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Kabale und LiebeKaum hatten sich Dichter und Zuschauer, jener von der Arbeit, diese von der etwas getäuschten Erwartung erholt, als „Louise Millerin“, die schon früher eine Vorlesung unter Dalbergs Vorsitz erfahren hatte, und für theaterfähig erklärt worden war, durch Abkürzungen zur Aufführung vorbereitet wurde. Schillers Freunde waren nun schon ängstlich geworden, und der außerordentliche Beifall, den während der Bearbeitung jenes Stücks Ifflands „Verbrechen aus Ehrfurcht“, ein Stück, dem Schiller diesen Namen gab, geerntet hatte, machte sie nicht wenig besorgt für „Kabale und Liebe“, wie Iffland, durch einen Gegendienst, Schillers Millerin umgetauft. Nur der Dichter selbst war, als am 9. März 1784 die Aufführung vor sich ging, ohne Sorgen. „Ruhig, heiter, aber in sich gekehrt, und nur wenige Worte wechselnd“, erzählt uns Streicher, „erwartete er in einer gemieteten Loge, in die er auch seinen Freund eingeladen, das Aufrauschen des Vorhangs. Aber als nun die Handlung begann, wer vermöchte den tiefen, erwartenden Blick, das Spiel der Unter- gegen die Oberlippe, das Zusammenziehen der Augenbraunen, wenn etwas nicht nach Wunsch gesprochen wurde, den Blitz der Augen, wenn auf Wirkung berechnete Stellen diese hervorbrachten – wer könnte dies beschreiben!“ Am Schluss des ersten Aktes entschlüpfte ihm das Wörtchen: „Es geht gut!“ Als der zweite Akt, voll Feuer und mit ergreifender Wahrheit dargestellt, zu Ende und der Vorhang niedergelassen war, erhoben sich alle Zuschauer von den Sitzen, und brachen in stürmischen Beifall aus. Auch der überraschte Dichter stand auf, und verbeugte sich gegen das Publikum, mit der edlen Haltung des Bewusstseins, sich selbst Genüge getan zu haben, und mit der Zufriedenheit, welche die Anerkennung des Verdienstes gewährt. |
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