Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
                  Ankunft in Mannheim
                  Kontrakt mit Dalberg
                  Krankheit
                  Bekanntschaften
                  Besuch von Abel
                  Die „Lumpenfête“
                  Fiesco, Kabale/Liebe a. Bühne
                  Aufnahme deut. Gesellschaft
                  Reise nach Frankfurt
                  Bedrängnisse
                  Abhandlung über das Theater
                  Preisfragen
                  Plan einer dr. Monatsschrift
               9. Kapitel
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Preisfragen

   Die deutsche Gesellschaft setzt jährlich, für eine goldene Medaille vom Wert von fünfzig Dukaten, eine Preisfrage aus. Da widerfuhr nun unserm Schiller, bei der ihm übertragenen vorläufigen Durchsicht einiger eingegangenen Aufsätze die angenehmste Überraschung. Wie erstaunte er in einem derselben: „Über die Epochen der deutschen Sprache1)“, die Handschrift seines Jugendfreundes Petersen zu erkennen! „Mir fielen“, schrieb er ihm, „alle die vergangenen Abende ein, die wir in Gesellschaft so traulich verlebten, alle Gespräche, die wir da führten, die Entwürfe alle, die wir da schmiedeten. Ich musste in der Pfalz exulieren, musste Mitglied dieser Gesellschaft werden, um dir vielleicht darin dienen zu können.“ Schiller konnte sich nicht entschließen, für die Erteilung des Preises an Petersen zu stimmen, weil die Arbeit eines Nebenbuhlers, bei gleichem Wert, an Gefälligkeit des Stils der seinigen überlegen war. Dafür setzte er ihm aber durch eine detaillierte Kritik und Gegeneinanderstellung beider Aufsätze ein Accessit von fünfundzwanzig Dukaten durch. Der Brief, worin er dies dem Freund meldet, ist ein Beweis, wie innig sich Freundschaft, Aufrichtigkeit und Pflichtgefühl zu einem harmonischen Gebilde sittlicher Schönheit in Schillers Herzen vereinigten.

   Dalberg, dieser enthusiastische Freund des Theaters, war schon vor einigen Jahren auf die Gedanken gekommen, dramaturgische Preisaufgaben zu stellen. Die guten Köpfe der Mannheimer Bühne sollten sich Rechenschaft gegen lernen über ihre Kunst und ihr Spiel, und von mechanischen Artisten zu denkenden Künstlern erhoben werden. Die Aufsätze wurden in der nächsten Ausschussversammlung der Schauspieler vom Verfasser vorgelesen und hierauf die Manuskripte dem Baron von Dalberg überreicht, der dann mit Zuziehung der kurpfälzischen Gesellschaft und einiger dramaturgischen Schriftsteller über den Preis entschied. Für Schiller war diese Anstalt sehr erweckend und belehrend. „Die Beantwortung der dramaturgischen Fragen,“ schrieb er schon am 29. September 1783 an Dalberg, „wird eine sehr angenehme und fruchtbare Übung für meine freien Augenblicke werden, und dann muss die Gegeneinanderhaltung vieler Aufsätze über eben denselben Gegenstand höchst unterrichtend für den dramatischen Schriftsteller sein.“

Ü   Þ


1) Abgedruckt im 2. Band der Schriften der Mannheimer deutschen Gesellschaft. ­

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