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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Schwab - Schillers Leben Vorwort Inhalt Buch 1 Geschlecht Bei den Eltern Karlsakademie Regungen der Poesie Verhalten z. Akademie Medizin. Studien Die Räuber Austritt aus Akademie Druck der Räuber Schillers erste Lyrik Aufführung Räuber Folgen Schillers Flucht Ankunft in Mannheim Gericht über Fiesko Aufe. in Bauerbach Lotte von Wolzogen Poetische Arbeitenh Aufe.in Mannheim Aufführung des Fiesko Kabale und Liebe Auszeichnung Dramatische Arbeiten Don Carlos. R. Thalia Liebe, Freundschaft Rückblick Buch 2 Buch 3 Urkunden |
Auszeichnung. ReisenDieser Anerkennung war eine andere, für ihn nicht minder wichtige vorangegangen. Um die Mitte Januars war er zum Mitglied der kurfürstlich-deutschen Gelehrtengesellschaft gewählt, und diese Wahl am 11. Februar bestätigt worden. Schiller, der noch am 1. Januar seiner Schwester, auf den Wunsch des Vaters, die Wiederkehr ins Vaterland zu erbitten, schriftlich erklärt hatte, dass seine Ehre leiden würde, wenn er ohne Konnexion mit einem andern Fürsten, ohne Charakter und dauernde Versorgung sich nach seiner gewaltsamen Entfernung in Württemberg wieder blicken lassen würde, betrachtete dies Ereignis als einen großen Schritt zu seinem Etablissement. „Jetzt bleib’ ich“, schrieb er seiner Freundin in Bauerbach, und seinem Jugendfreund Zumsteeg in Stuttgart: „Kurpfalz ist mein Vaterland; denn durch meine Aufnahme in die gelehrte Gesellschaft, deren Protektor der Kurfürst ist, bin ich nationalisiert und pfalz-bayrischer Untertan. Mein Klima ist das Theater, in dem ich lebe und webe, und meine Leidenschaft ist glücklicher Weise auch mein Amt.“ Scherzend nannte er diese Leidenschaft wohl auch eine Narrheit, und bei Beurteilung eines schiefen Lebensverhältnisses schreibt er: „Gottlob, so gibt es noch außer mir Narren, und größere. Ich wollte nur Pfarrer werden – und bleibe hängen am Theater.“ Der begeisterte Beifall, durch welchen er nun in Mannheim von der Bühne aus als vaterländischer Dichter begrüßt worden war, berauschte indessen unsern Dichter nicht so, dass er die Sehnsucht der kränklichen Mutter nach dem Sohn und den Wunsch der ältesten Schwester, ihn zu sehen, unerwidert hätte lassen können. Wenige Tage nach der ersten Aufführung von Kabale und Liebe eilte er zu Pferd nach Bretten, der Geburtsstadt Melanchthons, dessen Vaterhaus noch steht, und umarmte dort die beiden Lieben. Nach diesem geheimen, unbeschreiblichen Genuss riss ihn das Leben wieder in seine Wirbel. Dem Wunsch der Eltern, sich nach einer dauernden Anstellung umzusehen, schien es förderlich, wenn er in Gesellschaft von Iffland und Beil, die zu Ende Aprils von dem Regisseur Großmann in Frankfurt auf Gastvorstellungen eingeladen waren, die Reise dahin machte, und den Kreis der Freunde seiner Poesie erweiterte. Großmann „bewirtete sie“, wie Schiller seinem Freund Reinwald, dem er langes Stillschweigen abzubitten hatte, in einem ausführlichen Brief (Mannheim, 5. Mai) erzählt, „unter andern auch mit Kabale und Liebe.“ Den guten Erfolg von Ifflands „Verbrechen aus Ehrfurcht“ meldete er von Frankfurt aus (1. Mai) Herrn von Dalberg und dem Regisseur der Mannheimer Bühne, Rennschüb, und versichert, dass alles für die Mannheimischen Schauspieler enthusiasmiert sei, und Großmanns Gesellschaft neben der ihrigen verschwinde, ja dass Iffland und Beil unter den besten Schauspielern Frankfurts, wie der Jupiter des Phidias unter Tüncherarbeiten hervorragten. Der Aufenthalt in Frankfurt wurde übrigens den müßigen Dichter zur Last. „Wir werden von Fresserei zu Fresserei herumgerissen, und kaum dass ich einen nüchternen Augenblick erwische.“ Die beste Ausbeute dieses kleinen Ausflugs war für ihn die Bekanntschaft des Doktors Albrecht und seiner Gattin, welche auch Reinwalds Freunde waren. „Gleich in den ersten Stunden ketteten wir uns fest und innig aneinander“, schreibt Schiller an Reinwald über Albrechts Frau, „unsere Seelen verstanden sich… Ein Herz, ganz zur Teilnahme geschaffen, über den Kleinigkeitsgeist der gewöhnlichen Zirkel erhaben, voll edlen, reinen Gefühls für Wahrheit und Tugend, und selbst da noch verehrungswert, wo man ihr Geschlecht sonst nicht findet. Nur, mein Bester, schreiben Sie ihr, über ihre Lieblingsidee zu siegen, und vom [d. h. nicht aufs] Theater zu gehen.“ Er glaubte, dass bei sehr guten Anlagen zur Schauspielerin, sie sich bei einer solchen Truppe, auf Gefahr ihres Herzens, „ihres schönen, einzigen Herzens“ doch nicht ausbilden könnte, und – „unsere vereinigten Bitten retten der Menschheit vielleicht eine schöne Seele, wenn wir sie auch um eine große Aktrice bestehlen.“ Man kann die letzteren Worte nicht ohne Rührung lesen, wenn man bedenkt, welche Unparteilichkeit und welcher sittliche Drang dazu gehörte, wenn ein enthusiastischer Freund des Theaters so urteilen sollte. Die Freundin befolgte den Rat nicht, und ging später auf das Theater. |
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