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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel 5. Kapitel 6. Kapitel Ankunft in Mannheim Bittschrift an den Herzog Vorlesung des Fiesco Fußreise nach Frankfurt Grundzüge Kabale und Liebe Abschlägige Antwort Dalbergs Rückreise nach Oggersheim Aufenthalt in Oggersheim Furcht vor Verhaftung Fiesco abgewiesen Druck des Fiesco Aufbruch nach Bauerbach 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Furcht vor VerhaftungAn demselben Abend wurde er von dem Meierschen Ehepaar, welches er besuchen wollte, mit der größten Bestürzung empfangen. Ein württembergischer Offizier war eben bei ihnen gewesen, der sich dringend nach Schiller erkundigte; Meier aber hatte versichert, dass er den Aufenthaltsort des Flüchtlings nicht kenne. Alle bebten, Schubarts bekanntes Schicksal möchte sich jetzt an Schiller wiederholen. Es klingelte stark an der Haustür und Schiller mit Streicher wurden schnell in ein Kabinett verborgen, das eine Tapetentüre hatte. Der Eintretende war ein Bekannter des Hauses, bei dem sich jener Offizier auf dem Kaffeehaus sorgfältig nach Schiller erkundigt hatte. Es war für den Verfolgten ebenso gefährlich in Mannheim zu bleiben, als nach Oggersheim zurückzukehren. Auch verwickelte sich jeder, in dessen Wohnung er ergriffen wurde, in seine Schuld. Endlich erbot sich Madame Curioni, die Aufseherin im Palais des Prinzen von Baden, den beiden Freunden hier eine Zuflucht zu gewähren, wo eine Nachsuchung nicht zu befürchten stand. So sahen sich denn Schiller und Streicher aus ihrem ärmlichen Zimmer in Oggersheim plötzlich in fürstliche Appartements versetzt, wo sie die Reihe von Schlachtstücken von Lebrün bis tief in die Nacht hinein betrachteten und bewunderten. Den andern Tag brachte Meier die erfreuliche Nachricht, dass nach seinen Erkundigungen bei dem Sekretär des Ministers der württembergische Offizier nicht in Aufträgen seines Gouvernements gekommen und auch, wie er vom Gastwirt wisse, schon wieder abgereist sei. Erst später erfuhr man, dass jener Offizier ein Freund war, der sich bei Gelegenheit dieser Reise nach Schiller hatte erkundigen wollen: Nach einem Brief des alten Schiller an Schwan1) hieß er von Kosewitz, nach Petersen war es der Husaren-Oberst Miller. Schiller hatte nach den abweichenden Beschreibungen derer, welche den Offizier gesehen und gesprochen hatten, nicht auf einen Freund schließen können. Ungeachtet die Angst grundlos gewesen war, fanden es doch in einer sorgfältigen Beratung die Freunde und Schiller selbst für notwendig, dass er, sobald die Annahme des Fiesco entschieden sei, Mannheim verlasse, und sich nach Sachsen begebe. Sein ferneres Bleiben war für ihn ebenso gefahrvoll, als für die Freunde beunruhigend. In Sachsen hatte ihm der Himmel schon eine Zufluchtsstätte bereitet. Schiller hatte in Stuttgart Wilhelm von Wolzogen kennen lernen, welcher mit drei jüngeren Brüdern in der Militärakademie gebildet wurde. Der einige Jahre jüngere Bekannte schloss sich nach dem Erscheinen der Räuber enger an den gefeierten Dichter an, und machte ihn auch mit seiner Mutter bekannt, welche als Witwe sich häufig in Stuttgart aufheilt, um ihren Söhnen nahe zu sein. Schiller vertraute ihr nach seinem Arrest den Vorsatz, zu entfliehen und sie bot ihm ihr Familiengut Bauerbach, bei Meiningen, als Aufenthaltsort an. Dahin und nicht nach Mannheim, wie man aus einem oben mitgeteilten Brief an Dalberg sieht2), zu fliehen, war sein erster Vorsatz gewesen, den er jetzt wieder aufnahm. |
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