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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel Unschlüssigkeit in Stoffwahl 2. Entscheidung für Don Carlos Finanzielle Bedrängnis Ankündigung der rhein. Thalia Bewerbung um L. v. Wolzogen Margaretha Schwan Frau von Kalb Paket von Leipzig Weimarscher Rat Stellung zum Theater Aufbruch nach Leipzig 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Weimarscher RatEinen günstigeren Einfluss auf seine Gegenwart und zugleich eine nachhaltige Wirkung auf seine Zukunft hatte die Verbindung mit einem edeln deutschen Fürsten, die sich ein halbes Jahr später anknüpfte. Im Anfang des Jahres 1785 verbreitete sich in Mannheim das Gerücht, der Herzog Carl August von Weimar werde die landgräfliche Familie zu Darmstadt besuchen. Schiller wünschte sehnlichst, einem so gepriesenen Fürsten persönlich bekannt zu werden und sich ihm als einen solchen zu zeigen, der würdig wäre, dem Weimarschen Verein von Geistesheroen beigestellt zu werden. Herr und Frau von Kalb bestärkten ihn in dem Vorhaben, sich dem Herzog vorstellen zu lassen, und sie sowohl als Dalberg versahen ihn mit Empfehlungsbriefen an die nächste Umgebung der fürstlichen Personen. Sein Don Carlos sollte ihn in die erlauchte Gesellschaft einführen. Diese Dichtung, welche den inneren Triumph des Menschlichen über den Zwang politischer und konventioneller Formen darstellt, musste, wie er richtig voraussah, die Herzen edler Fürsten, welche sich in diesen Widerstreit verwickelt fühlten, besonders ergreifen. Die Vorlesung des ersten Aktes wurde gern gewährt und trug ihm den entschiedensten Beifall ein. Nach einer langen Unterredung mit dem Herzog kehrte Schiller als herzoglich Weimarscher Rat nach Mannheim zurück. Dieser an sich leere Titel gestaltete seine Zukunft um, und erleichterte sogleich seine gegenwärtige Lage. Sein äußeres Leben hatte jetzt einen gewissen Anhaltspunkt, und konnte sich von nun an ruhiger fortbewegen. Der Wunsch seiner Eltern, er möchte eine dauernde Versorgung finden, schien sich der Erfüllung zu nähern; seine Tadler in der Heimat waren durch die Anerkennung, die er im Ausland gefunden, gleichsam widerlegt. Aber auch auf Schiller selbst hatte dieser Zusatz zu seinem Namen, vielleicht unbewusst, einen großen Einfluss. Er wurde in seinem Benehmen freier, bestimmter und sicherer. Er sah in der Nacht der Zukunft einen hellen Stern, nachdem er sein Leben hinrichten konnte. Jetzt gehörte er wieder einem deutschen Fürsten, einem deutschen Staat an; ja, er konnte sich als Genosse des edelsten Geistervereins, der sich in Weimar zusammengefunden, betrachten. Seine Tätigkeit war neu belebt: Der Flüchtling fühlte sich von dem besten Fürsten wieder in die Gesellschaft aufgenommen. |
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