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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel Charak. Fiesco, Kabale/Liebe Ankunft in Bauerbach Stimmung, Briefe Frau von Wolzogen Liebe, Eifersucht Reinwald Entscheidung für Don Carlos Gelegenheitsgedichte Dalbergs Bemühungen Rückreise nach Mannheim 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Frau von Wolzogen und ihre Tochter CharlotteIm Januar 1783 kam Frau von Wolzogen mit ihrer Tochter Charlotte von Stuttgart auf kurze Zeit nach Sachsen. Sie brachte aber nur etliche Tage in ihrem kleinen Haus in Bauerbach zu, die übrige Zeit verweilte sie bei ihrem reichen Bruder, dem Oberhofmeister von Marschalk, auf dem drei Stunden entfernten Stammgut der Familie, Walldorf bei Meiningen. Mit der größten Ungeduld erwartete Schiller seine Wohltäterin, begleitete sie nach Walldorf, und trennte sich von ihr nur, um baldmöglichst wieder zu ihr zurückzukehren. „Dem Wetter wird schlechterdings nicht nachgefragt!“, meldet er ihr seinen Besuch an. Dennoch traten bald störende Missverständnisse ein, die aus seiner Unkenntnis der Welt und aus einer damals krankhaften Reizbarkeit hervorgingen. Frau von Wolzogen ermahnte und bat, aus Fürsorge für ihre vier Söhne in der Karlsakademie, deren Wohlfahrt in den Händen des Herzogs lag, ihren Schützling, seinen Aufenthaltsort ja geheim zu halten. Er sah in diesem Rat der zärtlichen Mutter einen Wunsch ausgesprochen, ihn los zu werden, „und das war mir genug“, schrieb er sogleich am 14. Januar 1782 in der größten, unbesonnensten Aufwallung an Streicher. Die Freundschaft der Menschen sei das Ding, das sich des Suchens nicht lohne, es sei ihm schrecklich, sich wieder in einem Menschen geirrt zu haben, er habe in Meiningen einen jungen Herrn von Wurmb kennen lernen (wahrscheinlich einen Verwandten der früher erwähnten edlen Brüder), der seine Räuber auswendig wisse. „Er war beim ersten Anblick mein Busenfreund. Seine Seele schmolz in die meinige. Endlich hat er eine Schwester! – Hören Sie, Freund, wenn ich nicht dieses Jahr als Dichter vom ersten Rang figuriere, so erscheine ich wenigstens als Narr, oder vielmehr ist das für mich eins. Ich soll mit Wurmb diesen Winter auf sein Gut, ein Dorf im Thüringer Wald, dort ganz mir selbst und der Freundschaft leben und was das Beste ist, schießen lernen, denn mein Freund hat dort hohe Jagd. Ich hoffe, dass es eine glückliche Revolution in meinem Kopf und Herzen machen soll.“ Doch kam das schnell improvisierte Projekt nicht zur Ausführung. Wenigstens blieb Schiller auf dem Gut seiner edelmütigen Freundin und es mochte ihn reuen, sie auch nur auf Stunden verkannt zu haben. Um etwaige Nachforschungen des Herzogs, die man immer noch befürchtete, irre zu leiten, schmiedete er zwei ostensible Briefe, den einen von Frankfurt am Main, den anderen von Hannover aus datiert, an Frau von Wolzogen und ihren Sohn Wilhelm, worin er sagt, dass er nach Amerika, vorläufig nach England reisen wolle. „Wenn aber Amerika frei wird, so ist es ausgemacht, dass ich hingehe. In meinen Adern siedet etwas – ich möchte gern in dieser holprigen Welt einige Sprünge machen, von denen man erzählen soll.“ Den Herzog von Württemberg, sagt er, habe er nie verkleinert, im Gegenteil seine Partei gegen Ausländer, Franken und Hannoveraner besonders, schon hitzig genommen. Durch diese Briefe sollte in Stuttgart dem Gerücht begegnet werden, dass Schiller in Bauerbach sei, welches sich wahrscheinlich durch sein unvorsichtiges Benehmen, besonders durch die Nachrichten, die er seinen entfernten Freunden gab, verbreitet hatte. |
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