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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel Charak. Fiesco, Kabale/Liebe Ankunft in Bauerbach Stimmung, Briefe Frau von Wolzogen Liebe, Eifersucht Reinwald Entscheidung für Don Carlos Gelegenheitsgedichte Dalbergs Bemühungen Rückreise nach Mannheim 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Stimmung, BriefeSogleich ließ er Briefe an seine Freunde ausgehen. An Schwan schrieb er unter dem 8. Dezember: „Erst jetzt kann ich Ihnen mit aufgeheitertem Gemüt schreiben; denn ich bin an Ort und Stelle, wie ein Schiffbrüchiger, der sich mühsam aus den Wellen gekämpft hat. Diesen Winter seh’ ich mich genötigt, nur Dichter zu sein, weil ich auf diesem Weg meine Umstände schneller zu arrangieren hoffe. Sobald ich aber von dieser Seite fertig bin, will ich ganz in mein Handwerk versinken.“ Wie in diesem, hebt er es auch in einem gleichtagigen Brief an Streicher hervor, dass hier für seine notwendige Bequemlichkeit auf das Vollkommenste gesorgt sei, schickt ihm eine Anweisung an Schwan für noch unberichtigte Auslagen und rät ihm im bittern Gefühl des getäuschten Vertrauens, der zerschlagenen Hoffnungen: „Was Sie tun, lieber Freund, behalten Sie diese praktische Wahrheit vor Augen, die Ihrem unerfahrenen Freund nur zuviel gekostet hat. Wenn man die Menschen braucht, muss man ein Schuft werden, oder sich ihnen unentbehrlich machen. Eines von beiden, oder man sinkt unter.“ Er hatte die kalte Begegnung von Seiten Dalbergs im nächsten Jahre noch nicht verschmerzt. „Es ist ein Unglück“, ruft er am 4. Januar 1783 in einem Brief aus, „dass gutherzige Menschen so leicht in das entgegen gesetzte Ende geworfen werden, in den Menschenhass, wenn einige unwürdige Charaktere ihre warmen Urteile betrügen. Gerade so ging es mir. Ich hatte die halbe Welt mit der glühendsten Empfindung umfasst, und am Ende fand ich, dass ich einen Eisklumpen in den Armen hielt.“ In dieser Stimmung fühlte er sich wohl unter einfachen Landleuten, obgleich die raue, kärgliche Gegend mit der lachenden, gesegneten Heimat und der Pfalz einen großen Kontrast machte. Aber die Einöde schroffer Felsenabhänge, über denen Fichtenwälder starrten, stimmten zu den dunkeln Bildern seiner Seele. Die lang genährte Sehnsucht nach ländlicher Einsamkeit in freier Natur, wie er sie in seinen frühesten Knabenjahren in Lorch genossen hatte, schien befriedigt zu werden. Er lebte unbekannt als Doktor Ritter, welchen Namen er wieder angenommen hatte und nur der Bibliothekar Reinwald in Meiningen, an welchem er bald einen sorgsamen, redlichen Freund fand, der ihn mit Büchern versorgte, erfuhr die wahre Lage und den Namen des geheimnisvollen Fremdlings. Mit dem Verwalter des Guts spielte er bisweilen Schach oder machte Spaziergänge mit ihm. Die meiste Zeit beschäftigten ihn dramatische Arbeiten, Entwürfe und Träume. |
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