Homepage
Literatur
Friedrich
Schiller
Beziehungen
S |
Georg Friedrich Scharffenstein (1758-1817)
1771 Karlsschüler
1778 Lieutenant in Stuttgart Friedrich Scharffenstein geb. 1758 zu Mömpelgardt, evangelisch, Sohn eines
Goldschmieds, wurde nach seiner Angabe in seinen Jugenderinnerungen erst nach
Schiller 1773 in die Militärpflanzschule aufgenommen, und zwar wie er schreibt,
im eilften oder zwölften Jahre. Zu dieser Altersangabe stimmt noch eher Gödekes
Nachricht (S. S. I. S. 378), daß er bereits am 29. August 1771 aufgenommen sei.
Er verließ die Karlsschule am 15. Dezember 1778. Er starb nach Gödeke als
pensionierter Generalmajor am 11. Febr. 1817 zu Eßlingen (Vergl. Schillerbuch
Dresden 1860 p. 288), nach Urlichs Br. An Schiller S. 19. 1812, nach G. Schwab
in Hoffmeisters Nachlese IV. 11. „vor 1831“, nach Kuhlmey (Schiller-Album 1861
S. 17.) „um 1830“. So auch Boas, Schillers Jugendjahre I. 134. Hoven berichtet,
er sei in Heilbronn am Neckar gestorben.
Scharffenstein wird in den Jugendbriefen mit "Scharff" angeredet.
Auszug aus den Jugenderinnerungen von Scharffenstein (aus dem Brief des
Jahres 1778, Friedrich
Schiller an Scharffenstein):
Dieser Zettel Scharffensteins an Schiller hat sich nicht erhalten.
Scharffenstein berichtet darüber in seinen Jugenderinnerungen
(Morgenblatt 1837 Nr. 56, 57, 58): „In einer nach der besten Bedeutung
des Worts treuherzigen Stunde legte ich Schiller ein Bekenntniß ab,
verbreitete mich nicht nur mit Wärme über die Schönheiten einiger
bekannten Gedichte, sondern hatte auch die unglückliche, aber arglose
Maladresse, eine für die seinigen nachtheilige Parallele anzustellen, ja
sogar diejenigen anzugreifen, die mir gewidmet waren, welche die
Freundschaft für mich inspirirt hatte. Das traf sein Gemüth; ich sage
sein Gemüth, denn gewiß wurde dieses mehr verlezt als der poetische
Egoism. Schiller wurde nicht kalt, denn kalt konnte er nicht seyn, aber
er zog sich mit einer zerknirschten Empfindung von mir ab, an die ich
noch jezt mit einer sehr schmerzhaften denke; denn was einst ein Herz
kränkte, ist in keiner nachfolgenden Zeit für kindisch und unbedeutend
zu halten. – Er schrieb mir einen sehr langen Brief, worin seine ganze
Seele in Aufruhr war; nie ist eine totale Brouillerie zwischen
Verliebten so effektvoll geschrieben worden (dieser Brief nebst mehreren
andern ist mir auf eine recht heillose Art abhanden gekommen). Ich
antwortete verweisend, daß er meine Meinung falsch ausgelegt etc.; aber
– die Verstimmung blieb, ohne je ein Wort mehr mit einander zu sprechen,
bis zu meinem kurz nachher erfolgten Austritt aus der Akademie.“ Auch
Scharffensteins Antwort ist verschollen, ebenso wie ein späterer Brief
und Schillers Antwort, die er erwähnt.
Briefverkehr
|
|