierenden und rhetorischen. Diese Richtung hat sich weit verbreitet, und er hat, was die Darstellung und Auffassung betrifft, gewissermaßen eine Schule gebildet, aus der Woltmann, Rotteck und viele andere hervorgegangen sind. Lange glaubte man, wer geschmackvoll Geschichte schrieben wolle, müsse sich nach Schiller bilden. Zu seinen besten Leistungen gehören übrigens seine Aufsätze über die Kreuzzüge und das Mittelalter und über den Zustand Europas zur Zeit des ersten Kreuzzugs; sie können für jene Zeit als klassisch gelten, namentlich ist die Entwicklung des Lehenwesens das Klarste, was man bis jetzt in der populären Geschichtsschreiber über diesen Gegenstand hat.“

Wäre der Äußerung eines der ersten jetzt lebenden Geschichtsschreiber, welche der Verfasser dieser Biografie aus mündlicher Tradition kennt, Echtheit zuzuerkennen, so hätte Schiller es nach dessen Ausspruch bei seiner Geschichtsschreibung auch darin verfehlt, dass er jenen dramatischen Brennpunkt, wie Dalberg spricht, mit dem historischen verwechselte, und dass eine Geschichte für ihn als Darsteller ihr Interesse verlor, sobald der dramatische Effekt zu Ende war. Auch hierüber maßt sich der Erzähler dieser Biografie keinen Spruch an, leugnet aber nicht, dass ihm dieses Wort einleuchtete, als er zu einem Spezialzwecke nach Schillers dreißigjährigem Krieg gegriffen, überzeugt, dort die wichtigen Ereignisse am Bodensee unter Horn, Wiederhold und insbesondere die für den Schluss des Krieges entscheidenden Aktionen bei Bregenz unter Wrangel von seiner beredten Feder beschrieben zu sehen. Zu seiner nicht geringen Verwunderung fand er von dem allem kein Wort, sondern Wrangel hier zuletzt an der Donau, und den Krieg in Böhmen beendigt, und war genötigt, seine Aufschlüsse sich in der allgemeinen Zeitung des 17ten Jahrhunderts, bei Merian, zu suchen.

Endlich bekräftigt diese Ansicht Schillers eigenes Geständnis, der schon am 10. Dez. 1788 an seine Freundin Karoline von B., als Körner seinen Beruf zum Historiker bezweifelt hatte, ganz unbefangen schrieb: „Ich werde immer eine schlechte Quelle für einen künftigen Geschichtsforscher sein, der das Unglück hat, sich an mich zu wenden. Aber ich werde vielleicht auf Unkosten der historischen Wahrheit Leser und Hörer finden, und hie und da mit jener ersten philosophischen [Wahrheit] zusammentreffen. Die Geschichte ist überhaupt nur ein Magazin für meine Phantasie, und die Gegenstände müssen sich gefallen lassen, was sie unter meinen Händen werden7).

Dies hindert nicht, dass nicht die beredte und poetische Schilderung jenes dreißigjährigen Kampfes durch Schiller, laut Wielands Versicherung, einst so viele Leser gehabt, als es in dem ganzen Umfang unserer Sprache Personen gab, die auf einigen Grad von Kultur des Geistes Anspruch zu machen hatten8), so wenig es umgekehrt von Mangel an Kultur zeigt, wenn diese Arbeit, gegen die Verbreitung anderer Werke Schillers gerechnet, heutzutage nur noch eine mäßige Anzahl von Lesern findet.

Und wie für uns selbst die eigentliche Frucht von Schillers Studien im Euripides nicht jener, jetzt nach so viel kunstmäßigeren Behandlungen derselben Stücke in der metrisch herrlich vorangeschrittenen Muttersprache, notwendig mangelhaft und veraltet erscheinende Übersetzungsversuch, sondern die durch die Versenkung in die Leidenschaft der feindseligen Brüder erzeugte Braut von Messina ist, so können wir als die reife Frucht von Schillers Studien über den dreißigjährigen Krieg nicht die nach dem Wunsch Göschens unternommene Schilderung dieses Krieges in einem Damenkalender, sondern nur den durch das Poscimur des Genius hervorgerufenen Wallenstein begrüßen.

Noch allerlei ungeborne Liederseelen und größere Gedichtsentwürfe mussten indessen diesen Studien weichen, welche Schillers Geist für das Höchste bildeten und vorbereiteten: Eine Hymne an das Licht, eine Theodicee, eine Oper aus Wielands Oberon, ein episches Gedicht aus dem Leben Friedrichs des Großen, in Oktavreimen, die man singen könnte, wie die griechischen Bauern die Iliade, wie die Gondolieri in Venedig Tassos Stanzen9). Aber zu dem allen war nicht die Zeit jetzt, wo er philosophisch mit sich noch nicht im Reinen, wo das Feld seines Geistes noch nicht mit dem Pflug des Systems völlig umgearbeitet und für die Saat der höchsten Kunstpoesie zubereitet war.

Ü   Þ


1) Joh. Friedr. v. Abel, zu Vaihingen im Württemb. am 9. Mai 1751 geboren, wurde Professor an der Karlsakademie 1772, zu Tübingen 1890, Prälat, Generalsuperintendent und Vorsteher des theol. Seminars zu Schöntal 1812; starb zu Stuttgart 1829. ­
2) Hoffmeister II, 155-224. Diese Werke sind (außer der von Hoffmeister beurteilten histor. Novelle): Die Abhandlung: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ November 1789. „Etwas über die erste Menschengesellschaft nach dem Leitfaden der mosaischen Urkunde“, veranlasst durch Kants „mutmaßlichen Anfang der Menschengeschichte.“ Im 11ten Heft der Thalia, 1790. „Die Sendung Moses“ im 10ten Heft der Thalia nach einer Schrift von Dr. decius ausgearbeitet. „Die Gesetzgebung des Lykurgus“ im 11ten Heft. Universalhistorische Zeitgemälde zu der von Schiller mit verschiedenen Mitarbeitern veranstalteten allgemeinen Memoirensammlung nach Art der in London damals erscheinenden Sammlung der sich auf die französische Geschichte beziehenden Memoiren (Jena 1790-1806, 33 Bände; anfangs war Schiller dabei allein, vom vierten Band der ersten, und vom dritten der zweiten Abteilung an verband er sich mit Woltmann, Paulus und andern; seit 1796 hatte er gar keinen Anteil mehr daran). Die in Abhandlungen beigegebenen Zeitgemälde sind folgende; 1) Über Völkerwanderung, Kreuzzüge und Mittelalter. 2) Übersicht des Zustandes von Europa zur Zeit des ersten Kreuzzuges, Fragment geblieben, „wegen der damaligen Krankheit ihres Verfassers.“ [War Schiller im J. 1789 wirklich krank? Hoffm.] 3) Universalhistorische Übersicht der merkwürdigsten Staatsbegebenheiten zu den Zeiten Kaiser Friedrichs I. Diese drei Stücke führten die erste Abteilung der Memoiren (Mittelalter) ein; die acht ersten Bände der zweiten Abteilung (Memoiren der neuern Zeit) wurden eingeführt durch 4) die Geschichte der Unruhen, welche der Regierung Heinrichs IV. vorangingen, bis zum Tode Carls IX.
   „Vorrede zu der Geschichte des Malteserordens nach Vertot, von N. M. bearbeitet.“ (1792) Von den beiden großen Produktionen fällt die unvollendete „Geschichte des Abfalls der Niederlande“ [warum unvollendet? Hoffm. II, 157 f.] in die Jahre 1787 und 1788 [der erste und einzige Band erschien zu Leipzig 1788; umgearbeitet ebend. 1801]; die „Geschichte des dreißigjährigen Krieges“ in das J. 1790 [zuerst als historischer Kalender für Damen herausgegeben auf das Jahr 1791, dann Leipzig 1790-92 drei Teile; verbessert 1802.]
   Schon im Jahr 1787 hatte er, in Verbindung mit mehreren Schriftstellern von der „Geschichte der merkwürdigsten Rebellionen und Verschwörungen“ den ersten Teil herausgegeben, der nur wenig von Schiller enthält.
   Schillers letzte historische Arbeit sind die „Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Marschalls von Vieilleville“, die er im Jahr 1797 ausarbeitete, um die Horen in der Not flott zu machen. Auf sie besonders bezieht sich mithin eine der obigen Bemerkungen Humboldts.
   Diese Notizen sind sämtlich aus Hoffmeister ausgezogen, und aus Döring ergänzt.
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3) Schiller, Ausgabe in einem Band, S. 796, b.
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4) Briefwechsel zwischen Schiller und Wilhelm von Humboldt. Cotta 1830. S. 55 ff.
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5) „Das Interesse, welches die Geschichte des peleponnesischen Krieges für die Griechen hatte, muss man jeder neuern Geschichte, die man für die Neuern schreibt, zu geben suchen. Das eben ist die Aufgabe, dass man seine Materialien so wählt und stellt, dass sie des Schmucks nicht brauchen, um zu interessieren. Wir Neueren haben ein Interesse in unserer Gewalt, das kein Grieche und kein Römer gekannt hat, und dem das vaterländische Interesse bei weitem nicht beikommt [gleichkommt]. Das letzte ist überhaupt nur für unreife Nationen wichtig, für die Jugend der Welt. Ein ganz anderes Interesse ist es, jede merkwürdige Begebenheit, die mit Menschen vorging, dem Menschen wichtig darzustellen. Es ist ein armseliges, kleinliches Ideal, für eine Nation zu schreiben; einem philosophischen Geist ist diese Grenze durchaus unerträglich. Dieser kann bei einer so wandelbaren, zufälligen und willkürlichen Form der Menschheit, bei einem Fragment (und was ist die wichtigste Nation anders?) nicht stillstehen. Er kann sich nicht weiter dafür erwärmen, als soweit ihm diese Nation oder Nationalbegebenheit als Bedingung für den Fortschritt der Gattung wichtig ist.“
   Körners Nachrichten, in Schillers Einb. Ausg. S. 1294, a.
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6) Conz versichert uns (Eleg. Zeit. 1823, S. 35): Schiller sei gewohnt gewesen, was er den Tag zuvor, oder auch wenige Stunden vor der Komposition aus seinen Folianten sich zurecht gelesen, sogleich zu verarbeiten. Bei dem schnellen Überblick, den er besaß, bei der Macht der Darstellung, die ihm eigen war, habe dies seiner Arbeit weniger nachteilig werden können, als es bei minder von der Natur begabten Schriftstellern der Fall hätte sein müssen: Doch haben geistvolle Schriftsteller bemerkt, dass „der dreißigjährige Krieg“ die Spuren einer solchen zu flüchtigen und rhapsodischen Bearbeitung an vielen Orten nur allzu sichtbar an sich trage.
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7) Fr. v. Wolz. I, 341.
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8) Am 29. Dez. 1790 schreibt Schiller, dass über 7000 Exemplare davon verkauft seien. Boas II, 458.
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9) Vergl. Dörings älteres Leben S. 145 ff.
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