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      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
               6. Kapitel
               7. Kapitel
                  Charak. Fiesco, Kabale/Liebe
                  Ankunft in Bauerbach
                  Stimmung, Briefe
                  Frau von Wolzogen
                  Liebe, Eifersucht
                  Reinwald
                  Entscheidung für Don Carlos
                  Gelegenheitsgedichte
                  Dalbergs Bemühungen
                  Rückreise nach Mannheim
               8. Kapitel
               9. Kapitel
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil

Gelegenheitsgedichte

   Hier erwähnen wir noch dreier Gelegenheitsgedichte, die Schiller in Bauerbach verfertigte1). Das erste ist ein langes Hochzeitleid, welches einer im Haus der Frau von Wolzogen herangewachsenen Verwandten, Henriette, gewidmet ist. Mit stolzem Bürgergefühl verherrlicht der Dichter zugleich jene und ihre Erzieherin. „Ihr Adelsbrief – eins schönes Leben; den hass’ ich, den sie mitgebracht“, spricht er von ihr. Das andere, ein köstliches Spottgedicht, erschien damals in den „Meiningischen wöchentlichen Nachrichten“, von Reinwald etwas verändert, und von mir in seiner ursprünglichen Gestalt aus der Handschrift mitgeteilt. Als nämlich der Herzog Georg von Meiningen bald nach seiner Vermählung gefährlich erkrankte, machte der Vetter zu Coburg schon Anstalten, das Land militärisch in Besitz zu nehmen, welche aber durch die baldige Genesung Georgs vereitelt wurden. Dieser Fürst gab dem Dichter selbst die Tatsachen an, welcher es aber doch nicht unterlassen konnte, auch den Großen im Allgemeinen einen Hieb zu versetzen. Die bisher beinahe unbekannte Satire hat den Titel: „Wunderseltsame Historia des berühmten Feldzuges, als welchen Hugo Sanherib, König von Assyrien, ins Land Juda unternehmen wollte, aber mit langer Nase wieder abziehen musste. Aus einer alten Chronika gezogen und in schnakische Reimlein bracht von Simeon Krebsauge, Baccalaur.“ Solche Aufsehen machende Lokalpossen konnten nicht dazu dienen, des Verfassers wahren Namen verborgen zu halten. Endlich dichtete er noch eine „Todesfeier am Grabe Philipp Friedrich von Riegers“, welche in Stuttgart besonders gedruckt wurde. Rieger wurde durch die Intrige des Ministers Montmartin wegen eines ihm fälschlicherweise zu Last gelegten Briefwechsels mit einem fremden Staat, ohne Urteil, wie Schubart, ins Gefängnis geworfen, zuerst in Hohentwiel, dann auf Hohenasperg. Als er endlich freigelassen wurde, setzte ihn Herzog Karl dieser Festung als Kommandant vor. In diesem Amt starb er am 22. Mai 1782. Schiller, welcher sich schon in der Anthologie gefreut hatte, „ihm seine wärmste Hochachtung vor der ganzen Welt entblößen zu können“, preist in Rieger ein Opfer der Tyrannei und hebt besonders seinen freien Männerstolz hervor. Auch Schubart hatte ihm „im Namen der sämtlichen Offiziere seines Bataillons“ einen Todengesang gewidmet.

   Schiller sah längst selbst, dass seinem ruhmvollen Streben, seiner poetischen Produktion nichts so gefährlich, so ungünstig sei, als die Einsamkeit. Er glaubt’ es jetzt nimmermehr, dass das Genie sich in allen Fällen selbst aufhelfe, ohne Stoß von Außen. „Mühsam und wirklich oft wider allen Dank“, schreibt er an Reinwald, „muss ich eine Laune, eine dichterische Stimmung hervorarbeiten, die mich in zehn Minuten bei einem denkenden guten Freund von selbst anwandelt.“ Reinwald schlug ihm vor, nach Pfingsten mit ihm nach Gotha und Weimar zu reisen, wo er ihn mit bedeutenden Männern bekannt gemacht haben würde. Aber dürftig, unreif, unberuhigt, wie er sich fühlte, mochte er nicht in jene Kreise treten, wo er nur eine untergeordnete Rolle spielen konnte. Zum Glück knüpfte ganz unerwartet Dalberg wieder mit ihm an.

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1) Ebendas., Bd. 1, S. 213 ff. ­

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