Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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               Inhalt
               Buch 1
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                  Medizin. Studien
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                  Druck der Räuber
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                  Schillers Flucht
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Aufenthalt in Bauerbach

Als Schiller an einem Dezemberabend des Jahres 1782 unter den Ruinen des alten Schlosses Henneberg aus tiefem Schnee die Lichter der zerstreuten Häuser schimmern sah, die das Dörfchen Bauerbach bilden, fühlte er sich, nach einem Brief an Schwan (8. Dezember), „wie ein Schiffbrüchiger, der sich mühsam aus den Wellen gekämpft hat“, und ganz in der Verfassung, seiner Seele zu leben; er wollte den Winter über nur Dichter sein, dann aber ernstlich und für immer zum Studium der Medizin zurückkehren. Ebenso glücklich und vergnügt schrieb er seinem Freund Streicher unter gleichem Datum: „Das Haus meiner Wolzogen ist ein recht hübsches und artiges Gebäude, wo ich die Stadt gar nicht vermisse… Ich kam abends hierher (Sie müssen wissen, dass es von Frankfurt aus fünfundvierzig Stunden war), zeigte meine Briefe auf, und wurde heimlich in die Wohnung der Herrschaft abgeholt, wo man alles aufgeputzt, eingeheizt und schon herbeigeschafft hatte. Gegenwärtig kann und will ich keine Bekanntschaften machen, weil ich entsetzlich viel zu arbeiten habe. Die Ostermesse mag sich Angst darauf sein lassen.“

So genügsam hatte den guten Dichter das Elend gemacht, denn in der Tat war er aus dem gesegneten Schwaben und den lachenden Ebenen der Pfalz in die karge Natur unwirtlicher Berge versetzt, in eine Gegend, die, wie sein nachmaliger Schwager Reinwald in Meiningen sich ausdrückt, mehr der Stelle gleicht, wo Ixions Rad sich immer an einem Ort umdreht, als einer Dichterinsel. – „Aber der Hauch der Freiheit“, schreibt Schillers Schwägerin, „war Schiller wohltätig, und seine Phantasie gefiel sich in den Bildern der Einöde zwischen den schroffen Felsabhängen, über denen die dunkeln Wälder hingen.“

Vor allen Dingen dachte er darauf, seine Mannheimer Angelegenheiten zu ordnen, Schwan sollte den Druck seines Fiesko beschleunigen, und zu dem End ein vierzehn Tagen Vorrede und Zuschrift haben; eine Anweisung an Streicher sollte die Zeche auf dem Viehhof, so wie andere ausgelegte Kleinigkeiten berichtigen. Sobald sich seine Aussichten verschönerten, wollte er an diesen Freund tätig denken. So zeigte er sich in allen seinen Verhältnissen höchst ehrenhaft.

„Ein halbes Jahr“, erzählt uns seine Biographin, „lebte er größtenteils mit sich und der Natur, unbekannt und unerkannt von Seiten des Geistes, in den rauen Umgebungen. Ein einziger Freund in Meiningen, Reinwald, der in der Folge sein Schwager wurde, kannte die Lage des geheimnisvollen Fremdlings; dieser, als Bibliothekar, versorgte ihn mit Büchern, und besuchte ihn auch zuweilen. Mit dem Verwalter des Guts spielte er Schach und machte oft Spaziergänge mit ihm. Auf einer dieser Wanderungen durch die Wälder hatte er eine sonderbare Ahnung, die ihm immer merkwürdig blieb. Auf dem unwegsamen Pfad durch den Tannenwald, zwischen wildem Gestein, ergriff ihn das Gefühl, dass hier ein Toter begraben liege. Nach wenigen Momenten fing der ihm folgende Verwalter die Erzählung von einer Mordtat an, die auf diesem Platz vor Jahren an einem reisenden Fuhrmann verübt wurde, dessen Leichnam hier eingescharrt sei.“ –

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