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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 198. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 205. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
197. Nacht"Herr, als Ebn Thaher den Prinzen von Persien so reden hörte, antwortete er ihm: "Herr, wollte Gott, dass ich euch ebenso gewisse Versicherungen über den glücklichen Erfolg eurer Liebe geben könnte, als über die Sicherheit eures Lebens! Obgleich dieser prächtige Palast dem Kalifen gehört, der ihn eigens für Schemselnihar hat bauen lassen, unter dem Namen: Palast der ewigen Freuden, als einen Teil seines eigenen Palastes, nichts desto weniger müsst ihr wissen, dass diese Frau darin in vollkommener Freiheit lebt. Sie ist nicht von Verschnittenen umgeben, die über alle ihre Handlungen wachen. Sie hat ihr eigenes Hausgesinde, worüber sie unbeschränkt schaltet. Sie geht aus in die Stadt, ohne jemand um Erlaubnis zu fragen. sie kommt wieder, wann es ihr beliebt und niemals besucht sie der Kalif, ohne Mesrur, das Oberhaupt seiner Verschnittenen, voraus zu senden, sie davon zu benachrichtigen, um sie auf seinen Empfang vorzubereiten. Also dürft ihr ganz ruhig sein, und alle eure Aufmerksamkeit auf das Konzert richten, womit, wie ich sehe, Schemselnihar euch beehren will." Indem Ebn Thaher diese Rede endigte, sahen sie die vertraute Sklavin der Favoritin kommen, die den vor ihnen sitzenden Frauen den Befehl erteilte, zu singen und ihre Instrumente zu spielen. Sogleich spielten alle zusammen, wie zum Eingang, und nachdem sie eine Weile so gespielt hatten, fing eine allein an zu singen, und begleitete ihre Stimme mit einer Laute, welche sie bewunderungswürdig schön spielte. Sie sang mit wohllautender Stimme folgende Verse: "O Schönheit, zu welcher die Liebe in meinem Herzen
mit jedem Augenblick wächst, herrsche über mich, wie dir es beliebt; Da sie angewiesen war, über welchen Gegenstand sie singen sollte, so waren ihre Worte so übereinstimmend mit den Empfindungen des Prinzen von Persien, dass er sich nicht enthalten konnte, am Ende des Gesanges seinen Beifall auszudrücken. "Ist es möglich," rief er aus, "dass ihr die Gabe habt, in die Herzen einzudringen, und dass eure Kunde von dem, was in dem meinen vorgeht, euch veranlasst habe, uns eure reizende Stimme in diesem Gesang hören zu lassen? Ich vermöchte mich selber nicht anders auszudrücken." Die Sängerin antwortete nichts auf die Anrede. Sie fuhr fort, und sang noch folgende Verse: "Ich bin von Liebe für sie entbrannt, ohne je
gewusst zu haben, was Liebe ist. Der Prinz wurde hierdurch so gerührt, dass er die Worte mit Tränen in den Augen wiederholte; was genügsam zu erkennen gab, dass er den Sinn derselben auf sich anwendete. Als sie alle ihre Verse gesungen hatte, stand sie mit ihren Begleiterinnen auf, und alle zusammen stimmten folgenden Gesang an: "Gott ist groß! Das bedeutete, dass Schemselnihar nun erscheinen, und der Prinz von Persien alsbald das Vergnügen haben würde, sie zu sehen. In der Tat bemerkten Ebn Thaher und der Prinz von Persien, indem sie nach der Seite des Hofes hinblickten, dass die vertraute Sklavin sich näherte, in Begleitung von zehn schwarzen Frauen, die mit vieler Mühe einen großen, bewunderungswürdigen gearbeiteten Thron von gediegenem Silber trugen, welchen sie in einer gewissen Entfernung vor ihnen hinsetzen ließ; worauf die schwarzen Sklavinnen sich hinter die Bäume am Anfang eines Ganges zurückzogen. Demnächst kamen zwanzig, sämtlich schöne und sehr reich und auf gleiche Weise gekleidete Frauen, in zwei Reihen daher, jede mit einem Instrument, auf welchem sie spielten und dazu fangen, und stellten sich so zu beiden Seiten des Thrones. Alle diese Dinge fesselten die Aufmerksamkeit des Prinzen von Persien und Ebn Thahers umso mehr, als die beiden begierig waren, zu sehen, womit sie beschließen würden. Endlich sahen sie an derselben Türe, aus welcher die zehn schwarzen Weiber mit dem silbernen Thron, und die folgenden zwanzig Sängerinnen gekommen waren, zehn andere gleich schöne und reich gekleidete Frauen erscheinen, welche einige Augenblicke dort still standen. Sie erwarteten ihre Herrin, die endlich erschien und in ihre Mitte trat ..." Der Tag, welcher schon das Gemach Schachriars zu erhellen begann, legte Scheherasade Stillschweigen auf. In der folgenden Nacht fuhr sie also fort: |
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