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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 542. 543. 544. 545. 546. 547. 548. 549. 550. 551. 552. 553. 554. 555. 556. 557. 558. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
550. NachtDie Königin von Waak al Waak sagte endlich ihrer Schwester und ihrem Schwager Lebewohl, und nach zärtlichen Umarmungen, trennten sich die sieglosen und sieghaften Geisterscharen, vollkommen zufrieden miteinander. Asem und die Seinigen nahmen nun ihren Weg nach der Wohnung Abd al Süllybs, wo sie mit Hilfe der Geister und des Balls in wenigen Tagen anlangten. Der Greis empfing sie freundlich, und bewirtete sie mehrere Tage mit großer Pracht. Die Erzählung von Asems Fahrten ergötzte ihn sehr, und vor allen machte die Geschichte von der Kappe, der Trommel und dem Ball ihm großes Vergnügen. Asem glaubte, in der Folge dieser drei Stücke nicht mehr zu bedürfen, und bat Abd al Süllyb, die Kappe zum Zeichen seiner Erkenntlichkeit anzunehmen. Der Greis empfing sie mit Vergnügen, und machte ihm Gegengeschenke von sehr hohem Wert. Die beiden Gatten setzten ihren Weg fort, und hielten nicht eher an, als bei der Wohnung Abd al Kuddus, welcher sie ebenso gastlich aufnahm, wie sein Bruder. Die Erzählung von Asems wunderbaren Abenteuern ergötzte ihn nicht minder. Mit Freuden nahm er die ihm gebotene Zaubertrommel an, und versprach, sie stets zu seinen Diensten bereit zu halten, wenn er ihrer noch jemals bedürfen sollte. Als Asem sich dem Palast der Schwestern näherte, sah er sie schon ihm entgegen kommen. Ihre zärtliche Besorgnis hatte ihnen, seit seiner Abreise nach den Inseln Waak al Waak, keinen Augenblick Ruhe gelassen. Bei seinem Wiedersehen brachten sie in freudiges Entzücken aus, und im Triumph führten sie beide Gatten in ihren Palast, wo prachtvolle Feste sie erwarteten. Asem hatte alle Mühe von der Welt, seien liebenswürdigen Beschützerinnen und ihren reizenden Wohnort zu verlassen. Hier war es, wo er seine Vielgeliebte zuerst gesehen und sie geheiratet hatte, und die Erinnerungen seiner Liebe und seines Glückes verliehen diesem Ort einen Zauber, welchen er nirgendwo anders finden konnte. Man musste sich endlich jedoch trennen. Der Zauberball wurde den Schwestern dargeboten, welche sich vornahmen, davon Gebrauch zu machen, um manchmal Asem und seine Gattin zu besuchen; damit wurde das letzte Lebewohl gesagt. Sie reisten nun ohne Aufenthalt bis Balsora. Nichts vermochte die Freude auszudrücken, welche die Mutter Asems beim Wiedersehen ihres Sohnes empfand, den sie schon verloren glaubte und so lange beweinte. Die Wirkung dieser Freude war so groß, dass sie, die vom unaufhörlichen Weinen erblindet war, in einem Augenblick geheilt wurde, und ihr Gesicht wieder erhielt, welches alle Anstrengungen der Kunst ihr nicht wiederzugeben vermocht hatten1). Dieses Ereignis wurde als ein großes Wunder angesehen: Das Gerücht davon kam auch zu den Ohren des Kalifen Harun Arreschyd, welcher, neugierig nach der Bekanntschaft so ungewöhnlicher Leute, wie Asem und die Prinzessin von Waak al Waak, hin sandte und sie bewillkommnen ließ, wie schon die ganze Stadt getan hatte. Zugleich ließ er Asem entbieten, vor ihm zu erscheinen, und seine Gattin zu der Fürstin Sobeïde zu führen, welche vor Verlangen brannte, sie wieder zu sehen. Asem gehorchte. Als er vor Harun trat, verneigte er sich ehrfurchtsvoll, und nachdem der Fürst einen seiner Schreiber hatte hereinkommen lassen, begann Asem seine Geschichte; und seine Erzählung verwunderte den Kalifen dermaßen, dass er den Erzähler mehrmals unterbrach, und dem Schreiber befahl, ja nichts auszulassen, und keinen Umstand dieser wunderbaren Abenteuer zu verändern. 1) Auf ähnliche Weise hat, nach der Legende im Koran, der Erzvater Jakob sein Gesicht wieder bekommen, nachdem er vom Weinen über den Verlust seines Sohnes Joseph blind geworden war. |
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