Friedrich Schiller @ www.Wissen-im-Netz.info
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         Biografien
            Hoffmeister - Schillers Leben

            Vorwort
            Inhalt

            1. Teil
               1 Kapitel
               2. Kapitel
               3. Kapitel
               4. Kapitel
               5. Kapitel
                  Reise nach Mannheim
                  Aufführung der Räuber
                  Beginn des Fiesco
                  Würt.Repertorium
                  Hartes Verbot des Herzogs
                  Zweite Reise nach Mannheim
                  Anschlag auf Dalberg
                  Arrest
                  Bedrängnis
                  Flucht
               6. Kapitel
               7. Kapitel
               8. Kapitel
               9. Kapitel
               10. Kapitel
            2. Teil
            3. Teil
 

Verfehlter Anschlag auf Dalberg

   Er genoss im Mannheimer Theater der höchsten Seligkeit in vollen Zügen, aber von Dalberg erhielt der stürmische Jüngling keine feste Zusage. Er kam missmutig und niedergeschlagen wieder in seiner Vaterstadt an, um so mehr, da er die damals weit verbreitete Grippe oder Influenza nach Haus mitbrachte, welche ihn bis in den Juni hinein zu aller Arbeit unfähig machte. Am 4. Juni 1782 schrieb er an Dalberg: „Noch bereue ich beinahe die glücklichste Reise meines Lebens, die mich, durch einen höchst widrigen Kontrast meines Vaterlandes mit Mannheim, schon so weit verleitet hat, dass mir Stuttgart und alle schwäbische Szenen unerträglich und ekelhaft werden. Unglücklicher kann bald niemand sein, als ich. Ich habe Gefühl genug für meine traurige Situation, vielleicht auch selbst Gefühl genug für das Verdienst eines bessern Schicksals, und für beides nur eine Aussicht. Darf ich mich Ihnen in die Arme werfen, vortrefflichster Mann?“ Er wiederholt nun aufs Dringendste seine schon mündlich getane Bitte, durch ein Schreiben an den Herzog seine Entlassung zu bewirken. „Könnten Ew. Exzellenz“, sagt er, „in das Innere meines Gemütes sehen, welche Empfindungen es durchwühlen, könnte ich Ihnen mit Farben schildern, wie sehr mein Geist unter dem Verdrießlichen meiner Lage sich sträubt – Sie würden, ja, ich weiß gewiss, Sie würden eine Hilfe nicht verzögern, die durch einen oder zwei Briefe an den Herzog geschehen kann.“ In einem, diesem Schreiben beigelegten, Promemoria gibt er dann die Gründe an, durch welche Dalberg sein Gesuch um Schillers Entlassung aus dem herzoglichen Staatsdienst unterstützen möchte. Der erste Grund ist naiv genug: „Ew. Exzellenz würden den Herzog ungemein von der Seite kitzeln, wenn Sie in den Brief, den Sie ihm wegen meiner schreiben, einfließen ließen, dass – Sie mich für eine Geburt von ihm, für einen durch ihn Gebildeten und in seiner Akademie Erzogenen halten, und dass also durch diese Vokation seiner Erziehungsanstalt quasi das Hauptkompliment gemacht würde, als würden ihre Produkte von entschiedenen Kennern geschätzt und gesucht. Dieses ist der Passe-partout beim Herzog.“ Sein Antrag ging dahin, dass er an dem National-Theater zu Mannheim vorerst auf eine beliebige Frist eine Anstellung erhielte.

   Was den Baron von Dalberg abhielt, in des Bedrängten Bitte einzugehen, ist unbekannt: Vielleicht stellten sich äußere Hindernisse dar, ihn als Theaterdichter anzustellen und zu besolden, vielleicht trug er Bedenken, sich mit einem jungen Mann von so wenig Charakterfestigkeit und Lebenserfahrung in eine Verbindung einzulassen. Schiller erhielt zwar eine „gnädige“ Antwort, aber kein bestimmtes Versprechen. Bald aber empfand er die Ungnade seines Fürsten von Neuem auf eine so empfindliche Weise, dass sich ein Welt- und Hofmann, wie Dalberg, nicht versucht fühlen konnte, den erzürnten Herzog jetzt noch um eine Begünstigung seines Dieners anzugehen.

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