Johann Wolfgang von Goethe

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Werke - Naturwissenschaftliche Schriften

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            Zur Farbenlehre
               Zueignung
               Vorwort
               Inhalt
               Didaktischer Theil

                  Einleitung
                     1. Physiol. F.
                        I.
                        II.
                        III.
                        IV.
                        V.
                        VI.
                        VII.
                        VIII.
                        Path F.
                     2. Phys. F.
                     3. Chem. F.
                     4. Allg. Ans.
                     5. Verhältnisse
                     6. Wirkung
                     Zugabe
               
     Schlusswort
                  Polemischer Theil
                     Einleitung
                     Zwischenrede
                     New. Optik 1.
                     New. Optik 2.
                  Abschluß
                  Tafeln

Erste Abtheilung. Physiologische Farben.

1.

Diese Farben, welche wir billig obenan setzen, weil sie dem Subject, weil sie dem Auge, theils völlig, theils größtens zugehören, diese Farben, welche das Fundament der ganzen Lehre machen und uns die chromatische Harmonie, worüber so viel gestritten wird, offenbaren, wurden bisher als außerwesentlich, zufällig, als Täuschung und Gebrechen betrachtet. Die Erscheinungen derselben sind von frühern Zeiten her bekannt, aber weil man ihre Flüchtigkeit nicht haschen konnte, so verbannte man sie in das Reich der schädlichen Gespenster und bezeichnete sie in diesem Sinne gar verschiedentlich.

2.

Also heißen sie colores adventicii nach Boyle, imaginarii und phantastici nach Rizzetti, nach Buffon couleurs accidentelles, nach Scherffer Scheinfarben; Augentäuschungen und Gesichtsbetrug nach mehreren, nach Hamberger vitia fugitiva, nach Darwin ocular spectra.

3.

Wir haben sie physiologische genannt, weil sie dem gesunden Auge angehören, weil wir sie als die nothwendigen Bedingungen des Sehens betrachten, auf dessen lebendiges Wechselwirken in sich selbst und nach außen sie hindeuten.

4.

Wir fügen ihnen sogleich die pathologischen hinzu, welche, wie jeder abnorme Zustand auf den gesetzlichen, so auch hier auf die physiologischen Farben eine vollkommenere Einsicht verbreiten.

Ü   Þ

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