Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
                  Unschlüssigkeit in Stoffwahl
                  2. Entscheidung für Don Carlos
                  Finanzielle Bedrängnis
                  Ankündigung der rhein. Thalia
                  Bewerbung um L. v. Wolzogen
                  Margaretha Schwan
                  Frau von Kalb
                  Paket von Leipzig
                  Weimarscher Rat
                  Stellung zum Theater
                  Aufbruch nach Leipzig
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Stellung zum Theater

   Er nahm jetzt auch dem Theater gegenüber eine ganz andere Sprache an. Über die verpfuschte Vorstellung von Kabale und Liebe am 18. Januar 1785 im höchsten Grad entrüstet, schrieb er am anderen Tag einen kurzweg mit „R. (Rat) Schiller“ unterzeichneten Brief an Dalberg, worin sich sein gekräftigtes Selbstgefühl in scharfen Worten kundgibt. „Seit wann ist es Mode“, fragt er, „dass Schauspieler den Dichter hofmeistern? Gestern habe ich das mehr als sonst gefühlt. Kabale und Liebe war durch das nachlässige Einstudieren der meisten Schauspieler ganz in Lumpen zerrissen. Ich habe statt meines Textes nicht selten Unsinn hören müssen. – – Mir selbst kann zwar an diesem Umstand wenig liegen, denn ich glaube behaupten zu dürfen, dass bis jetzt das Theater mehr durch meine Stücke gewonnen hat, als meine Stücke durch das Theater. – – Ich glaube und hoffe, dass ein Dichter, der drei Stücke auf die Bühne brachte, worunter die Räuber sind, einiges Recht hat, Mangel an Achtung zu rügen.“ In dem ersten Heft der Thalia, das im Lenzmonat 1785 erschien, waren die Schauspieler so wenig, als das Publikum geschont. Dies brachte unter den ersteren eine umso größere Bewegung hervor, als damals in Theaterkritiken sehr selten einzelne Schauspieler genannt wurden. Man begann den Dichter zu schmähen und zu schimpfen, die Erbitterung gegen ihn ward fast allgemein.

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