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Homepage Literatur Max Habicht 1001 Nacht Vorgeschichte Der Esel, der Ochs und der Bauer Nächte ... 138. 139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147. 148. 149. 150. 151. 152. 153. 154. ... Inhalt nach Titel Inhalt nach Nummer |
146. NachtDie Dame setzte sich in meinen Laden, und da sie sah, dass außer dem Verschnittenen und mir noch niemand in dem ganzen Besasthan war, so entschleierte sie sich das Gesicht, um frische Luft zu schöpfen. Niemals habe ich etwas so Schönes gesehen: Sie sehen und leidenschaftlich lieben, war eins für mich. Immer hatte ich die Augen auf sie geheftet. Es schien mir, dass meine Aufmerksamkeit ihr nicht unangenehm war, denn sie ließ mir Zeit, sie nach Bequemlichkeit zu betrachten, und sie verschleierte das Gesicht erst, als die Furcht, bemerkt zu werden, sie dazu nötigte. Nachdem sie sich wieder in den vorigen Zustand versetzt hatte, sagte sie zu mir, dass sie mehrere Gattungen der schönsten und reichsten Stoffe suchte, die sie mir nannte und mich frage, ob ich sie vorrätig hätte. "Ach gnädige Frau," antwortete ich ihr, "ich bin ein junger Kaufmann, der erst seit kurzem seinen Handel eingerichtet hat. Ich bin nicht reich genug, um ein so bedeutendes Geschäft zu treiben, und es ist mir sehr schmerzlich, dass ich euch von dem, was euch auf den Besasthan geführt hat, nichts vorweisen kann. Um euch aber die Mühe zu ersparen, von Laden zu Laden zu gehen, werde ich, wenn ihr es mir erlaubt, sobald die Kaufleute sich eingefunden haben, alles, was ihr verlangt, bei ihnen zu holen: Sie werden mir den genausten Preis sagen, und ihr könnt, ohne weiter zu gehen, hier eure Einkäufe besorgen." Sie willigte darein, und ich hatte mit ihr eine Unterhaltung, die um so länger dauerte, als ich sie glauben machte, dass die Kaufleute, welche die verlangten Stoffe hätten, noch nicht angelangt wären. Ihr Geist bezauberte mich nicht minder, als die Schönheit ihres Gesichts, aber ich musste mich am Ende doch des Vergnügens der Unterhaltung berauben. Ich eilte, die von ihr verlangten Stoffe zu holen; und als sie diejenigen, welche ihr am besten gefielen, ausgesucht hatte, so setzten wir den Preis auf fünftausend Drachmen gemünzten Silbers fest. Sie stand sodann auf und ging fort, nachdem sie Abschied von mir genommen hatte. Ich begleitete sie mit den Augen bis an die Pforte des Besasthan, und hörte nicht auf, sie zu betrachten, bis sie wieder auf ihrer Mauleselin saß. Kaum war die Dame verschwunden, als mir einfiel, dass die Liebe mich hatte ein Torheit begehen lassen. Sie hatte mir so den Kopf verwirrt, dass ich nicht darauf geachtet hatte, dass die Dame fort gegangen war, ohne zu bezahlen, und dass ich nicht einmal danach gefragt hatte, wer sie wäre und wo sie wohnte. Ich bedachte zugleich, dass ich nun mehreren Kaufleuten, die vielleicht nicht die Geduld haben würden zu warten, eine beträchtliche Summe schuldig wäre. Ich ging, mich bei ihnen bestmöglichst zu entschuldigen, indem ich ihnen sagte, dass ich die Dame kenne. Ich kehrte hierauf, eben so verliebt, als wegen einer so großen Schuld verlegen, in meinen Laden zurück. |
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