Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
                  Unschlüssigkeit in Stoffwahl
                  2. Entscheidung für Don Carlos
                  Finanzielle Bedrängnis
                  Ankündigung der rhein. Thalia
                  Bewerbung um L. v. Wolzogen
                  Margaretha Schwan
                  Frau von Kalb
                  Paket von Leipzig
                  Weimarscher Rat
                  Stellung zum Theater
                  Aufbruch nach Leipzig
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Aufbruch nach Leipzig

   Solche Unannehmlichkeiten verleideten ihm den Aufenthalt in Mannheim vollends. Es war seiner Natur zuwider, in Hass und Streit zu leben, so rüstig er auch war, für seine Ehre und Überzeugung mit Wort und Tat zu kämpfen. Seine höheren Ansichten von der Bühne, gestand er sich nun selbst zu seiner Beschämung und seinem Verdruss, ließen sich nicht durchführen. Alle seine Pläne waren gescheitert. Er wollte den Theaterdichter aufgeben, um als Rat eine ehrenvolle Laufbahn zu betreten. Es ward daher mit seinen Leipziger Freunden und auch mit Schwan das Nötige eingeleitet, dass er Mannheim verlassen könnte. Schon zu Ende des Monats März 1785 ging er nach Leipzig. Seine Abreise wurde durch Wechsel, die er von seinen dortigen Freunden erhielt, ermöglicht oder erleichtert. Seine Schulden konnten nicht alle getilgt werden.

   Den Abend vor der Abreise bis Mitternacht brachte er noch bei seinem treuen Streicher zu. Die bittersten Erfahrungen hatten ihn hinlänglich belehrt, dass in Deutschland auch der talentvollste und fleißigste Schriftsteller ohne ein Amt oder sonstige Hilfsquellen darben müsse. Er schien fest entschlossen, die Dichtkunst in Zukunft nur in der aufgeregtesten Stimmung auszuüben, und mit allem Eifer die Rechtswissenschaft zu studieren. Er besprach diesen Plan von allen erdenklichen Seiten. Seinen Talente und Fleiß traute er es zu, dass er sich, unterstützt von der Leipziger Bibliothek, in weniger als einem Jahr die Theorie der Rechtswissenschaft würde aneignen können, um in derselben den Doktorhut zu erlangen. Was einem gewöhnlichen Kopf nur in einigen Jahren möglich sei, das müsse er, der von Jugend auf im Denken Geübte und ernstlich Wollende, in kurzer Frist erlangen können. Mit seinen weit ausgreifenden Schritten werde er den Schneckengang anderer überholen, und schnell an einem Ziel sein, wo ihn die kühnste Erwartung erst nach Jahren vermute. Die Ausführung dieses festen Vorsatzes schien ihm so leicht, und eine ehrenvolle Anstellung an einem der kleineren sächsischen Höfe dünkte ihm so nahe, dass sich die Freunde die Hände darauf gaben, so lange einander nicht zu schreiben, bis Schiller – Minister und Streicher Kapellmeister sein werde. Mit diesem schwärmerischen Versprechen schieden die beiden Freunde voneinander und dieses Mal auf immer.

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