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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel Ankunft in Mannheim Kontrakt mit Dalberg Krankheit Bekanntschaften Besuch von Abel Die „Lumpenfête“ Fiesco, Kabale/Liebe a. Bühne Aufnahme deut. Gesellschaft Reise nach Frankfurt Bedrängnisse Abhandlung über das Theater Preisfragen Plan einer dr. Monatsschrift 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
KrankheitIn vollem Feuer wollte er nun seine umändernde Hand an den Fiesco legen. Aber schon am folgenden Tag warf ihn ein kaltes Fieber aufs Lager hin. Die ungewöhnliche Hitze hatte aus dem morastigen Festungsgraben Mannheims eine so verdorbene Luft entwickelt, dass an dieser galligen Seuche ungefähr sechstausend Menschen erkrankten. Schiller selbst erlitt einen empfindlichen Verlust! Der redliche Meier wurde ein Opfer der falschen Behandlung des Theaterarztes, deren schlimme Folgen er vorausgesagt hatte. Er selbst wurde aufs Sorgsamste gepflegt; aber da sein Kopf sehr angegriffen war, übergab er sich einem andern Arzt. Erst nach drei Wochen war er so weit, dass er seiner besorgten Freundin in Bauerbach wieder schreiben konnte. Sein Herz war weich. Zärtlichere Briefe sind von einem jungen Mann an eine ältliche Frau wohl nie geschrieben worden. Er hatte in seiner Krankheit nur einen Trost: Den ungestörten Nachgenuss der Bauerbachschen Tage. Alles Angenehme und Schmeichelhafte, was er in Mannheim erfahre, meinte er auch später, gehe doch nie auf den Grund seines Herzens, und dieses bleibe doch immer kalt und leer. „Halten Sie es für kein leeres Geschwätz“, versichert er seinem Reinwald, „dass mein Aufenthalt in Bauerbach bis jetzt mein seligster gewesen, der vielleicht nie wieder kommen wird.“ Eine schwäche des Kopfes machte ihn über fünf Wochen zu aller Arbeit des Geistes unfähig; noch am 29. September 1783 mochte er eine von Dalberg gewünschte Kritik über Sickingen „nicht aus seinem kranken Gehirn herauszimmern“, ja den ganzen Winter verließ ihn das Fieber nicht, dessen Anfälle, wie er an Reinwald schreibt, durch den Gram seiner Seele jedes Mal wiederkehren, und im Anfang Junius des folgenden Jahres war das Übel noch nicht ganz gewichen. Er beschränkte sich auf die magerste Kost. „Fieberrinde“, schreibt er, „esse ich wie Brot, und ich habe sie mir express von Frankfurt aus verschrieben.“ Nicht ganz mit Unrecht bemerkte ihm sein Vater am 31. Juni 1784: „Dass Er sich ganzer acht Monate mit Wechselfiebern geschleppt hat, das macht Seinem Studio keine Ehre, und Er würde ganz gerecht einem Patienten in dem nämlichen Fall die bittersten Vorwürfe gemacht haben, dass er sich in der Diät und dem Regime nicht nach der Vorschrift verhalten.“ |
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