Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
                  Unschlüssigkeit in Stoffwahl
                  2. Entscheidung für Don Carlos
                  Finanzielle Bedrängnis
                  Ankündigung der rhein. Thalia
                  Bewerbung um L. v. Wolzogen
                  Margaretha Schwan
                  Frau von Kalb
                  Paket von Leipzig
                  Weimarscher Rat
                  Stellung zum Theater
                  Aufbruch nach Leipzig
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Finanzielle Bedrängnis

   Aber aus diesem erhöhten Lebensgefühl wurde er durch die Mahnung an seine Stuttgarter Schulden aufgeschreckt. Sein Bürge, von dem Gläubiger aufs Äußerste bedrängt, war von Stuttgart nach Mannheim geflohen, und hier verhaftet worden. Der arme Dichter befand sich in der größten Bedrängnis, seine Ehre und Ruhe waren dahin, wenn dem Verhafteten nicht geholfen wurde. Von Dalberg war nichts zu erwarten. Da wurde für den Augenblick ein unvermögender Mann sein Retter. Der Baumeister Anton Hölzel, in dessen Haus er wohnte, und der ihn sehr hoch achtete, schaffte die erforderliche Summe herbei. Wie es scheint, hatte sich Schiller in der Verlegenheit an seinen Vater mit der bitte um 300 Gulden gewandt, und ihm später Vorwürfe gemacht, dass seine Bitte unerfüllt geblieben war. So müssen wir nach einem Brief des alten Schiller vom 12. Januar 1785 vermuten, dessen Anfang wir hier folgen lassen, da er den biedern Charakter des Mannes in hellem Licht erscheinen lässt1); aber dass zugleich auf den Sohn ein kleiner Schatten fällt, wollen wir uns nicht verhehlen. Der Vater schreibt: „Lieber Sohn! Sehr ungern gehe ich an die Beantwortung seines letzten Schreibens vom 21. November vorigen Jahres, das ich lieber niemals gelesen zu haben wünschte, als dass ich die darin enthaltenen Bitterkeiten noch mal kosten soll. Nicht genug, dass Er im Anfang des gedachten Schreibens mir den höchst unverdienten Vorwurf macht, als ob ich für Ihn hätte 300 Gulden aufbringen können und sollen, fährt Er hernach fort, mich wegen Nachfrage um Ihn, auf eine mir sehr empfindliche Art, zu tadeln. Lieber Sohn, das Verhältnis zwischen einem guten Vater und dessen, obschon mit vielen Verstandeskräften begabten, doch aber dabei in dem, was zu einer wahren Größe und Zufriedenheit erforderlich wäre, immer noch sehr irregehenden Sohn, kann den Letzteren niemals berechtigen, das, was der Erstere aus Liebe, aus Überlegung und aus selbst gemachter Erfahrung jenem zugute vornimmt, als Beleidigung aufzunehmen. Was die verlangten 300 Gulden anbetrifft, so weiß es leider jedermann, dem meine Lage nur einigermaßen bekannt, dass es nicht möglich sein kann, nur 50 Gulden, geschweige denn so viel im Vorrat zu haben; und dass ich eine solche Summe borgen sollte, zu immer größerem Nachteile meiner übrigen Kinder, für einen Sohn borgen sollte, der mir von dem so vielen, was er versprochen, noch das wenigste halten können: Da wäre ich wohl ein ungerechter Vater“ usw.

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1) Ich bedauere, aus Rücksicht auf den Raum den übrigen Teil des achten eng beschriebene Oktavseiten starken Briefes nicht aufnehmen zu können. Aus jeder Zeile spricht ein redliches, treues Vaterherz, und ein ernster, besonnener Charakter. ­

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