Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
            2. Teil
            3. Teil
               1.  Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
               10. Kapitel
               11. Kapitel
               12. Kapitel
               13. Kapitel
                  Lebensbezüge im Jahre 1804
                  Reise und Ruf nach Berlin
                  Ökonomische Verhältnisse
                  Lebensgewöhnungen
                  Geburt einer Tochter
                  Ankunft der Großfürstin
                  Letzte Arbeiten
               14. Kapitel

Dreizehntes Kapitel

Lebensbezüge im Jahre 1804

   Ungeachtet Schiller und Herder sich fern standen und sich selten sahen, konnte doch aufrichtige Achtung zwischen solchen Männern nicht fehlen, und der erstere empfand es tief und schmerzlich, als Herder im Dezember 1803 durch den Tod dem Weimarschen Kreis vorzüglicher Männer entrissen wurde. Die Welt, sagte er, habe an Herder viel verloren, sein andenken werde bleiben, und der Denker in seinen Schriften reichen Stoff finden.

   Zwischen hartnäckigem Fortarbeiten an seinem Tell, beständigem Kränkeln und den durch den verlängerten Aufenthalt der Frau von Stael bewirkten Leiden der Sozietät schlug er sich die ersten Monate des Jahres 1804 hindurch, innerlich durch Tätigkeit beglückt und durch Goethes Beifall gehoben, und von Außen doppelt gestört und geplagt. Sehr belästigend waren für ihn die Versendungen des Tell-Manuskripts an auswärtige Bühnendirektionen, eine weitläufige Korrespondenz, sowie manche zeitraubende, ökonomische Besorgungen. Dabei nahm er fortwährend tätigen Anteil am Theater, und besonders machte er sich zum Geschäft, die Lese- und Bühnenproben seiner eigenen Stücke zu leiten. So fehlte es denn nicht an mannigfaltigen Beschäftigungen, da namentliche eine würdige Darstellung des Tell Schillers nächste große Sorge und Arbeit war. Nichts desto weniger bestimmte er sich, bald nach Vollendung dieses Schauspiels für ein neues Drama. Schon am 10. März schrieb er in sein Notizbuch: „Mich zum Demetrius entschlossen.“

Ü   Þ

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de