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Homepage Literatur Schiller, Friedrich Biografien Hoffmeister - Schillers Leben Vorwort Inhalt 1. Teil 1 Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel Aufenthalt Karlsakademie 4. Kapitel Die Räuber Austritt aus der Karlsschule Körperliches Erscheinen Beruf als Regimentsmedikus Häusliche Einrichtung Laura Sitten und Sittlichkeit Herausgabe der Räuber Schwan und Dalberg Umarbeitung der Räuber Die Anthologie Redaktion Unterhaltungsblatt 5. Kapitel 6. Kapitel 7. Kapitel 8. Kapitel 9. Kapitel 10. Kapitel 2. Teil 3. Teil |
Beruf als RegimentsmedikusSeiner Kunst und Fürsorge wurde das in Stuttgart in Garnison liegende Regiment Augé, welches aus ungefähr zweihundertundvierzig, meistens gebrechlichen und abgelebten Grenadieren bestand, mit dem ausdrücklichen Befehl des Herzogs anvertraut, sich in bedeutenden fällen an den Leibarzt Elvert als an seinen Vorgesetzten zu halten. Elvert, der übrigens Schillers Talente schätzte, und ihm als Verwandten gewogen war, schärfte ihm diesen Befehl noch besonders ein. Vergeblich! Dazu konnte sich Schiller nicht bequemen. Es kam daher anfangs zwischen dem Unfügsamen und jenem nicht allein sehr kenntniseichen, sondern auch höchst praktischen Mann zu häufigem, jedoch nie erbittertem Widerspruch. Endlich traf der Leibarzt, um sich keiner Pflichtversäumnis schuldig zu machen und zugleich Schiller nicht zu demütigen, eine fein schonende Auskunft. Er befehl allen unter ihm stehenden Feldwundärzten, ihm ihre ärztlichen Verordnungen von deren Anwendung einzuhändigen und änderte dann stillschweigend nach Befund der Umstände Schillers Rezepte um. Wirklich war dies auch oft höchst nötig. Er verordnete z.B. Mixturen, die, nach seiner Vorschrift zubereitet, zu einem geräumigen Glas nicht hätten herausfließen können. Merkwürdig hierbei ist, dass er seine Schwäche als ausübender Arzt gar wohl kannte und über sich als Heilkünstler treffend scherzte. In der anonymen Selbstrezension der Räuber schildert er sich als Dichter und Arzt, sehr bezeichnend und witzig1). „Der Verfasser der Räuber soll ein Arzt bei einem württembergischen Grenadier-Bataillon sein, und wenn das ist, so macht es dem Scharfsinn seines Landesherrn Ehre. So gewiss ich sein Werk verstehe, so muss er starke Dosen in Emeticis [in Brechmitteln] ebenso lieben, als in Aestheticis, und ich möcht ihm lieber zehn Pferde, als meine Frau zur Kur übergeben.“ – Schiller trug sich, schon früh, mit dem Gedanken, die ausübende Heilkunst aufzugeben und Professor der Physiologie und anderer theoretischer Teile der Arzneiwissenschaft zu werden. Doch hat er nie wirklich ernstliche Vorbereitungsanstalten dazu gemacht, hat sich auch, während seines ganzen Aufenthalts in Stuttgart, nur eine einzige unbedeutende Schrift über sein Berufsfach angeschafft, nämlich den Almanach für Apotheker auf das Jahr 17812). Wie Schiller übrigens seiner Natur nach nichts als Nebensache betreiben konnte, so fasste er auch seinen Beruf Anfangs mit viel Ernst an. „Da aber“, um mit Scharffenstein zu sprechen, „die Kraftstücke, die er auch hier liefern wollte, weder gerieten, noch zum besten rezensiert wurden, so degoutierte ihn dies völlig vom Handwerk.“ 1)
Meine Nachlese zu Schiller, B. 4, S. 118.
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