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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 272. 273. 274. 275. 276. 277. 278. 279. 280. 281. 282. 283. 284. 285. 286. 287. 288. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
280. Nacht"Mein Sohn," antwortete die Königin Gülnare, "wenn die Prinzessin Giäuhare allein auf der Welt im Stand ist, dich glücklich zu machen, so will ich mich keineswegs eurer Vereinigung widersetzen, wenn sie möglich zu machen ist. Der König, dein Onkel, darf nur den König von Smandal herkommen lassen, und wir werden alsbald vernehmen, ob er noch immer so unbeugsam ist wie bisher." Wie eng auch der König von Samandal bis jetzt, seit seiner Gefangennehmung auf Befehl des Königs Saleh, bewacht worden, nichts desto weniger war er immer mit vieler Achtung behandelt worden, und er hatte sich mit den Offizieren, die ihn bewachten, auf einen freundlichen Fuß gesetzt. Der König Saleh ließ nun ein Feuerbecken bringen, warf eine gewisse Mischung hinein, und sprach dabei geheimnisvolle Worte aus. Sobald der Rauch anfing emporzusteigen, erschütterte der Palast, und man sah alsbald den König von Samandal, in Begleitung der Offiziere des Königs Saleh, erscheinen. "Der König von Persien warf sich sogleich ihm zu Füßen, und mit einem Knie auf der Erde, sprach er zu ihm: "Herr, es ist nicht mehr der König Saleh, der Euer Majestät um die Ehre einer Verbindung mit euch für den König von Persien bittet: Es ist dieser König von Persien selber, der euch um diese Gnade anfleht. Ich kann mich nicht überzeugen, dass ihr den Tod eines Königs wollt, der nicht mehr leben kann, ohne die liebenswürdige Prinzessin Giäuhare." Der König von Samandal duldete den König von Persien nicht länger zu seinen Füßen. Er umarmte ihn, und nötigte ihn, aufzustehen. "Herr," sprach er darauf, "es sollte mir sehr leid tun, irgend etwas zu dem Tod eines Königs beigetragen zu haben, der so würdig ist zu leben. Ist es wahr, dass ein so kostbares Leben nicht ohne den Besitz meiner Tochter kann erhalten werden, so lebt, Herr, sie ist die eurige. Sie ist immer meinem Willen sehr gehorsam gewesen, und ich glaube nicht, dass sie sich diesmal widersetzen wird." Nach diesen Worten befahl er einem seiner Offiziere, welche der König Saleh ihm gelassen hatte, die Prinzessin Giäuhare aufzusuchen, und sie unverzüglich herzuführen. Die Prinzessin Giäuhare war stets an demselben Ort geblieben, wo der König von Persien sie angetroffen hatte. Der Offizier fand sie dort, und bald sah man ihn mit ihr und ihren Frauen zurückkommen. Der König von Samandal umarmte die Prinzessin, und sprach zu ihr: "Meine Tochter, ich habe dir einen Gemahl erwählt: Es ist der König von Persien, den du hier siehst, der vollkommenste Fürst, welcher gegenwärtig in der ganzen Welt zu finden ist. Der Vorzug, welchen er dir vor allen andern Prinzessinnen gegeben hat, verpflichtet mich und dich, ihm dafür unsere Erkenntlichkeit zu beweisen." "Herr Vater," antwortete die Prinzessin Giäuhare, "Euer Majestät weiß wohl, dass ich es niemals an dem schuldigem Gehorsam habe fehlen lassen, in allem, was ihr von mir gefordert habt. Ich bin auch jetzt bereit, euch zu gehorchen. Ich hoffe, der König von Persien wird mir gern die üble Behandlung verzeihen, welche ihm von mir widerfahren ist. Ich glaube, er ist billig genug, um sie nur dem Drang meiner kindlichen Pflicht zuzurechnen." Die Hochzeit wurde in dem Palast der Zauberstadt mit umso größerer Festlichkeit gefeiert, als alle Liebhaber der Zauberkönigin im Augenblick ihres Todes ihre erste Gestalt wieder angenommen hatten und gekommen waren, dem König von Persien, der Königin Gülnare und dem König Saleh dafür zu danken, und nun an dem Fest teilnahmen. Es waren sämtlich Königssöhne und Prinzen, oder doch sonst von vornehmen Stand. Der König Saleh endlich führte den König von Samandal nach seinem Königreich zurück, und setzte ihn wieder auf den Thron. Der König von Persien, der jetzt auf dem Gipfel seiner Wünsche war, kehrte mit seiner Gemahlin und der Königin Gülnare nach der Hauptstadt von Persien zurück. Die Königin Farasche und die Prinzessinnen begleiteten sie, und blieben dort, bis der König Saleh sie abzuholen kam, und sie in sein Reich unter den Fluten des Meeres heimführte. |
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