Friedrich
Schiller

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Johann Wolfgang von Goethe an Schiller

Hier, mein Werthester, die Elegien. Die zwei sind ausgelassen. Die angezeichnete Stelle1) in der sechsten habe ich stehen lassen. Man versteht sie nicht, das ist wohl wahr; aber man braucht ja auch Noten, zu einem alten nicht allein, sondern auch zu einem benachbarten Schriftsteller.

2) Wolfs Vorrede zur Ilias habe ich gelesen, sie ist interessant genug, hat mich aber schlecht erbaut. Die Idee mag gut sein und die Bemühung ist respektabel, wenn nur nicht diese Herrn, um ihre schwachen Flanken zu decken, gelegentlich die fruchtbarsten Gärten des ästhetischen Reichs verwüsten und in leidige Verschanzungen verwandeln müßten. Und am Ende ist mehr subjektives als man denkt in diesem ganzen Krame. Ich freue mich bald mit Ihnen darüber zu sprechen. Eine tüchtige Epistel habe ich diesen Freunden dereinst zugedacht3).

Herr v. Humboldt hat uns durch seinen Besuch gestern aufs angenehmste überrascht. Grüßen Sie ihn aufs beste.

Leben Sie recht wohl. Die übrigen Elegien folgen, und ich, will's Gott, bald auch4).

Weimar den 17. Mai 1795.

G.

Die Einrichtung des Drucks überlasse ich Ihnen ganz. Vielleicht lassen sie sich noch5) schicklich rücken.

 
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