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Rückkehr nach WeimarIndessen kam die Stunde der Trennung heran. An seinem Geburtstag, den Schiller mit aller Welt am 10. November feierte, dankte er für den freundlichen Anteil der Schwestern und sagt von dem Tag: „Mir wird er immer vor vielen andern merkwürdig sein, weil Ihre Freundschaft in diesem Jahr für mich aufblühte. Ich hoffe, er ist auch nicht der letzte, den ich unter Ihnen erlebe; … ich denke mit Verwunderung nach, was in einem Jahr doch alles geschehen kann. Heute vor einem Jahr waren Sie für mich so gut als gar nicht in der Welt – und jetzt sollte es mir schwer werden, mir die Welt ohne Sie zu denken.“ Und nun erscheint schon ein Augenblick, wo die Freundschaft, die Liebe ihn zur Forderung der Unsterblichkeit nötigt, und in feierlicher Geburtstagsstimmung ruft er aus: „Denken auch Sie immer wie heute, so ist unsre Freundschaft unzerstörbar, wie unser Wesen.“ Der Scheidende nahm eine Blumenvase, eigentlich einen Potpourri, zum Andenken mit. „Sie haben aus meiner Seele gestohlen, was mich freut. Sie haben mir den Rudolstädter Sommer in dieser Vase mitgegeben. Adieu! Adieu!“ In Weimar war sein erster ruhiger Augenblick (14. November) wieder für die geliebten Wesen, und er ruft ihnen sein Lebewohl nach Erfurt nach, wohin sie am Tag zuvor gleichzeitig mit Schiller verreist waren: „Ich kann mir nicht einbilden, dass alle die schönen, seelenvollen Abende, die ich bei Ihnen genoss, dahin sein sollen; dass ich nicht mehr, wie diesen Sommer, meine Papiere weglege, Feierabend mache und nun hingehe, mit Ihnen mein Leben zu genießen. – Alles ist mir hier fremd geworden; ein Interesse an den Dingen zu schöpfen muss man das Herz dazu mitbringen, und mein Herz lebt unter Ihnen. Ich scheine mir hier ein abgerissenes Wesen; in der Folge, glaube ich wohl, werden mir einige meiner hiesigen Verbindungen wieder lieb werden, aber meine besten Augenblicke werden doch diejenigen sein, wo ich mich des schönen Traums von diesem Sommer erinnere, und Pläne für den nächstfolgenden mache.“ In Rudolstadt wurde er nicht weniger vermisst. Denn Charlotte von Lengefeld war durch ihn neue Lebenshoffnung und Freude im Herzen aufgegangen, und auch Karoline v. Beulwitz hatte sich wieder mehr dem wahren Genuss des Lebens im Glück einer neu beseelten Freundschaft zugewendet1). Noch am 14. November eilte Schiller zu Wieland, und fand da vielerlei Dinge vor, die seine Gegenwart verlangten, die den Merkur betrafen, und durch welche er in Verbindung mit einem uns unbekannten Plan2) den Freundinnen nahe zu bleiben und ihnen zu gehören hoffte. Von Herder hörte Schiller, dass er in Rom sehr aufgesucht, sehr geschätzt werde; der Sekretär der Propaganda, Borgia, der auch Goethe gut kenne, habe ihn einigen Kardinälen als „den Erzbischof von Weimar“ vorgestellt. Von diesen Nachrichten war unsrem Dichter die liebste, dass Herder bald wieder kommen wolle. Goethe war aus dem Ministerium getreten und hatte alle Geschäfte abgegeben, doch hieß es, er werde in Weimar bleiben. Man sprach von ihm, wie Schiller den Freundinnen erzählt, mit ungemeiner Achtung. „Er soll weniger Härten haben, als ehemals.“ Unser Dichter war jetzt ganz mit dem Euripides beschäftigt. Man klagte in Weimar viel über ihn, dass er seiner Gesundheit durch vieles Arbeiten und zu Hause sitzen schaden werde. „Aber so sind die Leute! Sie können es einem nicht vergeben, dass man sie entbehren kann. Und wie teuer verkaufen sie einem die kleinen Freuden, die sie zu geben wissen! Wenn die völligste Indifferenz gegen Clubs und Zirkels und Kaffeegesellschaften den Menschenfeind ausmacht, so bin ich’s wirklich in Rudolstadt geworden.“ (19. Nov.) „So viele treffliche Menschen reißt der Strom der Gesellschaften und Zerstreuungen mit sich dahin, dass sie erst dann zu sich selbst kommen, wenn sich die Seele aus dem Schwall von Nichtigkeiten nicht mehr emporarbeiten kann. Es sieht vielleicht misanthropisch aus, aber ich kann mir hier nicht helfen, ich bin Kleists Meinung: Ein wahrer Mensch muss fern von Menschen sein.“ (20. Nov.) Die Liebe und Freundschaft hatte sein Geselligkeitsbedürfnis, das beim Einzug in Leipzig vor drei Jahren noch so groß gewesen war, für den Augenblick absorbiert. Die Schwestern lobte er, dass sie sich durch den Plutarch über diese platte Generation erheben, und sich so zu Zeitgenossen einer bessern, kraftvolleren Menschenart machen. Die Geschichte des Königs von Preußen empfahl er ihnen und sich zum lesen und verlangte die Gedanken der Freundinnen darüber. Im Moment beschäftigten ihn Dinge, die „sein Herz nur flach berührten“, der Geisterseher und dergleichen. Er sah mit Sehnsucht der Epoche entgegen, wo er seine Beschäftigungen für sein Gefühl besser sollte wählen können. Der 22. November war der Geburtstag Lottchens v. Lengefeld. Schiller beschloss diesen Tag auf eine gar angenehme und wohltätige Art. Er genoss in heiterer Stille sich selbst. Seit seiner Rückkehr nach Weimar war er von Arbeiten, die ihm noch gar nicht recht ans Herz wollten, gespannt und zusammengedrückt. Dies war der erste Tag, wo er sein Wesen wieder in einer lebendigen Bewegung fühlte: Er überließ sich süßen dichterischen Träumen; alte erwärmende Ideen wachten wieder bei ihm auf. Er war
Diese Verse, mit welchen der Dichter Charlotte v. Lengefeld, „als der Heiligen dieses Tages“, dankt3), standen, wie sein eignes Zeugnis lautet, damals in den Künstlern. Da sie von dem Versmaß dieses Gedichts gänzlich abweichen, und auch nicht einmal den Gedanken nach darin zu finden sind, so schließen wir daraus mit Recht, dass jenes Gedicht eine wesentliche Umarbeitung vor dem Druck erfahren habe, und sie sind Reliquien der ersten Version. Gegen den Schluss dieses Monats hatte Schiller Nachrichten von seinem Freund Wilhelm v. Wolzogen aus Paris. „Wer Sinn und Lust für die große Menschenwelt hat, muss sich in diesem weiten Element gefallen“, schreibt Schiller darüber, „wie klein und armselig sind unsre bürgerlichen und politischen Verhältnisse dagegen! Aber freilich muss man Augen haben, die von großen Übeln, die unvermeidlich mit einfließen, nicht geärgert werden. Der Mensch, wenn er vereinigt wirkt, ist immer ein großes Wesen, so klein auch die Individuen und Details ins Auge fallen. Aber eben darauf, dünkt mir, kommt es an, jedes Detail und jedes einzelne Phänomen mit diesem Rückblick auf das große Ganze, dessen Teil es ist, zu denken, oder, was ebensoviel ist, mit philosophischem Geist zu sehen. Wie holperig und höckerig mag unsere Erde von dem Gipfel des Gotthards aussehen! Aber die Einwohner des Monds sehen sie gewiss als eine glatte, schöne Kugel4). Wer dieses Auge nun entweder nicht hat, oder es nicht geübt hat, wird sich an kleinen Gebrechen stoßen, und das schöne große Ganze wird für ihn verloren sein. Paris dürfte auch dem philosophischen Beobachter vielleicht einen widrigen Eindruck geben, aber einen Kleinen gewiss nie; denn auch die Verirrungen eines so fein gebildeten Staates sind groß. Was für eine prächtige Erscheinung ist das römische Reich in der Geschichte, auch bei seinem Untergang! – Mir für meine kleine stille Person erscheint die große politische Gesellschaft aus der Haselnussschale, woraus ich sie betrachte, ungefähr so, wie einer Raupe der Mensch vorkommen mag, an dem sie hinauf kriecht. Ich habe einen unendlichen Respekt vor diesem großen drängenden Menschenozean; aber es ist mir auch wohl in meiner Haselnussschale. Mein Sinn, wenn ich einen dafür hätte, ist nicht geübt, nicht entwickelt, und solange mir das Bächlein Freude in meinem engen Zirkel nicht versiegt, so werde ich von diesem großen Ozean ein neidloser und ruhiger Bewunderer bleiben5).“ Die oben von uns ausgezogenen Ideen sind sehr verwandt mit dem, was der Dichter, durch den Umgang mit Moritz aufgeregt, der um diese Zeit nach Weimar gekommen war, ein paar Wochen später, im Dezember, an dieselbe Freundin, schreibt: „Über ein Lieblingsthema von mir, davon auch im Julius Spuren enthalten sind, über das Leben in der Gattung, das Auflösen seiner selbst im großen Ganzen, und die daraus unmittelbar folgenden Resultate, über Freude und Schmerz, über Tugend und Liebe, über den Tod, hat er (Moritz) außerordentlich klare und erwärmende Begriffe6).“ Und noch viel später hat Schiller jene Gedanken in dem Distichon zusammengefasst:
In diesen Glauben stimmt auch Goethe ein, und das Leben in der Gattung ist seitdem ein unermüdlich besprochenes Thema und in der neusten Zeit von den Verteidigern des diesseits gleichsam als Unsterblichkeitssurrogat dem Glauben an die individuelle Fortdauer untergeschoben worden. Mag es die neueste Theorie damit halten wie sie will, so hat sie wenigstens kein Recht, diejenigen, welche an der letztern Überzeugung noch festhalten, für Egoisten zu erklären, die sich von dem Wirken für die Gattung lossagen. Derjenige unsres Geschlechts, dessen ganz und gar der Gattung gewidmetes Leben und dessen Martertod für die Gattung wenigstens sich nicht im Mythe verwandeln lässt, hat darum nicht weniger uneigennützig für sie gewirkt und gelitten, dass er es nur getan hat, weil er für eine Gattung unsterblicher Einzelwesen zu leben und zu sterben das Bewusstsein hatte. Von Goethe ist es notorisch, dass er mit seiner Begeisterung für das Gattungsleben den unerschütterlichsten Glauben an die Monadennatur der Seele verband, und er hat mit Lorenzo von Medici gesagt, „dass alle diejenigen auch für dieses Leben tot sind, die kein anderes hoffen7).“ Schiller war unstreitig in seinen Überzeugungen schwankender, und in der Zeit, als er jene zwei Briefe schrieb, wahrscheinlich dem Glauben an persönliche Unsterblichkeit ferner als vor und nach; aber doch wollte er sicherlich seinen Gedanken nicht und nie so verstanden haben, als ob das Ganze, der Geist der Gattung, das allein wahrhaft Persönliche wäre, und wie fern er vollends von dem Aberglauben war, in der Menschengesellschaft als Staat seinen Gott zu suchen und mit dem Staat einen Götzendienst zu treiben, dafür mögen die nachstehenden Worte seines Novemberbriefes von 1788 an Karoline v. Beulwitz zeugen: „Und dann“, schreibt er, durch seine Bemerkungen über Paris weiter geführt, „dann glaube ich, dass jede einzelne, ihre Kraft entwickelnde Menschenseele mehr ist, als die größte Menschengesellschaft, wenn ich diese als ein Ganzes betrachte. Der größte Staat ist ein Menschenwerk; der Mensch ist ein Werk der unerreichbaren großen Natur. Der Staat ist ein Geschöpf des Zufalls; aber der Mensch ist ein notwendiges Wesen; und durch was sonst ist ein Staat groß und ehrwürdig, als durch die Kräfte seiner Individuen? Der Staat ist nur eine Wirkung der Menschenkraft, nur ein Gedankenwerk; aber der Mensch ist die Quelle der Kraft selbst und der Schöpfer des Gedankens8).“ Karl Philipp Moritz, der geistreiche und bizarre Mann, den man sehr bezeichnend den Schauspieler eines fremden Lebens genannt, nur zwei Jahre älter als Schiller, beschäftigte die Aufmerksamkeit des Dichters mehr als vorübergehend, und ihr Einfluss war ein gegenseitiger. Moritz war, im harten Winter dieses Jahrs, ohne Geld und Kleider, aus Italien in Weimar angekommen, wo ihn Goethe bei sich wohnen ließ, und ihm Mittel zur Winterreise nach Berlin verschaffte. Sein Anton Reiser, eine Art von Selbstbiografie in Romansform, war damals etwa zur Hälfte erschienen. Schiller sah ihn von Zeit zu Zeit. „Ich kenne ich“, sagt er, „schon aus einer Zusammenkunft in Leipzig, ich schätze sein Genie; sein Herz kenne ich nicht; sonst sind wir übrigens keine Freunde.“ (4. Dez.) Einige Tage drauf fand er sich von Moritz sehr angenehm unterhalten, weil sie auf Schillers Lieblingsideen gerieten: „Von Goethe ist Moritz nun ganz durchdrungen und enthusiasimiert. Dieser hat ihm auch seinen Geist mächtig aufgedrückt, wie er überhaupt allen zu tun pflegt, die ihm nahe kommen. Aber ich finde, dass er auf Moritz gut gewirkt hat. Moritz hat viel Tiefe des Geistes und tiefe der Empfindung; er arbeitet stark in sich, wie schon sein Reiser beweist, der einen Menschen voraussetzt, der sich gut zu ergründen weiß. Seine Ideen bringt er zu einer anschaulichen Klarheit. Was ihn interessiert, ist ernsthaft und von Gehalt. Er scheint sehr an sich selbst zu verbessern. Ich fürchte nur, er wählt sich Muster, nach denen er sich bildet, und so vortrefflich auch seine Wahl sein wird und schon ist, so ist doch Nachahmung ein niedrer Grad von Vollkommenheit. Von Goethe spricht er mir zu panegyrisch. Das schadet Goethe nichts, aber ihm.“ Vier Wochen später hatte er die Schrift dieses Gelehrten über bildende Nachahmung des Schönen flüchtig durchlesen. „Das Buch“, sagt Schiller, „ist schwer zu verstehen, weil es keine feste Sprache hat, und sich mitten auf dem Weg philosophischer Abstraktion in Bildersprache verirrt, zuweilen auch eigene Begriffe mit anders verstandenen Wörtern verbindet. Aber es ist voll gedrängt von Gedanken.“ Dann tadelt er daraus die übertriebene Behauptung, „dass ein Produkt aus dem Reich des Schönen ein vollendetes rundes Ganze sein müsse; fehlte nur ein einziger Radius zu diesem Zirkel, so sinke es unter das Unnütze herab.“ „Nach diesem Ausspruch“, sagt Schiller, „haben wir kein einziges vollkommenes Werk, und sobald auch keines zu erwarten… Es scheint, dass er keinen Dichter erkennt, als Goethe und allenfalls noch einen, H… [Herder?] vielleicht; da doch Goethe (von H… mag ich gar nicht reden) bei diesen Forderungen sehr zu kurz kommen würde. Aber Moritz rechnet den Egmont sogar unter diese vollendeten Produkte, welchen Goethe selbst hoffentlich nicht für vollkommen hält.“ Es ist merkwürdig, mit welchen scharfen Blicken Schiller dieses Halbgenie von allen Seiten betrachtet, und den literarischen Freibeuter bei vielem Guten doch in ihm erkennend, sich seine Fehler recht deutlich macht, um ja nie in dieselben zu verfallen. Außer jenem damals schon berühmten Mann ging in diesem Winter an Schiller auch sein Landsmann Schubart der Sohn vorüber (11. Dez. 1788), der von Berlin nach Mainz reiste, wo er bei der preußischen Gesandtschaft angestellt war. Schiller nennt ihn einen Dichter, aber keinen geborenen, sonst einen guten, redlichen Charakter, „der besonders viel vom schwäbischen Provinzialcharakter an sich hat. Er hat den Tag vor seiner Abreise den Karlos in Berlin aufführen sehen, der auf Befehl des Königs mit vielem Pomp schlecht gegeben worden ist. Die Szene des Marquis mit dem König soll gut gespielt worden, und Sr. Maj. sehr ans Herz gegangen sein.“ „Ich erwarte nun“, fügt Schiller launig hinzu, „alle Tage eine Vokation nach Berlin, um Herzbergs Stelle zu übernehmen und den preußischen Staat zu regieren.“ Dieser Scherz beweist übrigens, wie ganz er sich mit seinem Posa identifiziert hatte. Dass seine Antagonisten Engel und Ramler als Theaterdirektoren nicht einmal so viel Festigkeit besaßen, um ihren Geschmack bei der Wahl der Stücke zu behaupten, und dass Engel den Schauspielern die Rollen im verhassten Don Carlos auslegen und einlernen helfen müsse, daran weidete er sich. Vom weitern Umgang mit Geistern, die Zeit oder Raum von ihm trennte, findet sich in Schillers damaliger Korrespondenz auch einige Spur. Er freut sich auf die Muße, sich Montesquieus Geist der Gesetze recht in den Kopf zu prägen, und bewundert seine Kunst, mit steter Rücksicht auf gewisse allgemeine Prinzipien, als Grundsäulen seines Systems, die Resultate vieler Lektüre und eines philosophischen Denkens in kurze geistreiche Reflexionen voll Gehalt zusammenzudrängen. An Ossians Geist wird die feine Bescheidenheit, und das leichte Hinschweben über die eignen Taten, die er uns nur in den Folgen merken lässt, gerühmt. Von Zeitgenossen liebt Schiller Jakobis (des Dichters) niedliche und sanfte Seele, dessen edler Charakter in alles einfließt, was er hervorbringt. Gibbons Genie und kräftiger Pinsel lässt ihn doch die schöne Leichtigkeit der Franzosen vermissen, und er findet in ihm die Kürze der Alten etwas affektiert. Fast scheint es, Schiller habe die Annäherung an Goethe gescheut, als drohte auch seiner geistigen Eigentümlichkeit von ihr eine Gefahr. An einem Tag, wo er sich viele Besuche vorgenommen hat, will er endlich auch (12. Dez.) zu Goethe gehen: „Goethe ist so gar selten allein, und ich möchte ihn doch nicht gern bloß beobachten, sondern mir auch etwas für mich aus ihm nehmen. Der Herzog ist die Abende fast immer da, und den Vormittag belagern ihn Geschäfte.“ Aber am 28. Dezember hatte Schiller den großen Meister doch erst einmal besucht. Sonst sind seine Briefe voll Klagen über die entsetzliche Kälte, von welcher die alten Leute noch auf den heutigen Tag zu erzählen wissen. „In diesem grimmkalten Winter“, schreibt er an Lottchen (11. Dez.), „habe ich Sie schon öfters bedauert. Ich weiß, wie ungern Sie sich in Ihr Zimmer einsperren lassen, und dass freie Luft und heiterer Himmel gewissermaßen zu Ihrem Leben gehört. Die schönen Berge werden jetzt traurig um Rudolstadt liegen, aber auch in dieser traurigen Einförmigkeit immer groß – und dass ich sie nur vor meinem Fenster hätte! Mir macht dieses winterliche Wetter mein Zimmer und meinen stillen Fleiß desto lieber und leichter, und lässt mich die Entbehrungen, die ich mir auflegen muss, desto weniger empfinden.“ 1)
Fr. v. Wolz. I, 271 f.
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