Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
                  Unschlüssigkeit in Stoffwahl
                  2. Entscheidung für Don Carlos
                  Finanzielle Bedrängnis
                  Ankündigung der rhein. Thalia
                  Bewerbung um L. v. Wolzogen
                  Margaretha Schwan
                  Frau von Kalb
                  Paket von Leipzig
                  Weimarscher Rat
                  Stellung zum Theater
                  Aufbruch nach Leipzig
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Ankündigung der rheinischen Thalia

   Die Schuldenlast ruhte, auch nach jener augenblicklichen Aushilfe, fortwährend auf Schiller, wenn gleich nicht mehr an einer so empfindlichen Stelle. Um sie abzuwälzen, musste jetzt alles aufgeboten werden. Da wurde nun eine Idee zum Entschluss, auf die er nach dem gescheiterten Plan einer Dramaturgie gekommen war, nämlich eine Zeitschrift zu gründen, die zwar hauptsächlich dem Theater gewidmet sein, aber auch andere Gegenstände, die, „mit der Glückseligkeit des Menschen unmittelbar zusammenhängen“, in ihren Bereich ziehen sollte. Die Rheinische Thalia, so ward die Zeitschrift getauft, sollte ihm seine finanzielle Bedrängnis erleichtern helfen.

   Die vom 11. November 1784 datierte Ankündigung derselben ist ein herrliches Denkmal des neuen Lebens, das ihn jetzt erfüllte und beglückte. Um das Vertrauen des Publikums im Voraus zu gewinnen, macht er es mit seiner Jugendgeschichte, seiner Person bekannt. „Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient. Früh verlor ich mein Vaterland, um es gegen die große Welt auszutauschen, die ich nur eben durch die Fernröhre kannte.“ Er spricht nun von seiner Erziehung, seinem Enthusiasmus für die Dichtkunst, seinen Räubern, seiner Flucht, und fährt dann fort: „Nunmehr sind alle meine Verbindungen aufgelöst. Das Publikum ist mir jetzt alles: Mein Studium, mein Souverän, mein Vertrauter. Ihm allein gehöre ich ganz an. Vor diesem und keinem anderen Tribunal werde ich mich stellen. Dieses nur fürcht’ ich und verehr’ ich. Etwas Großes wandelt mich an, bei der Vorstellung, keine andere Fesseln zu tragen, als den Ausspruch der Welt, an keinen andern Thron zu appellieren, als an die menschliche Seele.“ Mit derselben Kühnheit, Kraft, Entschiedenheit und Prägnanz sind andere Stellen, sowie die ganze Exposition, wie er es mit seiner poetischen Zeitschrift zu halten gedenke, geschrieben, so dass man über den jungen Schriftsteller erstaunen muss. Eine so erhabene Stimmung, wie in dieser Ankündigung, findet sich in nichts früherem, was Schillers Feder entflossen ist. Alles Hemmende des Lebens hat er von seiner Natur abgestreift; sein Freiheitsprinzip hat sich zum Ideal durchgekämpft. Die Kraft hat die Schwäche, das Hochgefühl die Sehnsucht überwunden und er hat den Gipfel der Richtung erreicht, welche er, seit sein Geist aus den Fesseln der Autorität trat, eingeschlagen hatte.

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