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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 919. 920. 921. 922. 923. 924. 925. 926. 927. 928. 929. 930. 931. 932. 933. 934. 935. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
927. NachtDa näherte sich Selim dem vermeintlichen König, küsste die Erde vor ihm, und erzählte seine Geschichte bis zu der Zeit, wo er mit seiner Schwester Selma in die Stadt kam. Ferner, wie er in die Hände des Kochs kam, und die Qualen, die er bei ihm auszustehen hatte, bis er ihn endlich mit seinem Bruder nach Indien schickte, wo er verkauft wurde. Dann seine Heirat dort, und wie er König geworden, und wie er nicht glücklich sein konnte, als bis er seine Schwester wieder gefunden hätte. Wie er nun zum zweiten Mal in die Hände des Kochs fiel, seine neuen Qualen, die er bei ihm ausgestanden, und seine Krankheit. nachdem er seine Erzählung geendet hatte, trat seine Frau hervor, erzählte ebenfalls ihre Geschichte, von dem Augenblick an, wo ihre Mutter ihm von dem Bruder des Kochs gekauft hatte, bis zu ihrer Ankunft in dieser Stadt. Als sie nun geendet hatte, trat der Koch auf und sprach: "Was gibt es doch für schlechte Leute! Diese Frau bringt Lügen gegen mich auf. Dieser junge Mann da, den ich selber erzogen habe, ist der Sohn einer meiner Sklavinnen. Er ist mir entflohen, und ich habe ihn wieder eingeholt." Nachdem Selma dies alles angehört hatte, sprach sie zum Koch: "Nur die Gerechtigkeit soll zwischen Euch entscheiden." Hierauf ließ sie die Anwesenden abtreten, und sagte sodann zu ihrem Bruder: "Deine Aussage halte ich für wahr. Gott sei gelobt, dass er Dich mit Deiner Frau wieder vereinigt hat. Nimm also Deine Gattin, kehre mit ihr in Dein Land zurück, höre zugleich auf, wegen Deiner Schwester Selma nachzuforschen, und reise in Frieden." Da erwiderte Selim: "Bei Gott, ich werde nicht ablassen, meine Schwester zu suchen, so lange ich lebe. Vielleicht, so Gott will, finde ich sie noch." Hierbei erinnerte er sich ihrer nochmals sehr zärtlich, und sagte folgende Verse her: "O Du, der Du mein Herz tadelst, wenn Du doch
empfunden hättest, was mein Herz empfindet! Als seine Schwester Selma dieses hörte, konnte sie sich nicht mehr beherrschen, sondern sie warf sich in seine Arme, und entdeckte ihm ihren ganzen Zustand. Er dagegen, als er sie nun ebenfalls erkannte, wurde vor Freude ohnmächtig. Als er wieder zu sich gekommen war, sagte er: "Gelobt sei Gott, der Spender der Wohltaten." Hierauf klagte einer dem anderen die Leiden, die er während dieser Trennung ausgestanden hatte. Seine Gattin war besonders über dieses Ereignis ganz erstaunt. Sie lobt die Ausdauer seiner Schwester, und ihren Mut, und fügte dann hinzu: "Bei Gott, meine Königin, alle Freude, die wir jetzt empfinden, haben wir Dir zu verdanken. Gott sei gepriesen, dass wir Dich kennen gelernt haben." |
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