Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Schwab - Schillers Leben
               Vorwort
               Inhalt
               Buch 1
                  Geschlecht
                  Bei den Eltern
                  Karlsakademie
                  Regungen der Poesie
                  Verhalten z. Akademie
                  Medizin. Studien
                  Die Räuber
                  Austritt aus Akademie
                  Druck der Räuber
                  Schillers erste Lyrik
                  Aufführung Räuber
                  Folgen
                  Schillers Flucht
                  Ankunft in Mannheim
                  Gericht über Fiesko
                  Aufe. in Bauerbach
                  Lotte von Wolzogen
                  Poetische Arbeitenh
                  Aufe.in Mannheim
                  Aufführung des Fiesko
                  Kabale und Liebe
                  Auszeichnung
                  Dramatische Arbeiten
                  Don Carlos. R. Thalia
                  Liebe, Freundschaft
                  Rückblick
               Buch 2
               Buch 3
               Urkunden

Kabale und Liebe

Kaum hatten sich Dichter und Zuschauer, jener von der Arbeit, diese von der etwas getäuschten Erwartung erholt, als „Louise Millerin“, die schon früher eine Vorlesung unter Dalbergs Vorsitz erfahren hatte, und für theaterfähig erklärt worden war, durch Abkürzungen zur Aufführung vorbereitet wurde. Schillers Freunde waren nun schon ängstlich geworden, und der außerordentliche Beifall, den während der Bearbeitung jenes Stücks Ifflands „Verbrechen aus Ehrfurcht“, ein Stück, dem Schiller diesen Namen gab, geerntet hatte, machte sie nicht wenig besorgt für „Kabale und Liebe“, wie Iffland, durch einen Gegendienst, Schillers Millerin umgetauft.

Nur der Dichter selbst war, als am 9. März 1784 die Aufführung vor sich ging, ohne Sorgen. „Ruhig, heiter, aber in sich gekehrt, und nur wenige Worte wechselnd“, erzählt uns Streicher, „erwartete er in einer gemieteten Loge, in die er auch seinen Freund eingeladen, das Aufrauschen des Vorhangs. Aber als nun die Handlung begann, wer vermöchte den tiefen, erwartenden Blick, das Spiel der Unter- gegen die Oberlippe, das Zusammenziehen der Augenbraunen, wenn etwas nicht nach Wunsch gesprochen wurde, den Blitz der Augen, wenn auf Wirkung berechnete Stellen diese hervorbrachten – wer könnte dies beschreiben!“

Am Schluss des ersten Aktes entschlüpfte ihm das Wörtchen: „Es geht gut!“ Als der zweite Akt, voll Feuer und mit ergreifender Wahrheit dargestellt, zu Ende und der Vorhang niedergelassen war, erhoben sich alle Zuschauer von den Sitzen, und brachen in stürmischen Beifall aus. Auch der überraschte Dichter stand auf, und verbeugte sich gegen das Publikum, mit der edlen Haltung des Bewusstseins, sich selbst Genüge getan zu haben, und mit der Zufriedenheit, welche die Anerkennung des Verdienstes gewährt.

Ü   Þ

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de