Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
Homepage
   Literatur
      Schiller, Friedrich
         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
                  Reise nach Mannheim
                  Aufführung der Räuber
                  Beginn des Fiesco
                  Würt.Repertorium
                  Hartes Verbot des Herzogs
                  Zweite Reise nach Mannheim
                  Anschlag auf Dalberg
                  Arrest
                  Bedrängnis
                  Flucht
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil
 

Arrest

   Die Freundinnen hatten es nicht verschweigen können, dass sie die Räuber in Gegenwart ihres Verfassers hatten aufführen sehen. Unter dem Siegel des Geheimnisses erfuhr es die ganze Stadt, erfuhr es endlich auch der Herzog. Dieser wurde in hohem Grad über die Vermessenheit des Regimentsmedikus aufgebracht, der es sich herausgenommen, ohne Urlaub auf mehrere Tage ins Ausland zu verreisen, und seinen Lazarettdienst zu versäumen. Nach Abels ausdrücklicher Bemerkung nahm man in Stuttgart als wahrscheinlich an, dass der Herzog auf Schiller deswegen so sehr zürnte, weil dieser, um seinen Obersten zu schonen, durchaus nicht habe eingestehen wollen, dass die Reise mit dessen Wissen und willen unternommen worden sei. Karl ließ nämlich den Dichter abermals vor sich kommen, gab ihm die strengsten Verweise, fügte dem früheren Befehl, nichts Poetisches drucken zu lassen, das neue Verbot bei, sich aller Verbindung mit dem Ausland zu enthalten, und befahl ihm, augenblicklich auf die Hauptwache zu gehen, seinen Degen abzugeben und dort vierzehn Tage in Arrest zu bleiben1).

Ü   Þ


1) Das Verbot, mit dem Ausland zu verkehren, habe ich gegen Streicher, aber mit Petersen nicht schon in die erste Vorladung verlegt. Petersen spricht in seiner hier schon ganz lückenhaften Materialiensammlung nur von der ersten – und Abel nur von der zweiten Vorladung, welcher er den Beweggrund der ersten fälschlich unterschiebt. Der zweiten Unterredung mit dem Herzog erwähnt Schiller selbst gegen Dalberg (S. 45), und warum er von der ersten gegen Dalberg schweigt, hat seinen guten Grund, wenn man die Sache so ansieht, wie ich sie im Text darstellen musste. ­

© 1999 - 2004 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de