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Die guten Weiber

   Henriette war mit Armidoro schon einige Zeit in dem Garten auf und ab spaziert, in welchem sich der Sommerklub zu versammeln pflegte. Oft fanden sich diese beiden zuerst ein; sie hegten gegeneinander die heiterste Neigung und nährten bei einem reinen gesitteten Umgang die angenehmsten Hoffnungen einer künftigen dauerhaften Verbindung.

   Die lebhafte Henriette sah kaum in der Ferne Amalien nach dem Lusthause gehen, als sie eilte, ihre Freundin zu begrüßen. Amalie hatte sich eben im Vorzimmer an den Tisch gesetzt, auf dem Journale, Zeitungen und andere Neuigkeiten ausgebreitet lagen.

   Amalie brachte hier manchen Abend mit Lesen zu, ohne sich durch das Hin- und Widergehn der Gesellschaft, das Klappern der Marken und die gewöhnliche laute Unterhaltung der Spieler im Saale irren zu lassen. Sie sprach wenig, außer wenn sie ihre Meinung einer andern entgegensetzte. Henriette dagegen war mit ihren Worten nicht karg, mit allem zufrieden und mit dem Lobe frisch bei der Hand.

   Ein Freund des Herausgebers, den wir Sinklair nennen wollen, trat zu den beiden. „Was bringen Sie Neues?“, rief Henriette ihm entgegen.

   „Sie ahnen es wohl kaum,“ versetzte Sinklair, indem er sein Portefeuille herauszog. „Und wenn ich Ihnen auch sage, dass ich die Kupfer zum diesjährigen Damenkalender bringe, so werden Sie die Gegenstände derselben doch nicht erraten; ja, wenn ich weiter gehe und Ihnen eröffne, dass in zwölf Abteilungen Frauenzimmer vorgestellt sind –“

   „Nun!“, fiel Henriette ihm in das Wort, „es scheint, Sie wollen unserm Scharfsinn nichts übrig lassen. Sogar, wenn ich nicht irre, tun Sie mir es zum Possen, da Sie wissen, dass ich gern Scharaden und Rätsel entwickele, gern das, was einer sich denkt, ausfragen mag. Also zwölf Frauenzimmer-Charaktere, oder Begebenheiten, oder Anspielungen, oder was sonst zur Ehre unsere Geschlechts gereichen könnte?“

   Sinclair schwieg und lächelte, Amalie warf ihren stillen Blick auf ihn und sagte mit der feinen höhnischen Miene, die ihr so wohl steht: „Wenn ich sein Gesicht recht lese, so hat er etwas gegen uns in der Tasche. Die Männer wissen sich gar viel, wenn sie etwas finden können, was uns, wenigstens dem Scheine nach, herabsetzt.“

   Sinklair. „Sie sind gleich ernst, Amalie, und drohen bitter zu werden. Kaum wag’ ich, meine Blättchen Ihnen vorzulegen.“

   Henriette. „Nur heraus damit!“

   Sinklair. „Es sind Karikaturen.“

   Henriette. „Die liebe ich besonders.“

   Sinklair. „Abbildungen böser Weiber.“

   Henriette. „Desto besser! Darunter gehören wir nicht. Wir wollen uns unsere leidigen Schwestern im Bilde so wenig zu Gemüte ziehen als die in der Gesellschaft.“

   Sinklair. „Soll ich?“

   Henriette. „Nur immer zu!“

   Sie nahm ihm die Brieftasche weg, zog die Bilder heraus, breitete die sechs Blättchen vor sich auf den Tisch aus, überlief sie schnell mit dem Auge und rückte daran hin und her, wie man zu tun pflegt, wenn man die Karte schlägt. „Vortrefflich!“, rief sie, „das heiß’ ich nach dem Leben! Hier diese, mit dem Schnupftabaksfinger unter der Nase, gleicht völlig der Mad. S., die wir heute Abend sehen werden; diese, mit der Katze, sieht beinahe aus wie meine Großtante; die mit dem Knaul hat was von unserer alten Putzmacherin. Es findet sich wohl zu jeder dieser hässlichen Figuren irgendein Original, nicht weniger zu den Männern. Einen solchen gebückten Magister hab’ ich irgendwo gesehen und eine Art von solchem Zwirnhalte rauch. Sie sind recht lustig, diese Küpferchen, und besonders hübsch gestochen.“

„Wie können Sie“, versetzte ruhig Amalie, die einen kalten Blick auf die Bilder warf und ihn sogleich wieder anwendete, „hier bestimmte Ähnlichkeiten aufsuchen! Das Hässliche gleicht dem Hässlichen, sowie das Schöne dem Schönen; von jenem wendet sich unser Geist ab, zu diesem wird er hingezogen.“

   Sinklair. „Aber Phantasie und Witz finden mehr ihre Rechnung, sich mit dem Hässlichen zu beschäftigen als mit dem Schönen. Aus dem Hässlichen lässt sich viel machen, aus dem Schönen nichts.“

   Aber dieses macht uns zu etwas, jenes vernichtet uns!“, sagte Armidoro, der im Fenster gestanden und von weitem zugehört hatte. Er ging, ohne sich dem Tische zu nähern, in das anstoßende Kabinett.

   Alle Klubgesellschaften haben ihre Epochen. Das Interesse der Gesellschaft aneinander, das gute Verhältnis der Personen zueinander ist steigend und fallend. Unser Klub hat diesen Sommer gerade seine schöne Zeit. Die Mitglieder sind meist gebildete, wenigstens mäßige und leidliche Menschen, sie schätzen wechselseitig ihren Wert und lassen den Unwert still auf sich beruhen. Jeder findet seine Unterhaltung, und das allgemeine Gespräch ist oft von der Art, dass man gern dabei verweilen mag.

   Eben kam Seyton mit seiner Frau, ein Mann, der erst in Handels-, dann in politischen Geschäften viel gereist hatte, angenehmen Umgangs, doch in größerer Gesellschaft meistens nur ein willkommener L’hombrespieler; seine Frau, liebenswürdig, eine gute treue Gattin, die ganz das Vertrauen ihres Mannes genoss. Sie fühlte sich glücklich, dass sie ungehindert eine lebhafte Sinnlichkeit heiter beschäftigen durfte. Einen Hausfreund konnte sie nicht entbehren, und Lustbarkeit und Zerstreuungen gaben ihr allein die Federkraft zu häuslichen Tugenden.

   Wir behandeln unsere Leser als Fremde, als Klubgäste, die wir vertraulich gern in der Geschwindigkeit mit der Gesellschaft bekannt machen möchten. Der Dichter soll uns seine Personen in ihren Handlungen darstellen, der Gesprächschreiber darf sich ja wohl kürzer fassen und sich und seinen Lesern durch eine allgemeine Schilderung geschwind über die Exposition weghelfen.

   Seyton trat zu dem Tisch und sah die Bilder an.

   „Hier entsteht“, sagte Henriette, „ein Streit für und gegen Karikatur. Zu welcher Seite wollen Sie sich schlagen?“ Ich erkläre mich dafür und fragte: „Hat nicht jedes Zerrbild etwas unwiderstehlich Anziehendes?“

   Amalie. „Hat nicht jede üble Nachrede, wenn sie über einen Abwesenden hergeht, etwas unglaublich Reizendes?“

   Henriette. „Macht ein solches Bild nicht einen unauslöschlichen Eindruck?“

   Amalie. „Das ist’s, warum ich sie verabscheue. Ist nicht der unauslöschliche Eindruck jedes Ekelhaften eben das, was uns in der Welt so oft verfolgt, uns mache gute Speise verdirbt und manchen guten Trunk vergällt?“

   Henriette. „Nun, so reden Sie doch, Seyton.“

   Seyton. „Ich würde zu einem Vergleich raten. Warum sollen Bilder besser sein als wir selbst? Unser Geist scheint auch zwei Seiten zu haben, die ohne einander nicht bestehen können. Licht und Finsternis, Gutes und Böses, Hohes und Tiefes, Edles und Niedriges und noch soviel andere Gegensätze scheinen, nur in veränderten Portionen, die Ingredienzien der menschlichen Natur zu sein; und wie kann ich einem Maler verdenken, wenn er einen Engel weiß, licht und schön gemalt hat, dass ihm einfällt, einen Teufel schwarz, finster und hässlich zu malen?“

   Amalie. „Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn nur nicht die Freunde der Verhässlichungskunst auch das in ihr Gebiet zögen, was bessern Regionen angehört.“

   Seyton. „Darin handeln sie, dünkt mich, ganz recht. Ziehen doch die Freunde der Verschönerungskunst auch zu sich hinüber, was ihnen kaum angehören kann.“

   Amalie. „Und doch werde ich den Verzerrern niemals verzeihen, dass sie mir die Bilder vorzüglicher Menschen so schändlich entstellen. Ich mag es machen, wie ich will, so muss ich mir den großen Pitt als einen stumpfnäsigen Besenstiel, und den in so manchem Betracht schätzenswerten Fox als ein vollgesacktes Schwein denken.“

   Henriette. „Das ist, was ich sagte. Alle solche Fratzenbilder drücke sich unauslöschlich ein, und ich leugne nicht, dass ich mir manchmal in Gedanken damit einen Spaß mache, diese Gespenster aufrufe und sie noch schlimmer verzerre.“

   Sinklair. „Lassen Sie sich doch, meine Damen, aus diesem allgemeinen Streit zur Betrachtung unserer armen Blättchen wieder herunter.“

   Seyton. „Ich sehe, hier ist die Hundeliebhaberei nicht zum erfreulichsten dargestellt.“

   Amalie. „Das mag hingehen, denn mir sind diese Tiere besonders zuwider.“

   Sinklair. „Erst gegen die Zerrbilder, dann gegen die Hunde.“

   Amalie. „Warum nicht? Sind doch Tiere nur Zerrbilder des Menschen.“

   Seyton. „Sie erinnern sich wohl, was ein Reisender von der Stadt Grätz erzählt: Dass er darin so viele Hunde und so viele stumme, halb alberne Menschen gefunden habe. Sollte es nicht möglich sein, dass der habituelle Anblick von bellenden unvernünftigen Tieren au fdie menschliche Generation einigen Einfluss haben könnte?“

   Sinklair. „Eine Ableitung unserer Leidenschaften und Neigungen ist der Umgang mit Tieren gewiss.“

   Amalie. „Und wenn die Vernunft, nach dem gemeinen deutschen Ausdruck manchmal stillstehen kann, so steht sie gewiss in Gegenwart der Hunde still.“

   Sinklair. „Glücklicherweise haben wir in der Gesellschaft niemand, der einen Hund begünstigte, als Mad. Seyton. Sie liebt ihr artiges Windspiel besonders.“

   Seyton. „Und dieses Geschöpf muss besonders mir, dem Gemahl, sehr lieb und wichtig sein.“

   Mad. Seyton drohte ihrem Gemahl von ferne mit aufgehobenem Finger.

   Seyton. „Es beweist, was Sie vorhin sagten, Sinklair, dass solche Geschöpfte die Neigungen ableiten. Darf ich, liebes Kind (so rief er seiner Frau zu), nicht unsere Geschichte erzählen? Sie macht uns beiden keine Schande.“

   Mad. Seyton gab durch einen freundlichen Wink ihre Einwilligung zu erkennen, und er fing an zu erzählen: „Wir beide liebten uns und hatten uns vorgenommen, einander zu heiraten, ehe als wir die Möglichkeit eines Etablissements voraussahen. Endlich zeigte sich eine sichere Hoffnung; allein ich musste noch eine Reise vornehmen, die mich länger, als ich wünschte, aufzuhalten drohte. Bei meiner Abreise ließ ich ihr mein Windspiel zurück. Es war sonst mit mir zu ihr gekommen, mit mir weggegangen, manchmal auch geblieben. Nun gehörte es ihr, war ein munterer Gesellschafter und deutete auf meine Wiederkunft. Zu Hause galt das Tier statt einer Unterhaltung; auf den Promenaden, wo wir so oft zusammen spaziert hatten, schien das Geschöpf mich aufzusuchen und, wenn es aus den Büschen sprang, mich anzukündigen. So täuschte sich meine leibe Meta eine Zeitlang mit dem Schein meiner Gegenwart, bis endlich, gerade zu der Zeit, da ich wiederzukommen hoffte, meine Abwesenheit sich doppelt zu verlängern drohte und das arme Geschöpft mit Tode abging.“

   Mad. Seyton. „Nun, liebes Männchen, hübsch redlich, artig und vernünftig erzählt!“

   Seyton. „Es steht dir frei, mein Kind, mich zu kontrollieren. Meiner Freundin schien ihre Wohnung leer, der Spaziergang uninteressant, der Hund, der sonst neben ihr lag, wenn sie an mich schrieb, war ihr, wie das Tier in dem Bild eines Evangelisten notwendig geworden, die Briefe wollten nicht mehr fließen. Zufällig fand sich ein junger Mann, der den Platz des vierfüßigen Gesellschafters zu Hause und auf den Promenaden übernehmen wollte. Genug, man mag so billig denken, als man will, die Sache stand gefährlich.“

   Mad. Seyton. „Ich muss dich nur gewähren lassen. Eine wahre Geschichte ist ohne Exaggeration selten erzählenswert.“

   Seyton. „Ein beiderseitiger Freund, den wir als stillen Menschenkenner und Herzenslenker zu schätzen wussten, war zurückgeblieben, besuchte sie manchmal und hatte die Veränderung gemerkt. Er beobachtete das gute Kind im stillen und kam eines Tages mit einem Widnspiel ins Zimmer, das dem ersten völlig glich. Die artige und herzliche Anrede, womit der Freund sein Geschenk begleitete, die unerwartete Erscheinung eines aus dem Grab gleichsam auferstandenen Günstlings, der stille Vorwurf, den sich ihr empfängliches Herz bei diesem Anblick machte, führten mein Bild auf einmal lebhaft wieder heran; der junge menschliche Stellvertreter wurde auf eine gute Weise entfernt, und der neue Günstling blieb ein steter Begleiter. Als ich nach meiner Wiederkunft meine Geliebte wieder in meine Arme schloss, hielt ich das Geschöpf noch für das alte und verwunderte mich nicht wenig, als es mich wie einen Fremden heftig anbellte. ‚Die modernen Hunde müssen kein so gutes Gedächtnis haben als die antiken!’, rief ich aus; ‚Ulyß wurde nach so langen Jahren von dem seinigen wieder erkannt, und dieser hier konnte mich in so kurzer Zeit vergessen lernen.’ – ‚Und doch hat er deine Penelope auf eine sonderbare Weise bewacht!’, versetzte sie, indem sie mir versprach, das Rätsel aufzulösen. Das geschah auch bald, denn ein heiteres Vertrauen hat von jeher das Glück unserer Verbindung gemacht.“

   Mad. Seyton. „Mit dieser Geschichte mag’s so bewenden. Wenn dir’s recht ist, so gehe ich noch eine Stunde spazieren; denn du wirst dich nun doch an den L’hombretisch setzen.“

   Er nickte ihr sein Ja zu; sie nahm den Arm ihres Hausfreundes an und ging nach der Tür. „Liebes Kind, nimm doch den Hund mit!“, rief er ihr nach. Die ganze Gesellschaft lächelte, und er musste mit lächeln, als er es gewahr ward, wie dieses absichtlose Wort so artig passte und jedermann darüber eine kleine, stille Schadenfreude empfand.

   Sinklair. „Sie haben von einem Hund erzählt, der glücklicherweise eine Verbindung befestigte; ich kann von einem andern sagen, dessen Einfluss zerstörend war. Auch ich liebte, auch ich verreiste, auch ich ließ eine Freundin zurück; nur mit dem Unterschied, dass ihr mein Wunsch, sie zu besitzen, noch unbekannt war. Endlich kehrte ich zurück. Die vielen Gegenstände, die ich gesehen hatte, lebten immerfort vor meiner Einbildungskraft; ich mochte gern, wie Rückkehrende pflegen, erzählen, ich hoffte auf die besondere Teilnahme meiner Freundin. Vor allen andern Menschen wollt eich ihr meine Erfahrungen und meine Vergnügungen mitteilen. Aber ich fand sie sehr lebhaft mit einem Hund beschäftigt. Tat sie es aus Geist des Widerspruchs, der manchmal das schöne Geschlecht beseelt, oder war es ein unglücklicher Zufall, genug, die liebenswürdigen Eigenschaften des Tiers, die artige Unterhaltung mit demselben, die Anhänglichkeit, der Zeitvertreib, kurz, was alles dazu gehören mag, waren das einzige Gespräch, womit sie einen Menschen unterhielt, der seit Jahr und Tag eine weit und breite Welt in sich aufgenommen hatte. Ich stockte, ich verstummte, ich erzählte so manches andern, was ich abwesend ihr immer gewidmet hatte; ich fühlte ein Missbehagen, ich entfernte mich, ich hatte unrecht und ward noch unbehaglicher. Genug, von der Zeit an ward unser Verhältnis immer kälter, und wenn es sich zuletzt gar zerschlug, so muss ich, wenigstens in meinem Herzen, die erste Schuld jenem Hund beimessen.

   Armidoro, der aus dem Kabinett wieder zur Gesellschaft getreten war, sagte, nachdem er diese Geschichte vernommen: „Es würde gewiss eine merkwürdige Sammlung geben, wenn man den Einfluss, den die geselligen Tiere auf den Menschen ausüben, in Geschichten darstellen wollte. In Erwartung, dass einst eine solche Sammlung gebildet werde, will ich erzählen, wie ein Hündchen zu einem tragischen Abenteuer Anlass gab.

   Ferrand und Cardano, zwei Edelleute, hatten von Jugend auf in einem freundschaftlichen Verhältnis gelebt. Pagen an einem Hof, Offiziere bei einem Regiment, hatten sie gar manches Abenteuer zusammen bestanden und sich aus dem Grund kennen gelernt. Cardano hatte Glück bei den Weibern, Ferrand im Spiel. Jener nutzte das seine mit Leichtsinn und Übermut, dieser mit Bedacht und Anhaltsamkeit.

   Zufällig hinterließ Cardano einer Dame in dem Moment, als ein genaues Verhältnis abbrach, einen kleinen schönen Löwenhund; er schaffte sich einen neuen und schenkte diesen einer andern, eben da er sie zu meiden gedachte; und von der Zeit an ward es Vorsatz, einer jeden Geliebten zum Abschied ein solches Hündchen zu hinterlassen. Ferrand wusste um diese Posse, ohne dass er jemals besonders aufmerksam darauf gewesen wäre.

   Beide Freunde wurden eine lange Zeit getrennt und fanden sich erst wieder zusammen, als Ferrand verheiratet war und auf seinen Gütern lebte. Cardano brachte einige Zeit teils bei ihm, teils in der Nachbarschaft zu und war auf diese Weise über ein Jahr in einer Gegend geblieben, in der er viel Freunde und Verwandte hatte.

   Einst sieht Ferrand bei seiner Frau ein allerliebstes Löwenhündchen, er nimmt es auf, es gefällt ihm besonders, er lobt, er streichelt es, und natürlich kommt er auf die Frage, woher sie das schöne Tier erhalten habe. Von Cardano, war die Antwort. Auf einmal bemächtigt sich die Erinnerung voriger Zeiten und Begebenheiten, das Andenken des frechen Kennzeichens, womit Cardano seinen Wankelmut zu begleiten pflegte, der Sinne des beleidigten Ehemanns, er fällt in Wut, er wirft das artige Tier unmittelbar aus seinen Liebkosungen mit Gewalt gegen die Erde, verlässt das schreiende Tier und die erschrockene Frau. Ein Zweikampf und mancherlei unangenehme Folgen, zwar keine Scheidung, aber eine stille Übereinkunft, sich abzusondern, und ein zerrüttetes Hauswesen machen den Beschluss dieser Geschichte.“

   Nicht ganz war diese Erzählung geendigt, als Eulalie in die Gesellschaft trat – ein Frauenzimmer, überall erwünscht, wo sie hinkam, eine der schönsten Zierden dieses Klubs, ein gebildeter Geist und eine glückliche Schriftstellerin.

   Man legte ihr die bösen Weiber vor, womit sich ein geschickter Künstler an dem schönen Geschlecht versündigt, und sie ward aufgefordert, sich ihrer bessern Schwestern anzunehmen.

   „Wahrscheinlich“, sagte Amalie, „wird nun auch eine Auslegung dieser liebenswürdigen Bilder den Almanach zieren! Wahrscheinlich wird es dem einen oder dem andern Schriftsteller nicht an Witz gebrechen, um das in Worten noch recht aufzudröseln, was der bildende Künstler hier in Darstellungen zusammen gewoben hat.“

   Sinklair, als Freund des Herausgebers, konnte weder die Bilder ganz fallen lassen, noch konnte er leugnen, dass hier und da eine Erklärung nötig sei, ja, dass ein Zerrbild ohne Erklärung gar nicht bestehen könne und erst dadurch gleichsam belebt werden müsse. Wie sehr sich auch der bildende Künstler bemüht, Witz zu zeigen, so ist er doch niemals dabei auf seinem Feld. Ein Zerrbild ohne Inschriften, ohne Erklärung ist gewissermaßen stumm, es wird erst etwas durch die Sprache.

   Amalie. „So lassen Sie denn auch dieses kleine Bild hier durch die Sprache etwas werden! Ein Frauenzimmer ist in einem Lehnsessel eingeschlafen, wie es scheint, über dem Schreiben; ein anderes, das dabei steht, reicht ihr eine Dose oder sonst ein Gefäß hin und weint. Was soll das vorstellen?“

Die bösen Weiber
Zwei Kupfer aus Cottas Taschenbuch
für Damen auf das Jahr 1801

   Sinklair. „So soll ich also doch den Erklärer machen, obgleich die Damen weder gegen die Zerrbilder noch gegen ihre Erklärer gut gesinnt zu sein scheinen? Hier soll, wie man mir sagte, eine Schriftstellerin vorgestellt sein, welche nachts zu schreiben pflegte, sich von ihrem Kammermädchen das Tintenfass halten ließ und das gute Kind zwang, in dieser Stellung zu verharren, wenn auch selbst der Schlaf ihre Gebieterin überwältigt und diesen Dienst unnütz gemacht hatte. Die Dame wollte beim Erwachen den Faden ihrer Gedanken und Vorstellungen sowie Feder und Tinte sogleich wieder finden.“

   Arbon, ein denkender Künstler, der mit Eulalie gekommen war, machte der Darstellung, wie sie das Blatt zeigte, den Krieg. Wenn man, so sagte er, ja diese Begebenheit, oder wie man es nennen will, darstellen wollte, so musste man sich anders dabei benehmen.

   Henriette. „Nun lassen Sie uns das Bild geschwind aufs neue komponieren.“

   Arbon. „Lassen Sie uns vorher den Gegenstand genau betrachten. Dass jemand sich beim Schreiben das Tintenfass halten lässt, ist ganz natürlich, wenn die Umstände von der Art sind, dass er es nirgends hinsetzen kann. So hielt Brantomes Großmutter der Königin von Navarra das Tintenfass, wenn diese, in ihrer Sänfte sitzend, die Geschichten aufschrieb, die wir noch mit so vielem Vergnügen lesen. Dass jemand, der im Bett schreibt, sich das Tintenfass halten lässt, ist abermals der Sache gemäß. Genug, schöne Henriette, die Sie so gern fragen und raten, was musste der Künstler vor allen Dingen tun, wenn er diesen Gegenstand behandeln wollte?“

   Henriette. „Er musste den Tisch verbannen, er musste die Schlafende so setzen, dass in ihrer Nähe sich nichts befand, wo das Tintenfass stehen konnte.“

   Arbon. „Gut! Ich hätte sie in einem der gepolsterten Lehnsessel vorgestellt, die man, wenn ich nicht irre, sonst Bergeren nannte, und zwar neben einem Kamin, so dass man sie von vorn gesehen hätte. Es wird supponiert, dass sie auf dem Knie geschrieben habe; denn gewöhnlich, wer andern das Unbequeme zumutet, macht sich’s selbst unbequem. Das Papier entsinkt dem Schoß, die Feder der Hand, und ein hübsches Mädchen steht daneben und hält verdrießlich das Tintenfass.“

   Henriette. „Ganz recht! Denn hier haben wir schon ein Tintenfass auf dem Tisch. Daher weiß man auch nicht, was man aus dem Gefäß in der Hand des Mädchens machen soll. Warum sie nun gar Tränen abzuwischen scheint, lässt sich bei einer so gleichgültigen Handlung nicht denken.“

   Sinklair. „Ich entschuldige den Künstler. Hier hat er dem Erklärer Raum gelassen.“

   Arbon. „Der denn auch wahrscheinlich an den beiden Männern ohne Kopf, die an der Wand hängen, seinen Witz üben soll. Mich dünkt, man sieht gerade in diesem Fall, auf welche Abwege man gerät, wenn man Künste vermischt, die nicht zusammengehören. Wüsste man nichts von erklärten Kupferstichen, so machte man keine, die einer Erklärung bedürfen. Ich habe sogar nichts dagegen, dass der bildende Künstler witzige Darstellungen versuche, ob ich sie gleich für äußerst schwer halte; aber auch alsdann bemühe er sich, sein Bild selbständig zu machen. Ich will ihm Inschriften und Zettel aus dem Mund seiner Personen erlauben; nur sehe er zu, sein eigener Kommentator zu werden.“

   Sinklair. „Wenn Sie ein witziges Bild zugeben, so werden Sie doch eingestehen, dass es nur für den Unterrichteten, nur für den, der Umstände und Verhältnisse kennt, unterhaltend und reizend sein kann; warum sollen wir also dem Kommentator nicht danken, der uns in den Stand setzt, das geistreiche Spiel zu verstehen, das vor uns aufgeführt wird?“

   Arbon. „Ich habe nichts gegen die Erklärung des Bildes, das sich nicht selbst erklärt; nur müsste sie so kurz und schlicht sein als möglich. Jeder Witz ist nur für den Unterrichteten, jedes witzige Werk wird deshalb nicht von allen verstanden; was von dieser Art aus fernen Zeiten und Ländern zu uns gelangt, können wir kaum entziffern. Gut! Man mache Noten dazu, wie zu Rabelais oder Hudibras; aber was würde man zu einem Schriftsteller sagen, der über ein witziges Werk ein witziges Werk schreiben wollte? Der Witz läuft schon bei seinem Ursprung in Gefahr, zu witzeln; im zweiten und dritten Glied wird er noch schlimmer ausarten.“

   Sinklair. „Wie sehr wünschte ich, dass wir, anstatt uns hier zu streiten, unserm Freund, dem Herausgeber, zu Hilfe kämen, der zu diesen Bildern nun einmal eine Erklärung wünscht, wie sie hergebracht, wie sie beliebt ist.“

   Armidoro (indem er aus dem Kabinett kommt). „Ich höre, noch immer beschäftigen diese getadelten Bilder die Gesellschaft; wären sie angenehm, ich wette, sie wären schon längst beiseite gelegt.“

   Amalie. „Ich stimme darauf, dass es sogleich geschehe, und zwar für immer. Dem Herausgeber muss aufgelegt werden, keinen Gebrauch davon zu machen. Ein Dutzend und mehr hässliche, hassenswerte Weiber! In einem Damenkalender! Begreift der Mann nicht, dass er seine ganze Unternehmung zu ruinieren auf dem Wege ist? Welcher Liebhaber wird es wagen, seiner Schönen, welcher Gatte seiner Frau, ja, welcher Vater seiner Tochter einen solchen Almanach zu verehren, in welchem sie beim ersten Aufschlagen schon mit Widerwillen erblickt, was sie nicht ist und was sie nicht sein soll?“

   Armidoro. „Ich will einen Vorschlag zur Güte tun: Diese Darstellungen des Verabscheuungswerten sind nicht die ersten, die wir in zierlichen Almanachen finden; unser wackerer Chodowiecki hat schon manche Szenen der Unnatur, der Verderbnis, der Barbarei und des Abgeschmacks in so kleinen Monatskupfern trefflich dargestellt; allein was tat er? Er stellte dem Hassenswerten sogleich das Liebenswürdige entgegen – Szenen einer gesunden Natur, die sich ruhig entwickelt, einer zweckmäßigen Bildung, eines treuen Ausdauerns, eines gefühlten Strebens nach Wert und Schönheit. Lassen Sie uns mehr tun, als der Herausgeber wünscht, indem wir das Entgegengesetzte tun. Hat der bildende Künstler diesmal die Schattenseite gewählt, so trete der Schriftsteller, oder, wenn ich meine Wünsche aussprechen darf, die Schriftstellerin auf die Lichtseite, und so kann ein Ganzes werden. Ich will nicht länger zaudern, Eulalie, mit diesen Vorschlägen meine Wünsche laut werden zu lassen. Übernehmen Sie die Schilderung guter Frauen. Schaffen Sie Gegenbilder zu diesen Kupfern; und gebrauchen Sie den Zauber Ihrer Feder, nicht diese kleinen Blätter zu erklären, sondern zu vernichten.“

   Sinklair. „Tun Sie es, Eulalie! Erzeigen Sie uns den Gefallen, versprechen Sie geschwind.“

   Eulalie. „Schriftsteller versprechen nur gar zu leicht, weil sie hoffen, dasjenige leisten zu können, was sie vermögen. Eigene Erfahrung hat mich bedächtig gemacht. Aber auch, wenn ich in dieser kurzen Zeit soviel Muße vor mir sähe, würde ich doch Bedenken finden, einen solchen Auftrag zu übernehmen. Was zu unsern Gunsten zu sagen ist, muss eigentlich ein Mann sagen, ein junger, feuriger, liebender Mann. Das Günstige vorzutragen, gehört Enthusiasmus, und wer hat Enthusiasmus für sein eigen Geschlecht?“

   Armidoro. „Einsicht, Gerechtigkeit, Zartheit der Behandlung wären mir in diesem Fall noch willkommner.“

   Sinklair. „Und von wem möchte man lieber über gute Frauen etwas hören als von der Verfasserin, die sich in dem Märchen, das uns gestern so sehr entzückte, so unvergleichlich bewiesen hat?“

   Eulalie. „Das Märchen ist nicht von mir!“

   Sinklair. „Nicht von Ihnen?“

   Armidoro. „Das kann ich bezeugen.“

   Sinklair. „Doch von einem Frauenzimmer.“

   Eulalie. „Von einer Freundin.“

   Sinklair. „So gibt es denn zwei Eulalien?“

   Eulalie. „Wer weiß, wie viele, und bessre.“

   Armidoro. „Mögen Sie der Gesellschaft erzählen, was Sie mir vertrauten? Jedermann wird mir Verwunderung hören, auf welche sonderbare Weise diese angenehme Produktion entstanden ist.“

   Eulalie. „Ein Frauenzimmer, das ich auf einer Reise schätzen und kennen lernte, fand sich in sonderbare Lagen versetzt, die zu erzählen allzu weitläufig sein würde. Ein junger Mann, der viel für sie getan hatte und ihr zuletzt seine Hand anbot, gewann ihre ganze Neigung, überraschte ihre Vorsicht, und sie gewährte vor der ehelichen Verbindung ihm die Rechte eines Gemahls. Neue Ereignisse nötigten den Bräutigam, sich zu entfernen, und sie sah in einer einsamen ländlichen Wohnung, nicht ohne Sorgen und Unruhe, dem Glück, Mutter zu werden, entgegen. Sie war gewohnt, mir täglich zu schreiben, mich von allen Vorfällen zu benachrichtigen. Nun waren keine Vorfälle mehr zu befürchten, sie brauchte nur Geduld; aber ich bemerkte in ihren Briefen, dass sie dasjenige, was geschehen war und geschehen konnte, in einem unruhigen Gemüt hin und wider warf. Ich entschloss mich, sie in einem ernsthaften Briefe auf ihre Pflicht gegen sich selbst und gegen das Geschöpf zu weisen, dem sie jetzt durch Heiterkeit des Geistes zum Anfang seines Daseins eine günstige Nahrung zu bereiten schuldig war. Ich munterte sie auf, sich zu fassen, und zufällig sendete ich ihr einige Bände Märchen, die sie zu lesen gewünscht hatte. Ihr Vorsatz, sich von den kummervollen Gedanken loszureißen, und diese phantastischen Produktionen trafen auf eine sonderbare Weise zusammen. Da sie das Nachdenken über ihr Schicksal nicht ganz loswerden konnte, so kleidete sie nunmehr alles, was sie in der Vergangenheit betrübt hatte, was ihr in der Zukunft furchtbar vorkam, in abenteuerliche Gestalten. Was ihr und den Ihrigen begegnet war, Neigung, Leidenschaften und Verirrungen, das lieblich sorgliche Muttergefühl in einem so bedenklichen Zustand, alles verkörperte sich in körperlosen Gestalten, die in einer bunten Reihe seltsamer Erscheinungen vorbeizogen. So brachte sie den Tag, ja einen Teil der Nacht mit der Feder in der Hand zu.“

   Amalie. „Wobei sie sich wohl schwerlich das Tintenfass halten ließ.“

   Eulalie. „Und so entstand die seltsamste Folge von Briefen die ich jemals erhalten habe. Alles war bildlich, wunderlich und märchenhaft. Keine eigentliche Nachricht erhielt ich mehr von ihr, so dass mir manchmal für ihren Kopf bange ward. Alle ihre Zustände, ihre Entbindung, die nächste Neigung zum Säugling, Freude, Hoffnung und Furcht der Mutter, waren Begebenheiten einer andern Welt, aus der sie nur durch die Ankunft ihres Bräutigams zurückgezogen wurde. An ihrem Hochzeittag schloss sie das Märchen, das bis auf weniges ganz aus ihrer Feder kam, wie Sie es gestern gehört haben, und das eben den eignen Reiz durch die wunderlich und einzige Lage erhält, in der es hervorgebracht wurde.“

   Die Gesellschaft konnte ihre Verwunderung über diese Geschichte nicht genug bezeigen, so dass Seyton, der seinen Platz am L’hombretisch eben einem andern überlassen hatte, herbei trat und sich nach dem Inhalt des Gesprächs erkundigte. Man sagte ihm kurz: Es sei die Rede von einem Märchen, das aus täglichen phantastischen Konfessionen eines kränkelnden Gemütes, doch gewissermaßen vorsätzlich, entstanden sei.

   „Eigentlich“, sagte er, „ist es schade, dass, soviel ich weiß, die Tagebücher abgekommen sind. Vor zwanzig Jahren waren sie stärker in der Mode, und manches gute Kind glaubte wirklich einen Schatz zu besitzen, wenn es seine Gemütszustände täglich zu Papier gebracht hatte. Ich erinnere mich einer liebenswürdigen Person, der eine solche Gewohnheit bald zum Unglück ausgeschlagen wäre. Eine Gouvernante hatte sie in früher Jugend an ein solches tägliches schriftliches Bekenntnis gewöhnt, und es war ihr zuletzt fast zum unentbehrlichen Geschäft geworden. Sie versäumte es nicht als erwachsenes Frauenzimmer, sie nahm die Gewohnheit mit in den Ehestand hinüber. Solche Papiere hielt sie nicht sonderlich geheim und hatte es auch nicht Ursache, sie las manchmal Freundinnen, manchmal ihrem mann Stellen daraus vor. Das Ganze verlangte niemand zu sehen.

   Die Zeit verging, und es kam auch die Reihe an sie, einen Hausfreund zu besitzen.

   Mit ebender Pünktlichkeit, mit der sie sonst ihrem Papier täglich gebeichtet hatte, setzte sie auch die Geschichte dieses neuen Verhältnisses fort. Von der ersten Regung, durch eine wachsende Neigung, bis zum Unentbehrlichen der Gewohnheit war der ganze Lebenslauf dieser Leidenschaft getreulich aufgezeichnet und gereichte dem Mann zur sonderbaren Lektüre, als er einmal zufällig über den Schreibtisch kam und, ohne Argwohn und Absicht, eine aufgeschlagen Seite des Tagebuchs herunterlas. Man begreift, dass er sich die Zeit nahm, vor- und rückwärts zu lesen; da er denn zuletzt noch ziemlich getröstet von dannen schied, weil er sah, dass es gerade noch Zeit war, auf eine geschickte Weise den gefährlichen Gast zu entfernen.“

   Henriette. „Es sollte doch nach dem Wunsch meines Freundes die Rede von guten Weibern sein, und ehe man sich’s versieht, wird wieder von solchen gesprochen, die wenigstens nicht die besten sind.“

   Seyton. „Warum denn immer bös oder gut! Müssen wir nicht mit uns selbst sowie mit andern vorlieb nehmen, wie die Natur uns hat hervorbringen mögen, und wie sich jeder allenfalls durch eine mögliche Bildung besser zieht?“

   Armidoro. „Ich glaube, es würde angenehm und nicht unnütz sein, wenn man Geschichten von der Art, wie sie bisher erzählt worden und deren uns manche im Leben vorkommen, aufsetzte und sammelte. Leise Züge, die den Menschen bezeichnen, ohne dass gerade merkwürdige Begebenheiten daraus entspringen, sind recht gut des Aufbehaltens wert. Der Romanschreiber kann sie nicht brauchen, denn sie haben zu wenig Bedeutendes, der Anekdotensammler auch nicht, denn sie haben nichts Witziges und regen den Geist nicht auf; nur derjenige, der im ruhigen Anschauen die Menschheit gerne fasst, wird dergleichen Züge willkommen aufnehmen.“

   Sinklair. „Fürwahr! Wenn wir früher an ein so löbliches Werk gedacht hätten, so würden wir unserm Freunde, dem Herausgeber des Damenkalenders, gleich an Hand gehen können und ein Dutzend Geschichten, wo nicht von vortrefflichen, doch gewiss von guten Frauen aussuchen können, um diese bösen Weiber zu balancieren.“

   Amalie. „Besonders wünschte ich, dass man solche Fälle zusammentrüge, da eine Frau das Haus innen erhält, wo nicht gar erschafft. Umso mehr, als auch hier der Künstler eine teure (kostspielige) Gattin zum Nachteil unsers Geschlechts aufgestellt hat.“

   Seyton. „Ich kann Ihnen gleich, schöne Amalie, mit einem solchen Fall aufwarten.“

   Amalie. „Lassen Sie hören! Nur dass es Ihnen nicht geht, wie den Männern gewöhnlich, wenn sie die Frauen loben wollen; sie gehen vom Lob aus und hören mit Tadel auf.“

   Seyton. „Diesmal wenigstens brauche ich die Umkehrung meiner Absicht durch einen bösen Geist nicht zu fürchten.

   Ein junger Landmann pachtete einen ansehnlichen Gasthof, der sehr gut gelegen war. Von den Eigenschaften, die zu einem Wirt gehören, besaß er vorzüglich die Behaglichkeit, und weil es ihm von Jugend auf in den Trinkstuben wohl gewesen war, mochte er wohl hauptsächlich ein Metier ergriffen haben, das ihn nötigte, den größten Teil des Tages darin zuzubringen. Er war sorglos ohne Liederlichkeit, und sein Behagen breitete sich über alle Gäste aus, die sich bald häufig bei ihm versammelten.

   Er hatte eine junge Person geheiratet, eine stille leidliche Natur. Sie versah ihre Geschäfte gut und pünktlich, sie hing an ihrem Hauswesen, sie liebte ihren Mann; doch musste sie ihn bei sich im stillen tadeln, dass er mit dem Geld nicht sorgfältig genug umging. Das bare Geld nötigte ihr eine gewisse Ehrfurcht ab, sie fühlte ganz den Wert desselben, sowie die Notwendigkeit, sich überhaupt in Besitz zu setzen, sich dabei zu erhalten. Ohne eine angeborne Heiterkeit des Gemüts hätte sie alle Anlagen zum strengen Geiz gehabt. Doch ein wenig Geiz schadet dem Weib nichts, so übel sie die Verschwendung kleidet. Freigebigkeit ist eine Tugend, die dem Mann ziemt, und Festhalten ist die Tugend eines Weibes. So hat es die Natur gewollt, und unser Urteil wird im ganzen immer naturgemäß ausfallen.

   Margarete, so will ich meinen sorglichen Hausgeist nennen, war mit ihrem Mann sehr unzufrieden, wenn er die großen Zahlungen, die er manchmal für aufgekaufte Furage von Fuhrleuten und Unternehmern erhielt, aufgezählt wie sie waren, eine Zeitlang auf dem Tisch liegen ließ, das Geld alsdann in Körbchen einstrich und daraus wieder ausgab und auszahlte, ohne Pakete gemacht zu haben, ohne Rechnung zu führen. Verschiedene ihrer Erinnerungen waren fruchtlos, und sie sah wohl ein, dass, wenn er auch nicht verschwendete, manches in einer solchen Unordnung verschleudert werden müsse. Der Wunsch, ihn auf bessere Wege zu leiten, war so groß bei ihr, der Verdruss, zu sehen, dass manches, was sie im kleinen erwarb und zusammenhielt, im großen wieder vernachlässigt wurde und auseinander floss, war so lebhaft, dass sie sich zu einem gefährlichen Versuch bewogen fühlte, wodurch sie ihm über diese Lebensweise die Augen zu öffnen gedachte. Sie nahm sich vor, ihm so viel Geld als möglich aus den Händen zu spielen, und zwar bediente sie sich dazu einer sonderbaren List. Sie hatte bemerkt, dass er das Geld, das einmal auf dem Tisch aufgezählt war, wenn es eine Zeitlang gelegen hatte, nicht wieder nachzählte, ehe er es aufhob; sie bstrich daher den Boden eines Leuchters mit Talg und setzte ihn in einem Schein von Ungeschicklichkeit auf die Stelle, wo die Dukaten lagen, eine Geldsorte, der sie eine besondere Freundschaft gewidmet hatte. Sie erhaschte ein Stück und nebenbei einige kleine Münzsorten und war mit ihrem ersten Fischfang wohl zufrieden; sie wiederholte diese Operation mehrmals; und ob sie sich gleich über ein solches Mittel zu einem guten Zweck kein Gewissen machte, so beruhigte sie sich doch über jeden Zweifel vorzüglich dadurch, dass diese Art der Entwendung für keinen Diebstahl angesehen werden könne, weil sie das Geld nicht mit den Händen weggenommen habe. So vermehrte sich nach und nach ihr heimlicher Schatz, und zwar um desto reichlicher, als sie alles, was bei der innern Wirtschaft von barem Geld ihr in die Hände floss, auf das strengste zusammenhielt.

   Schon war sie beinahe ein ganzes Jahr ihrem Mann treu geblieben und hatte indessen ihren Mann sorgfältig beobachtet, ohne eine Veränderung in seinem Humor zu spüren, bis er endlich einmal höchst übler Laune ward. Sie suchte ihm die Ursache dieser Veränderung abzuschmeicheln und erfuhr bald, dass er in großer Verlegenheit sei. Es hätten ihm nach der letzten Zahlung, die er an Lieferanten getan, seine Pachtgelder übrig bleiben sollen; sie fehlten aber nicht allein völlig, sondern er habe sogar die Leute nicht ganz befriedigen können. Da er alles im Kopf rechne und wenig aufschreibe, so könne er nicht nachkommen, wo ein solcher Verstoß herrühre.

   Margarete schilderte ihm darauf sein Betragen, die Art, wie er einnehme und ausgebe, den Mangel an Aufmerksamkeit; selbst seien gutmütige Freigebigkeit kam mit in Anschlag, und freilich ließen ihn die Folgen seiner Handelsweise, die ihn so sehr drückten, keine Entschuldigung aufbringen.

   Margarete konnte ihren Gatten nicht lange in dieser Verlegenheit lassen, umso weniger, als es ihr so sehr zur Ehre gereichte, ihn wieder glücklich zu machen. Sie setzte ihn in Verwunderung, als sie zu seinem Geburtstag, der eben eintrat und an dem sie ihn sonst mit etwas Brauchbarem anzubinden pflegte, mit einem Körbchen voll Geldrollen ankam. Die verschiedenen Münzsorten waren besonders gepackt, und der Inhalt jedes Röllchens war mit schlechter Schrift, jedoch sorgfältig, darauf gezeichnet. Wie erstaunte nicht der Mann, als er beinahe die Summe, die ihm fehlte, vor sich sah und die Frau ihm versicherte, das Geld gehöre ihm zu. Sie erzählte darauf umständlich, wann und wie sie es genommen, was sie ihm entzogen und was durch ihren Fleiß erspart worden sei. Sein Verdruss ging in Entzücken über, und die Folge war wie natürlich, dass er Ausgabe und Einnahme der Frau völlig übertrug, seine Geschäfte vor wie nach, nur mit noch größerem Eifer besorgte, von dem Tag an aber keinen Pfennig Geld mehr in die Hände nahm. Die Frau verwaltete das Amt eines Kassiers mit großen Ehren; kein falscher Laubtaler, ja kein verrufner Sechser ward angenommen, und die Herrschaft im Haus war, wie billig, die Folge ihrer Tätigkeit und Sorgfalt, durch die sie nach dem Verlauf von zehn Jahren ihren Mann in den Stand setzte, den Gasthof mit allem, was dazu gehörte, zu kaufen und zu behaupten.“

   Sinklair. „Also ging alle diese Sorgfalt, Liebe und Treue doch zuletzt auf Herrschaft hinaus. Ich möchte doch wissen, inwiefern man recht hat, wenn man die Frauen überhaupt für so herrschsüchtig hält.“

   Amalie. „Da haben wir also schon wieder den Vorwurf, der hinter dem Lob herhinkt.“

   Armidoro. „Sagen Sie uns doch, gute Eulalie, Ihre Gedanken darüber. Ich glaube in Ihren Schriften bemerkt zu haben, dass sie eben nicht sehr bemüht sind, diesen Vorwurf von Ihrem Geschlecht abzulehnen.“

   Eulalie. „Insofern es ein Vorwurf wäre, wünschte ich, dass ihn unser Geschlecht durch sein Betragen ablehnte; inwiefern wir aber auch ein Recht zur Herrschaft haben, möchte ich es uns nicht gern vergeben. Wir sind nur herrschsüchtig, insofern wir auch Menschen sind; denn was heißt herrschen anders, in dem Sinn, wie es hier gebraucht wird, als auf seine eigne Weise ungehindert tätig zu sein, seines Daseins möglichst genießen zu können? Dies fordert jeder rohe Mensch mit Willkür, jeder gebildete mit wahrer Freiheit, und vielleicht erscheint bei uns Frauen dieses Streben nur lebhafter, weil uns die Natur, das Herkommen, die Gesetze ebenso zu verkürzen scheinen, als die Männer begünstigt sind. Was diese besitzen, müssen wir erwerben, und was man erringt, behauptet man hartnäckiger als das, was man ererbt hat.“

   Seyton. „Und doch können sich die Frauen nicht mehr beklagen; sie erben in der jetzigen Welt so viel, ja fast mehr als die Männer, und ich behaupte, dass es durchaus jetzt schwerer sei, ein vollendeter Mann zu werden, als ein vollendetes Weib; der Ausspruch: „Er soll dein Herr sein“ ist die Formel einer barbarischen Zeit, die lange vorüber ist. Die Männer konnte sich nicht völlig ausbilden, ohne den Frauen gleiche Rechte zuzugestehen; indem die Frauen sich ausbildeten, stand die Wagschale inne, und indem sie bildungsfähiger sind, neigt sich in der Erfahrung die Waagschale zu ihren Gunsten.

   Armidoro. „Es ist keine Frage, dass bei allen gebildeten Nationen die Frauen im ganzen das Übergewicht gewinnen müssen; denn bei einem wechselseitigen Einfluss muss der Mann weiblicher werden, und dann verliert er; denn sein Vorzug besteht nicht in gemäßigter, sondern in gebändigter Kraft; nimmt dagegen das Weib von dem Mann etwas an, so gewinnt sie; denn wenn sie ihre übrigen Vorzüge durch Energie erheben kann, so entsteht ein Wesen, das sich nicht vollkommner denken lässt.“

   Seyton. „Ich habe mich in so tiefe Betrachtungen nicht eingelassen; indessen nehme ich für bekannt an, dass eine Frau herrscht und herrschen muss; daher, wenn ich ein Frauenzimmer kennen lerne, gebe ich nur darauf Acht, wo sie herrscht; denn dass sie irgendwo herrsche, setze ich voraus.“

   Amalie. „Und da finden Sie denn, was Sie voraussetzen.“

   Seyton. „Warum nicht? Geht es doch den Physikern und andern, die sich mit Erfahrungen abgeben, gewöhnlich nicht viel besser. Ich finde durchgängig: Die Tätige, zum Erwerben, zum Erhaltne Geschaffene ist Herr im Haus; die Schöne, leicht und oberflächlich Gebildete Herr in großen Zirkeln; die tiefer Gebildete beherrscht die kleinen Kreise.“

   Amalie. „Und so wären wir also in drei Klassen eingeteilt.“

   Sinklair. „Die doch alle, dünkt mich, ehrenvoll genug sind und mit denn freilich noch nicht alles erschöpft ist. Es gibt z.B. noch eine vierte, von der wir lieber nicht sprechen wollen, damit man uns nicht wieder den Vorwurf mache, dass unser Lob sich notwendig in Tadel verkehren müsse.“

   Henriette. „Die vierte Klasse also wäre zu erraten. Lassen Sie sehen.“

   Sinklair. „Gut, unsere drei ersten Klassen waren Wirksamkeit zu Hause, in großen und in kleinen Zirkeln.“

   Henriette. „Was wäre denn nun noch für ein Raum für unsere Tätigkeit?“

   Sinklair. „Gar mancher; ich aber habe das Gegenteil im Sinn.“

   Henriette. „Untätigkeit! Und wie das? Eine untätige Frau sollte herrschen?“

   Sinklair. „Warum nicht?“

   Henriette. „Und wie?“

   Sinklair. „Durchs Verneinen! Wer aus Charakter oder Maxime beharrlich verneint, hat eine größere Gewalt, als man denkt.“

   Amalie. „Wir fallen nun bald, fürchte ich, in den gewöhnlichen Ton, in dem man die Männer reden hört, besonders wenn sie die Pfeifen im Mund haben.“

   Henriette. „Lass ihn doch, Amalie, es ist nichts unschädlicher als solche Meinungen, und man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken. Nun also die Verneinenden, wie wäre es mit diesen?“

   Sinklair. „Ich darf hier wohl ohne Zurückhaltung sprechen. In unserm lieben Vaterland soll es weinige, in Frankreich gar keine geben, und zwar deswegen, weil die Frauen sowohl bei uns als bei unsern galanten Nachbarn einer löblichen Freiheit genießen; aber in Ländern, wo sie sehr beschränkt sind, wo der äußerliche Anstand ängstlich, die öffentlichen Vergnügungen seltner sind, sollen sie sich häufiger finden. In einem benachbarten Lande hat man sogar einen eignen Namen, mit dem das Volk, die Menschenkenner, ja sogar die Ärzte ein solches Frauenzimmer bezeichnen.“

   Henriette. „Nun geschwinde den Namen! Namen kann ich nicht raten.“

   Sinklair. „Man nennt sie, wenn es denn einmal gesagt sein soll, man nennt sie Schälke.“

   Henriette. „Das ist sonderbar genug.“

   Sinklair. „Es war eine Zeit, als Sie die Fragmente des Schweizer Physiognomisten mit großem Anteil lesen mochten; erinnern Sie sich nicht, auch etwas von Schälken darin gefunden zu haben?“

   Henriette. „Es könnte sein; doch ist es mir nicht aufgefallen. Ich nahm vielleicht das Wort im gewöhnlichen Sinn und las über die Stelle weg.“

   Sinklair. „Freilich bedeutet das Wort Schalk im gewöhnlichen Sinn eine Person, die mit Heiterkeit und Schadenfreude jemand einen Possen spielt; hier aber bedeutet’s ein Frauenzimmer, das einer Person, von der es abhängt, durch Gleichgültigkeit, Kälte und Zurückhaltung, die sich oft in eine Art von Krankheit verhüllen, das Leben sauer macht. Es ist dies in jener Gegend etwas Gewöhnliches. Mir ist es einige Mal vorgekommen, dass mir ein Einheimischer, gegen den ich diese und jene Frau schön pries, einwendete: ‚Aber sie ist ein Schalk.’ Ich hörte sogar, dass ein Arzt einer Dame, die viel von einem Kammermädchen litt, zur Antwort gab: ‚Es ist ein Schalk, da wird schwer zu helfen sein.’“

   Amalie stand auf und entfernte sich.

   Henriette. „Das kommt mir doch etwas sonderbar vor.“

   Sinklair. „Mir schien es auch so, und deswegen schrieb ich damals die Symptome dieser halb moralischen, halb physischen Krankheit in einen Aufsatz zusammen, den ich das Kapitel von den Schälken nannte, weil ich es mir als einen Teil anderer anthropologischen Bemerkungen dachte; ich habe es aber bisher sorgfältig geheim gehalten.

   Henriette. „Sie dürfen es uns wohl schon einmal sehen lassen, und wenn Sie einige hübsche Geschichten wissen, woraus wir recht deutlich sehen können, was ein Schalk ist, so sollen sie künftig auch in die Sammlung unserer neuesten Novellen aufgenommen werden.“

   Sinklair. „Das mag alles recht gut und schön sein, aber meine Absicht ist verfehlt, um derentwillen ich herkam; ich wollte jemand in dieser geistreichen Gesellschaft bewegen, einen Text zu dieser Kalenderkupfern zu übernehmen oder uns jemand zu empfehlen, dem man ein solches Geschäft übertragen könnte; anstatt dessen schelten, ja vernichten Sie mir diese Blättchen, und ich gehe fast ohne Kupfer sowie ohne Erklärung weg. Hätte ich nur indessen das, was diesen Abend hier gesprochen und erzählt worden ist, auf dem Papier, so würde ich beinahe für das, was ich suchte und nicht fand, ein Äquivalent besitzen.

   Armidoro (aus dem Kabinett tretend, wohin er manchmal gegangen war). „Ich komme Ihren Wünschen zuvor. Die Angelegenheit unsers Freundes, des Herausgebers, ist auch mir nicht fremd. Auf diesem Papier habe ich geschwind protokolliert, was gesprochen worden; ich will es ins Reine bringen, und wenn Eulalie dann übernehmen wollte, über das Ganze den Hauch ihres anmutigen Geistes zu gießen, so würden wir, wo nicht durch den Inhalt, doch durch den Ton die Frauen mit den schroffen Zügen, in denen unser Künstler sie beleidigen mag, wieder aussöhnen.“

   Henriette. „Ich kann Ihre tätige Freundschaft nicht tadeln, Armidoro; aber ich wollte, Sie hätten das Gespräch nicht nachgeschrieben. Es gibt ein böses Beispiel. Wir leben so heiter und zutraulich zusammen, und es muss uns nichts Schrecklicheres sein, als in der Gesellschaft einen Menschen zu wissen, der aufmerkt, nachschreibt und, wie jetzt gleich alles gedruckt wird, eine zerstückelte und verzerrte Unterhaltung ins Publikum bringt.“

   Man beruhigte Henriette, man versprach ihr, nur allenfalls über kleine Geschichten, die vorkommen sollten, ein öffentliches Buch zu führen.

   Eulalie ließ sich nicht bereden, das Protokoll des Geschwindschreibers zu redigieren; sie wollte sich von dem Märchen nicht zerstreuen, mit dessen Bearbeitung sie beschäftigt war. Das Protokoll blieb in der Hand von Männern, die ihm denn, so gut sie konnten, aus der Erinnerung nachhalfen und es nun, wie es eben werden konnte, den guten Frauen zu weiterer Beherzigung vorlegen.

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