Goethe

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Söhne Megaprazons

Feradeddin und Kolaila

Eine orientalische Oper

Personen

Behram, Kaiser.
Abdalla, Maler.
Kolaila, dessen Pflegetochter.
Feradeddin, Handelsmann.
Envari, Soldat.
Demna, seine Geliebte.
Wächter. Mobede. Volk. Erdgeister. Feuergeister. Luftgeister. Wassergeister. Szene in Ispahan. – Zeit der Götzendiener.


Erster Akt

1.

(Atelier.)

Erdgeister, aufräumend. Abdalla. Szene. Einleitung. Zu ihm Feradeddin.

2.

(Säle.)

Kolaila. Sklavinnen. Exposition. Arie. Chor. Kolaila. Mobede.

Kolaila und Behram. Mobede. Chor.

   Glanzreich nahet und erfreut
Die ersehnte Tagesfeier,
Denn gestickt ist nun der Schleier,
Und der Schleier ist geweiht.

3.

(Straße.)

Envari und Feuergeister. Zu ihm Abdalla und Feradeddin.
Exposition. Teilnahme. Autodafé-Zug. Demna verurteilt.

Großes Quartett und Chor.

4.

(Vorhalle des Brunnens.)

Wächter. Zu ihm Envari, Abdalla, Feradeddin.

Quartett.

      Und wenn du weich und menschlich bist,
   Die Geister werden freundlich sein.

Feradeddin.
Soll ich wagen?

Undene.
Wage! Wage!

Feradeddin.
Selbst das Kühnste?

Undene.
Wage! Wage!
Kühnes bleibt des Wagens wert.


Zweiter Akt

1.

(Schlafzimmer. Nacht.)

Sylphiden. Kolaila träumend. Feradeddin. Zu zwei.

2.

(Säle.)

Feradeddin. Wache. Zu ihm Mobede.
Zu ihnen Sultan. Zu ihnen Kolaila. Verdammung.

3.

(Synderuths Grüfte.)

Demna. Wassergeist. Zu ihr Envari. Zu ihr Kolaila.
Zu ihnen die drei. Der Wächter. Kahn. Abfahrt.

   Da draußen ich darf nicht
Die Straßen verheeren.
Nicht soll mir im Busen
Der Jammer sich mehren,
Mag immer Unordnung,
Die alberne, sein.
Was rechtlich und ordentlich,
Ist mir verhasst.
Ja, so alles will ich zerschlagen,
Nur im Wüten ist es zu ertragen.
Dieses Leidens unendliche Last.

   Was findest du?
So reinlich
Du hast das alles
Selbst geordnet
Nach alter glücklicher Weise.
Da saß die Gute
Vom höchsten Preise
Da! Da! Da!

   Dass ich es geordnet,
Das hab’ ich vergessen.
O Armer, vermessen,
Du bist es im Schmerze,
Du warst es im Glück.

Ist sie schuldig, ist sie’s nicht?

Armenier.
Nein, das Mädchen ist nicht schuldig,
Schuldig ist der Aberglaube,
Aber Liebe, rein wie Taube,
Sieht dem Richter ins Gesicht.

Wächter.
Und ich will das Mädchen retten.

Soldat.
Rette sie, wir selbst, wir retten
Sie, sofern du grausam bist.

Armenier.
Und die Gaben, die Gefäße,
Die Juwelen!

   Weg, ihr Verruchten!
   Schätze! Verfluchten!
   Höret die Tone,
   Geistiger Schöne
   Lieblichen Hauch;
   Retten Undenen, so rett’ ich sie auch.
   Sagen die reinlichen soll ich

   Bringet ins Feuchte,
   Bringet die Leuchte
   Reiner Gedanken! –
   Fürchtende Schwangen [?],
   Selige Lieben,
   Kommet, getrieben
   Von irdischer Qual,
   In den erwässerten
   Herrlichen Saal!

   Rettet und haltet,
   Bringt die Geliebte …

Ü   Þ

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