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Vierter Akt

(Clavigos Wohnung.)

Carlos (allein).
Es ist löblich, dass man dem Menschen, der durch Verschwendung oder andere Torheiten zeigt, dass sein Verstand sich verschobne hat, von Amts wegen Vormünder setzt. Tut das die Obrigkeit, die sich doch sonst nicht viel um uns bekümmert, wie sollten wir’s nicht an einem Freunde tun? Clavigo, du bist in übeln Umständen! Noch hoff’ ich! Und wenn du nur noch halbweg lenksam bist wie sonst, so ist’s eben noch Zeit, dich vor einer Torheit zu bewahren, die bei deinem lebhaften empfindlichen Charakter das Elend deines Lebens machen und dich vor der Zeit ins Grab bringen muss. Er kommt.

Clavigo.
Guten Tag, Carlos.

Carlos.
Ein schwermütiges, gepresstes: Guten Tag! Kommst du in dem Humor von deiner Braut?

Clavigo.
Es ist ein Engel! Es sind vortreffliche Menschen!

Carlos.
Ihr werdet doch mit der Hochzeit nicht so sehr eilen, dass man sich noch ein Kleid dazu kann sticken lassen?

Clavigo.
Scherz oder Ernst, bei unserer Hochzeit werden keine gestickten Kleider paradieren.

Carlos.
Ich glaub’s wohl.

Clavigo.
Das Vergnügen an uns selbst, die freundschaftliche Harmonie sollen der Prunk dieser Feierlichkeiten sein.

Carlos.
Ihr werdet eine stille kleine Hochzeit machen?

Clavigo.
Wie Menschen, die fühlen, dass ihr Glück ganz in, ihnen selbst beruht.

Carlos.
In den Umständen ist es recht gut.

Clavigo.
Umständen! Was meinst du mit den Umständen?

Carlos.
Wie die Sache nun steht und liegt und sich verhält.

Clavigo.
Höre, Carlos, ich kann den Ton des Rückhalts an Freunden nicht ausstehen. Ich weiß, du bist nicht für diese Heirat; dem ungeachtet, wenn du etwas dagegen zu sagen hast, sagen willst, so sag’s geradezu. Wie steht denn die Sache? Wie verhält sie sich?

Carlos.
Es kommen einem im Leben mehr unerwartete wunderbare Dinge vor, und es wäre schlimm, wenn alles im Gleise ginge. Man hätte nichts, sich zu verwundern, nichts, die Köpfe zusammenzustoßen, nichts, in Gesellschaft zu verschneiden.

Clavigo.
Aufsehen wird’s machen.

Carlos.
Des Clavigo Hochzeit! Das versteht sich. Wie manches Mädchen in Madrid harrt auf dich, hofft auf dich, und wenn du ihnen nun diesen Streich spielst?

Clavigo.
Das ist nun nicht anders.

Carlos.
Sonderbar ist’s. Ich habe wenig Männer gekannt, die so großen und allgemeinen Eindruck auf die Weiber machten als du. Unter allen Ständen gibt’s gute Kinder, die sich mit Plänen und Aussichten beschäftigen, dich habhaft zu werden. Die eine bringt ihre Schönheit in Anschlag, die ihren Reichtum, ihren Stand, ihren Witz, ihre Verwandte. Was macht man mir nicht um deinetwillen für Komplimente! Denn wahrlich, weder meine Stumpfnase, noch mein Krauskopf, noch meine bekannte Verachtung der Weiber kann mir so was zuziehen.

Clavigo.
Du spottest.

Carlos.
Wenn ich nicht schon Vorschläge, Anträge in Händen gehabt hätte, geschrieben von eignen zärtlichen kritzlichen Pfötchen, so unorthographisch, als ein originaler Liebesbrief eines Mädchens nur sein kann. Wie manche hübsche Damen ist mir bei der Gelegenheit unter die Finger gekommen!

Clavigo.
Und du sagtest mir von allem dem nichts?

Carlos.
Weil ich dich mit leeren Grillen nicht beschäftigen wollte und niemals raten konnte, dass du mit einer einzigen Ernst gemacht hättest. O Clavigo, ich habe dein Schicksal im Herzen getragen wie mein eignes! Ich habe keinen Freund als dich; die Menschen sind mir alle unerträglich, und du fängst auch an, mir unerträglich zu werden.

Clavigo.
Ich bitte dich, sei ruhig.

Carlos.
Brenn’ einem das Haus ab, daran er zehn Jahre gebaut hat, und schick’ ihm einen Beichtvater, der ihm die christliche Geduld empfiehlt. – Man soll sich für niemand interessieren als für sich selbst; die Menschen sind nicht wert – –

Clavigo.
Kommen deine feindseligen Grillen wieder?

Carlos.
Wenn ich aufs Neue ganz drein versinke, wer ist schuld dran als du? Ich sagte zu mir: Was soll ihm jetzt die vorteilhafteste Heirat? Ihm, der es für einen gewöhnlichen Menschen weit genug gebracht hätte; aber mit seinem Geist, mit seinen Gaben ist es unverantwortlich – ist es unmöglich, dass er bleibt, was er ist. – Ich machte meine Projekte. Es gibt so wenig Menschen, die so unternehmend und biegsam, so geistvoll und fleißig zugleich sind. Er ist in alle Fächer gerecht; als Archivarius kann er sich schnell die wichtigsten Kenntnisse erwerben, er wird sich notwendig machen, und lasst eine Veränderung vorgehn, so ist er Minister.

Clavigo.
Ich gestehe dir, das waren oft auch meine Träume.

Carlos.
Träume! So gewiss ich den Turm erreiche und erklettere, wenn ich darauf losgehe, mit dem festen Vorsatz, nicht abzulassen, bis ich ihn erstiegen habe, so gewiss hättest du auch alle Schwierigkeiten überwunden. Und hernach wär’ mir für das übrige nicht bang gewesen. Du hast kein Vermögen von Hause, desto besser; das hätte dich auf die Erwerbung eifriger, auf die Erhaltung aufmerksamer gemacht. Und wer am Zoll sitzt, ohne reich zu werden, ist ein Pinsel. Und dann seh’ ich nicht, warum das Land dem Minister nicht so gut Abgaben schuldig ist als dem Könige. Dieser gibt seinen Namen her und jener die Kräfte. Wenn ich denn mit allem dem fertig war, dann sah ich mich erst nach einer Partie für dich um. Ich sah manch stolzes Haus, das die Augen über deine Abkunft zugeblinkt hätte, manches der reichsten, das dir gern den Aufwand deines Standes verschafft haben würde, nur um an der Herrlichkeit des zweiten Königs teilnehmen zu dürfen – und nun –

Clavigo.
Du bist ungerecht, du setzest meinen gegenwärtigen Zustand zu tief herab. Und glaubst du denn, dass ich mich nicht weiter treiben, nicht auch noch mächtigere Schritte tun kann?

Carlos.
Lieber Freund, brich du einer Pflanze das Herz aus, sie mag hernach treiben und treiben, unzählige Nebenschösslinge; es gibt vielleicht einen starken Busch, aber der stolze königliche Wuchs des ersten Schusses ist dahin. Und denke nur nicht, dass man diese Heirat bei Hofe gleichgültig ansehen wird. Hast du vergessen, was für Männer dir den Umgang, die Verbindung mit Marien missrieten? Hast du vergessen, wer dir den klugen Gedanken eingab, sie zu verlassen? Soll ich dir sie an den Fingern herzählen?

Clavigo.
Der Gedanke hat mich auch schon gepeinigt, dass so wenige diesen Schritt billigen werden.

Carlos.
Keiner! Und deine hohen Freunde sollten nicht aufgebracht sein, dass du, ohne sie zu fragen, ohne ihren Rat, dich so geradezu hingegeben hast, wie ein unbesonnener Knabe auf dem Markte sein Geld gegen wurmstichige Nüsse wegwirft?

Clavigo.
Das ist unartig, Carlos, und übertrieben.

Carlos.
Nicht um einen Zug. Denn dass einer aus Leidenschaft einen seltsamen Streich macht, das lass’ ich gelten. Ein Kammermädchen zu heiraten, weil sie schön ist wie ein Engel! Gut, der Mensch wird getadelt, und doch beneiden ihn die Leute.

Clavigo.
Die Leute, immer die Leute.

Carlos.
Du weißt, ich frage nicht ängstlich nach andrer Beifall, doch das ist ewig wahr: Wer nichts für andre tut, tut nichts für sich, und wenn die Menschen dich nicht bewundern oder beneiden, bist du auch nicht glücklich.

Clavigo.
Die Welt urteilt nach dem Scheine. O! Wer Mariens Herz besitzt, ist zu beneiden!

Carlos.
Was die Sache ist, scheint sie auch. Aber freilich dacht’ ich, dass das verborgene Qualitäten sein müssen, die dein Glück beneidenswert machen; denn was man so mit seinen Augen sieht, mit seinem Menschenverstande begreifen kann –

Clavigo.
Du willst mich zugrunde richten.

Carlos.
„Wie ist das zugegangen?“, wird man in der Stadt fragen. „Wie ist das zugegangen?“, fragt man bei Hofe. „Um Gottes willen, wie ist das zugegangen? Sie ist arm, ohne Stand; hätte Clavigo nicht einmal ein Abenteuer mit ihr gehabt, man wüsste gar nicht, dass sie in der Welt ist. Sie soll artig sein, angenehm, witzig! – Wer wird darum eine Frau nehmen? Das vergeht so in den ersten Zeiten des Ehestands.“ – „Ach!“, sagt einer, „sie soll schön sein, reizend, ausnehmend schön.“ – „Da ist’s zu begreifen“, sagt ein anderer –

Clavigo (wird verwirrt, ihm entfährt ein tiefer Seufzer).
Ach!

Carlos.
„Schön? O“ , sagt die eine, „es geht an!“ – „Ich hab’ sie in sechs Jahren nicht gesehen; da kann sich schon was verändern“, sagte eine andere. „Man muss doch acht geben, er wird sie bald produzieren“, sagt die dritte. Man fragt, man guckt, man geht zu Gefallen, man wartet, man ist ungeduldig, erinnert sich immer des stolzen Clavigo, der sich nie öffentlich sehen ließ, ohne eine stattliche, herrliche hochäugige Spanierin im Triumph aufzuführen, deren volle Brust, ihre blühenden Wangen, ihre heißen Augen die Welt ringsumher zu fragen schien: „Bin ich nicht meines Begleiters wert?“, und die in ihrem Übermut den seidnen Schlepprock so weit hintenaus im Winde segeln ließ als möglich, um ihre Erscheinung ansehnlicher und würdiger zu machen. – Und nun erscheint der Herr – und allen Leuten versagt das Wort im Munde – kommt angezogen mit seiner trippelnden, kleinen, hohläugigen Französin, der die Auszehrung aus allen Gliedern spricht, wenn sie gleich ihre Totenfarbe mit Weiß und Rot überpinselt hat. O Bruder, ich werde rasend, ich laufe davon, wenn mich nun die Leute zu packen kriegen und fragen und quästionieren und nicht begreifen können –

Clavigo (ihn bei der Hand fassend).
Mein Freund, mein Bruder, ich bin in einer schrecklichen Lage. Ich sage dir, ich gestehe dir, ich erschrak, als ich Marien wieder sah! Wie entstellt sie ist, - wie bleich, abgezehrt. O, das ist meine Schuld, meiner Verräterei!

Carlos.
Possen! Grillen! Sie hatte die Schwindsucht, da dein Roman noch sehr im Gange war. Ich sagte dir’s tausendmal, und – aber ihr Liebhaber habt keine Augen, keine Nasen. Clavigo, es ist schändlich! So alles, alles zu vergessen, eine kranke Frau, die dir die Pest unter deine Nachkommenschaft bringen wird, dass alle deine Kinder und Enkel so in gewissen Jahren höflich ausgehen wie Bettlerslämpchen. – Ein Mann, der Stammvater einer Familie sein könnte, die vielleicht künftig – Ich werde noch närrisch, der Kopf vergeht mir.

Clavigo.
Carlos, was soll ich dir sagen! Als ich sie wieder sah, im ersten Taumel flog ihr mein Herz entgegen – und ach! – da der vorüber war – Mitleiden – innige tiefe Erbarmung flößte sie mir ein: Aber Liebe – sieh! Es war, als wenn mir in der warmen Fülle der Freuden die kalte Hand des Todes über’n Nacken führe. Ich strebte, munter zu sein, wieder vor denen Menschen, die mich umgaben, den Glücklichen zu spielen – es war alles vorbei, alles so steif, so ängstlich. Wären sie weniger außer sich gewesen, sie müssten’s gemerkt haben.

Carlos.
Hölle! Tod und Teufel! Und du willst sie heiraten? –

Clavigo (steht ganz in sich selbst versunken, ohne zu antworten).

Carlos.
Du bist hin! Verloren auf ewig. Leb’ wohl, Bruder, und lass mich alles vergessen, lass mich mein einsames Leben noch so ausknirschen über das Schicksal deiner Verblendung. Ha! Das alles! Sich in den Augen der Welt verächtlich zu machen und nicht einmal dadurch eine Leidenschaft, eine Begierde gefriedigen! Dir mutwillig eine Krankheit zuziehen, die, indem sie deine innern Kräfte untergräbt, dich zugleich dem Anblick der Menschen abscheulich macht.

Clavigo.
Carlos! Carlos!

Carlos.
Wärst du nie gestiegen, um nie zu fallen! Mit welchen Augen werden sie das ansehen! „Da ist der Bruder“, werden sie sagen! „Das muss ein braver Kerl sein,d er hat ihn ins Bockshorn gejagt, er hat sich nicht getraut, ihm die Spitze zu bieten.“ – „Ha!“, werden unsre schwadronierenden Hofjunker sagen, „man sieht immer, dass er kein Kavalier ist.“ – „Pah!“, ruft einer und rückt den Hut in die Augen, „der Franzos hätte mir kommen sollen!“ und patscht sich auf den Bauch, ein Kerl, der vielleicht nicht wert wäre, dein Reitknecht zu sein.

Clavigo (fällt in dem Ausbruch der heftigsten Beängstigung, mit einem Storm von Tränen, dem Carlos um den Hals).
Rette mich! Freund! Mein Bester, rette mich! Rette mich von dem gedoppelten Meineid, von der unübersehlichen Schande, von mir selbst – ich vergehe!

Carlos.
Armer! Elender! Ich hoffte, diese jugendlichen Rasereien, diese stürmenden Tränen, diese versinkende Wehmut sollte vorüber sein, ich hoffte, dich als Mann nicht mehr erschüttert, nicht mehr in dem beklemmenden Jammer zu sehen, den du ehemals so oft in meinen Busen ausgeweint hast. Ermanne dich, Clavigo, ermanne dich!

Clavigo.
Lass mich weinen! (Wirft sich in einen Sessel.)

Carlos.
Weh dir, dass du eine Bahn betreten hast, die du nicht endigen wirst! Mit deinem Herzen, deinen Gesinnungen, die einen ruhigen Bürger glücklich manchen würden, musstest du den unseligen Hang nach Größe verbinden! Und was ist Größe, Clavigo? Sich in Rang und Ansehen über andre zu erheben? Glaub’ es nicht! Wenn dein Herz nicht größer ist als andrer Herzen, wenn du nicht imstande bist, dich gelassen über Verhältnisse hinauszusetzen, die einen gemeinen Menschen ängstigen würden, so bist du mit allen dienen Bändern und Sternen, bist mit der Krone selbst nur ein gemeiner Mensch. Fasse dich, beruhige dich.

Clavigo (richtet sich auf, sieht Carlos an und reicht ihm die Hand, die Carlos mit Heftigkeit anfasst).

Carlos.
Auf! Auf, mein Freund! Und entschließe dich. Sieh, ich will alles beiseite setzen, ich will sagen: Hier liegen zwei Vorschläge auf gleichen Schalen. Entweder du heiratest Marien und findest dein Glück in einem stillen bürgerlichen Leben, in den ruhigen häuslichen Freuden; oder du führest auf der ehrenvollen Bahn deinen Lauf weiter nach dem nahen Ziel. – Ich will alles beiseite setzen und will sagen: Die Zunge steht inne, es kommt auf dienen Entschluss an, welche von beiden Schalen den Ausschlag haben soll! Gut! Aber entschließe dich. – Es ist nichts erbärmlicher in der Welt als ein unentschlossener Mensch, der zwischen zweien Empfindungen schwebt, gern beide vereinigen möchte und nicht begreift, dass nichts sie vereinigen kann als eben der Zweifel, die Unruhe, die ihn peinigen. Auf, und gib Marien deine Hand, handle als ein ehrlicher Kerl, der das Glück seines Lebens seinen Worten aufopfert, der es für seine Pflicht achtet, was er verdorben hat, wieder gut zu machen, der auch den Kreis seiner Leidenschaften und Wirksamkeit nie weiter ausgebreitet hat, als dass er imstande ist, alles wieder gut zu machen, was er verdorben hat: Und so genieße das Glück einer ruhigen Beschränkung, den Beifall eines bedächtigen Gewissens und alle Seligkeit, die denen Menschen gewährt ist, die imstande sind, sich ihr eigen Glück zu schaffen und Freude den Ihrigen – Entschließe dich; so will ich sagen: Du bist ein ganzer Kerl –

Clavigo.
Einen Funken, Carlos, deiner Stärke, deines Muts.

Carlos.
Er schläft in dir, und ich will blasen, bis er in Flammen schlägt. Sieh auf der andern Seite das Glück und die Größe, die dich erwarten. Ich will dir diese Aussichten nicht mit dichterischen bunten Farben vormalen; stelle sie dir selbst in der Lebhaftigkeit dar, wie sie in voller Klarheit vor deiner Seele standen, ehe der französische Strudelkopf dir die Sinne verwirrte. Aber auch da, Clavigo, sei ein ganzer Kerl und mache deinen Weg stracks, ohne rechts und links zu sehen. Möge deine Seele sich erweitern und die Gewissheit des großen Gefühls über dich kommen, dass außerordentliche Menschen eben auch darin außerordentliche Menschen sind, weil ihre Pflichten von den Pflichten des gemeinen Menschen abgehen; dass der, dessen Werk es ist, ein großes Ganze zu übersehen, zu regieren, zu erhalten, sich keinen Vorwurf zu machen braucht, geringe Verhältnisse vernachlässiget, Kleinigkeiten dem Wohl des Ganzen aufgeopfert zu haben. Tut das der Schöpfer in seiner Natur, der König in seinem Staate – warum sollten wir’s nicht tun, um ihnen ähnlich zu werden?

Clavigo.
Carlos, ich bin ein kleiner Mensch.

Carlos.
Wir sind nicht klein, wenn Umstände uns zu schaffen machen, nur wenn sie uns überwältigen. Noch einen Atemzug, und du bist wieder bei dir selber. Wirf die Reste einer erbärmlichen Leidenschaft von dir, die dich in jetzigen Tagen ebenso wenig kleiden als das graue Jäckchen und die bescheidene Miene, mit denen du nach Madrid kamst. Was das arme Mädchen für dich getan hat, hast du ihr lange gelohnt, und dass du ihr die erste freundliche Aufnahme schuldig bist – O! Eine andre hätte um das Vergnügen deines Umgangs ebensoviel und mehr getan, ohne solche Prätensionen zu machen – und wird dir einfallen, deinem Schulmeister die Hälfte deines Vermögens zu geben, weil er dich vor dreißig Jahren das Abc gelehrt hat? Nun, Clavigo?

Clavigo.
Das ist all gut; im ganzen magst du recht haben, es mag also sein; nur wie helfen wir uns aus der Verwirrung, in der wir stecken? Da gib Rat, da schaff’ Hilfe und dann rede.

Carlos.
Gut! Du willst also?

Clavigo.
Mach’ mich können, so will ich. Ich habe kein Nachdenken; hab’s für mich.

Carlos.
Also denn. Zuerst gehst du, den Herrn an einen dritten Ort zu bescheiden, und alsdann forderst du mit der Klinge die Erklärung zurück, die du gezwungen und unbesonnen ausgestellt hast.

Clavigo.
Ich habe sie schon, er zerriss und gab mir sie.

Carlos.
Trefflich! Trefflich! Schon den Schritt getan – und du hast mich so lange reden lassen? – Also kürzer! Du schreibst ihm ganz gelassen, du fändest nicht für gut, seine Schwester zu heiraten; die Ursache könne er erfahren, wenn er sich heute Nacht, von einem Freunde begleitet und mit beliebigen Waffen versehen, da oder dort einfinden wolle. Und somit signiert. – Komm, Clavigo, schreib das. Ich bin dein Sekundant und – es müsste mit dem Teufel zugehen –

Clavigo (geht nach dem Tisch).

Carlos.
Höre! Ein Wort! Wenn ich’s so recht bedenke, ist das ein einfältiger Vorschlag. Wer sind wir, um uns gegen einen aufgebrachten Abenteurer zu wagen? Und die Aufführung des Menschen, sein Stand verdient nicht, dass wir ihn für unsresgleichen achten. Also hör’ mich! Wenn ich ihn nun peinlich anklage, dass er heimlich nach Madrid gekommen, sich bei dir unter einem falschen Namen mit einem Helfershelfer anmelden lassen, dich erst mit freundlichen Worten vertraulich gemacht, dann dich unvermutet überfallen, eine Erklärung dir abgenötigt und sie auszustreuen weggegangen ist – das bricht ihm den Hals: Er soll erfahren, was das heißt, einen Spanier mitten in der bürgerlichen Ruhe zu befehden.

Clavigo.
Du hast recht.

Carlos.
Wenn wir nun aber unterdessen, bis der Prozess eingeleitet ist, bis dahin uns der Herr noch allerlei Streiche machen könnte, das Gewisse spielten und ihn kurz und gut beim Kopfe nähmen?

Clavigo.
Ich verstehe und kenne dich, dass du Mann bist, es auszuführen.

Carlos.
Nun auch! Wenn ich, der ich schon fünfundzwanzig Jahre mitlaufe und dabei war, da den Ersten unter den Menschen die Angsttropfen auf dem Gesichte standen – wenn ich so ein Possenspiel nicht entwickeln wollte! Und somit lassest du mir freie Hand; du brauchst nichts zu tun, nichts zu schreiben. Wer den Bruder einstecken lässt, gibt pantomimisch zu verstehen, dass er die Schwester nicht mag.

Clavigo.
Nein, Carlos: Es gehe, wie es wolle, das kann, das werd’ ich nicht leiden. Beaumarchais ist ein würdiger Mensch, und er soll in keinem schimpflichen Gefängnisse verschmachten um seiner gerechten Sache willen. Einen andern Vorschlag, Carlos, einen andern!

Carlos.
Pah! Pah! Kindereien! Wir wollen ihn nicht fressen, er soll wohl aufgehoben und versorgt werden, und lang kann’s auch nicht währen. Denn siehe, wenn er spürt, dass es Ernst ist, kriecht sein theatralischer Eifer gewiss zum Kreuz; er kehrt bedutzt nach Frankreich zurück und dankt auf das höflichste, wenn man ja seiner Schwester ein jährliches Gehalt aussetzen will, warum’s ihm vielleicht einzig und allein zu tun war.

Clavigo.
So sei’s denn! Nur verfahrt gut mit ihm.

Carlos.
Sei unbesorgt. – Noch eine Vorsicht! Man kann nicht wissen, wie’s verschwätzt wird, wie er Wind kriegt, und er überläuft dich, und alles geht zugrunde. Drum begib dich aus deinem Hause, dass auch kein Bedienter weiß, wohin. Lass nur das Nötigste zusammenpacken. Ich schicke dir einen Burschen, der dir’s forttragen und dich hinbringen soll, wo dich die heilige Hermandad selbst nicht findet. Ich hab’ so ein paar Mauslöcher immer offen. Adieu!

Clavigo.
Leb’ wohl!

Carlos.
Frisch! Frisch! Wenn’s vorbei ist, Bruder, wollen wir uns laben. (Ab.)


(Guilberts Wohnung.)

Sophie Guilbert. Marie Beaumarchais mit Arbeit.

Marie.
So ungestüm ist Buenco fort?

Sophie.
Das war natürlich. Er liebt dich, und wie konnte er den Anblick des Menschen ertragen, den er doppelt hassen muss?

Marie.
Er ist der beste, tugendhafteste Bürger, den ich je gekannt habe. (Ihr die Arbeit zeigend.) Mich dünkt, ich mach’ es so? Ich ziehe das hier ein, und das Ende steck’ ich hinauf. Es wird gut stehen.

Sophie.
Recht gut. Und ich will Pailleband zu dem Häubchen nehmen! Es kleidet mich keins besser. Du lächelst?

Marie.
Ich lache über mich selbst. Wir Mädchen sind doch eine wunderliche Nation: Kaum heben wir den Kopf nur ein wenig wieder, so ist gleich Putz und Band, was uns beschäftigt.

Sophie.
Das kannst du dir nicht nachsagen; seit dem Augenblick, da Clavigo dich verließ, war nichts imstande, dir eine Freude zu machen.

Marie (fährt zusammen und sieht nach der Tür).

Sophie.
Was hast du?

Marie (beklemmt).
Ich glaubte, es käme jemand! Mein armes Herz! O, es wird mich noch umbringen. Fühl’, wie es schlägt, von dem leeren Schrecken.

Sophie.
Sei ruhig. Du siehst blass; ich bitte dich, meine Liebe!

Marie (auf die Brust deutend).
Es drückt mich hier so. – Es sticht mich so. – Es wird mich umbringen.

Sophie.
Schone dich.

Marie.
Ich bin ein närrisches unglückliches Mädchen. Schmerz und Freude haben mit all ihrer Gewalt mein armes Leben untergraben. Ich sage dir, es ist nur halbe Freude, dass ich ihn wieder habe. Ich werde das Glück wenig genießen, das mich in seinen Armen erwartet; vielleicht gar nicht.

Sophie.
Schwester, meine liebe Einzige! Du nagst mit solchen Grillen an dir selber.

Marie.
Warum soll ich mich betrügen?

Sophie.
Du bist jung und glücklich und kannst alles hoffen.

Marie.
Hoffnung! O, der süße einzige Balsam des Lebens bezaubert oft meine Seele. Mutige jugendliche Träume schweben vor mir und begleiten die geliebte Gestalt des Unvergleichlichen, der nun wieder der Meine wird. O Sophie, wie reizend ist er! Seit ich ihn nicht sah, hat er – ich weiß nicht, wie ich’s ausdrücken soll – es haben sich alle großen Eigenschaften, die ehemals in seiner Bescheidenheit verborgen lagen, entwickelt. Er ist ein Mann worden und muss mit diesem reinen Gefühle seiner selbst, mit dem er auftritt, das so ganz ohne Stolz, ohne Eitelkeit ist, er muss alle Herzen wegreißen. – Und er soll der Meinige werden? – Nein, Schwester, ich war seiner nicht wert – Und jetzt bin ich’s viel weniger!

Sophie.
Nimm ihn nur und sei glücklich. – Ich höre deinen Bruder!

Beaumarchais kommt.

Beaumarchais.
Wo ist Guilbert?

Sophie.
Er ist schon eine Weile weg; lang kann er nicht mehr ausbleiben.

Marie.
Was hast du, Bruder? – (Aufspringend und ihm um den Hals fallend.) Lieber Bruder, was hast du?

Beaumarchais.
Nichts! Lass mich, meine Marie!

Marie.
Wenn ich deine Marie bin, so sag’ mir, was du auf dem Herzen hast.

Sophie.
Lass ihn. Die Männer machen oft Gesichter, ohne just was auf dem Herzen zu haben.

Marie.
Nein, nein. Ach, ich sehe dein Angesicht nur wenige Zeit; aber schon drückt es mir alle deine Empfindungen aus, ich lese jedes Gefühl dieser unverstellten unverdorbenen Seele auf deiner Stirne. Du hast etwas, das dich stutzig macht. Rede, was ist’s.

Beaumarchais.
Es ist nichts, meine Lieben. Ich hoffe, im Grunde ist’s nichts. Clavigo –

Marie.
Wie?

Beaumarchais.
Ich war bei Clavigo. Er ist nicht zu Hause.

Sophie.
Und das verwirrt dich?

Beaumarchais.
Sein Pförtner sagt, er sei verreist, er wisse nicht, wohin; es wisse niemand, wie lange. Wenn er sich verleugnen ließe! Wenn er wirklich verreist wäre! Wozu das? Warum das?

Marie.
Wir wollen’s abwarten.

Beaumarchais.
Deine Zunge lügt. Ha! Die Blässe deiner Wangen, das Zittern deiner Glieder, alles spricht und zeugt, dass du das nicht abwarten kannst. Liebe Schwester! (Fasst sie in seine Arme.) An diesem klopfenden, ängstlich bebenden Herzen schwör’ ich dir. Höre mich, Gott, der du gerecht bist! Höret mich, alle seine Heiligen! Du sollst gerächt werden, wenn er – die Sinne vergehen mir über dem Gedanken, – wenn er rückfiele, wenn er doppeltes grässliches Meineids sich schuldig machte, unsers Elends spottete – Nein, es ist, es ist nicht möglich, nicht möglich – Du sollst gerächt werden.

Sophie.
Alles zu früh, zu voreilig. Schone ihrer, ich bitte dich, mein Bruder.

Marie (setzt sich).

Sophie.
Was hast du? Du wirst ohnmächtig.

Marie.
Nein, nein. Du bist gleich so besorgt.

Sophie (reicht ihr Wasser).
Nimm das Glas.

Marie.
Lass doch! Wozu soll’s! – Nun meinetwegen, gib her.

Beaumarchais.
Wo ist Guilbert? Wo ist Buenco? Schick’ nach ihnen, ich bitte dich. (Sophie ab.) Wie ist dir, Marie?

Marie.
Gut, ganz gut! Denkst du denn, Bruder -?

Beaumarchais.
Was, meine Liebe?

Marie.
Ach!

Beaumarchais.
Der Atem wird dir schwer?

Marie.
Das unbändige Schlagen meines Herzens versetzt mir die Luft.

Beaumarchais.
Habt ihr denn kein Mittel? Brauchst du nichts Niederschlagendes?

Marie.
Ich weiß ein Mittel, und darum bitt’ ich Gott schon lange.

Beaumarchais.
Du sollst’s haben, und ich hoffe, von meiner Hand.

Marie.
Schon gut.

Sophie kommt.

Sophie.
Soeben gibt ein Kurier diesen Brief ab, er kommt von Aranjuez.

Beaumarchais.
Das ist das Siegel und die Hand unsers Gesandten.

Sophie.
Ich hieß ihn absteigen und einige Erfrischungen zu sich nehmen; er wollte nicht, weil er noch mehr Depeschen habe.

Marie.
Willst du doch, Liebe, das Mädchen nach dem Arzte schicken?

Sophie.
Fehlt dir was? Heiliger Gott! Was fehlt dir?

Marie.
Du wirst mich ängstigen, dass ich zuletzt kaum traue, ein Glas Wasser zu begehren – Sophie! – Bruder! – Was enthält der Brief? Sieh, wie er zittert! Wie ihn aller Mut verlässt!

Sophie.
Bruder, mein Bruder!

Beaumarchais (wirft sich sprachlos in einen Sessel und lässt den Brief fallen).

Sophie.
Mein Bruder! (Hebt den Brief auf und liest.)

Marie.
Lass mich ihn sehen! Ich muss – (Will aufstehen.) Weh! Ich fühl’s. Es ist das letzte. Schwester, aus Barmherzigkeit den letzten schnellen Todesstoß! Er verrät uns! –

Beaumarchais (aufspringend).
Er verrät uns! (An die Stirn schlagend und auf die Brust.) Hier! Hier! Es ist alles so dumpf, so tot vor meiner Seele, als hätt’ ein Donnerschlag meine sinne gelähmt. Marie! Marie! Du bist verraten! – Und ich stehe hier! Wohin? – Was? – Ich sehe nichts, nichts! Keinen Weg, keine Rettung! (Wirft sich in den Sessel.)

Guilbert kommt.

Sophie.
Guilbert! Rat! Hilfe! Wir sind verloren!

Guilbert.
Weib.

Sophie.
Lies! Lies! Der Gesandte meldet unserm Bruder: Clavigo habe ihn peinlich angeklagt, als sei er unter einem falschen Namen in sein Haus geschlichen, habe ihm im Bette die Pistole vorgehalten, habe ihn gezwungen, eine schimpfliche Erklärung zu unterschreiben, und wenn er sich nicht schnell aus dem Königreiche entfernt, so schleppen sie ihn ins Gefängnis, daraus ihn zu befreien der Gesandte vielleicht selbst nicht imstande ist.

Beaumarchais (aufspringend).
Ja, sie sollen’s! Sie sollen’s! Sollen mich ins Gefängnis schleppen. Aber von seinem Leichname weg, von der Stätte weg, wo ich mich in seinem Blute werde geletzt haben. – Ach! Der grimmige, entsetzliche Durst nach seinem Blute füllt mich ganz. Dank sei dir, Gott im Himmel, dass du dem Menschen mitten im glühenden unerträglichsten Leiden ein Labsal sendest, eine Erquickung. Wie ich die dürstende Rache in meinem Busen fühle! Wie aus der Vernichtung meiner selbst, aus der stumpfen Unentschlossenheit mich das herrliche Gefühl, die Begier nach seinem Blute herausreißt, mich über mich selbst reißt! Rache! Wie mir’s wohl ist! Wie alles an mir nach ihm hinstrebt, ihn zu fassen, ihn zu vernichten!

Sophie.
Du bist fürchterlich, Bruder.

Beaumarchais.
Desto besser. – Ach! Keinen Degen, kein Gewehr! Mit diesen Händen will ich ihn erwürgen, dass mein die Wonne sei! Ganz mein eigen das Gefühl: Ich hab’ ihn vernichtet.

Marie.
Mein Herz! Mein Herz!

Beaumarchais.
Ich habe dich nicht retten können, so sollst du gerächet werden. Ich schnaube nach seiner Spur, meine Zähne gelüstet’s nach seinem Fleisch, meinen Gaumen nach seinem Blut. Bin ich ein rasendes Tier geworden! Mir glüht in jeder Ader, mir zuckt in jeder Nerve die Begier nach ihm! – Ich würde den ewig hassen, der mir ihn jetzt mit Gift vergäbe, der mir ihn meuchelmörderisch aus dem Wege räumte. O hilf mir, Guilbert, ihn aufsuchen! Wo ist Buenco? Helft mir ihn finden!

Guilbert.
Rette dich! Rette dich! Du bist außer dir.

Marie.
Fliehe, mein Bruder!

Sophie.
Führ’ ihn weg, er bringt seine Schwester um.

Buenco kommt.

Buenco.
Auf, Herr! Fort! Ich sah’s voraus. Ich gab auf alles Acht. Und nun! Man stellt Euch nach, Ihr seid verloren, wenn Ihr nicht im Augenblick die Stadt verlasst.

Beaumarchais.
Nimmermehr! Wo ist Clavigo?

Buenco.
Ich weiß nicht.

Beaumarchais.
Du weißt’s. Ich bitte dich fußfällig, sag’s mir.

Sophie.
Um Gottes willen, Buenco!

Marie.
Ach! Luft! Luft! (Fällt zurück.) Clavigo! –

Buenco.
Hilfe, sie stirbt!

Sophie.
Verlass uns nicht, Gott im Himmel! – Fort, mein Bruder, fort!

Beaumarchais (fällt vor Marien nieder, die ungeachtet aller Hilfe nicht wieder zu sich selbst kommt).
Dich verlassen! Dich verlassen!

Sophie.
So bleib und verderb uns alle, wie du Marie getötet hast. Du bist hin, o meine Schwester! Durch die Unbesonnenheit deines Bruders.

Beaumarchais.
Halt, Schwester!

Sophie (spottend).
Retter! – Rächer! – Hilf dir selber!

Beaumarchais.
Verdien’ ich das?

Sophie.
Gib mir sie wieder! Und dann geh in Kerker, geh aufs Martergerüst, geh, vergieße dein Blut und gib mir sie wieder.

Beaumarchais.
Sophie!

Sophie.
Ha! Und ist sie hin, ist sie tot – so erhalte dich uns! (Ihm um den Hals fallend.) Mein Bruder, erhalte dich uns! Unserm Vater! Eile, eile! Das war ihr Schicksal! Sie hat’s geendet. Und ein Gott ist im Himmel, dem lass die Rache.

Buenco.
Fort! Fort! Kommen Sie mit mir, ich verberge Sie, bis wir Mittel finden, Sie aus dem Königreich zu schaffen.

Beaumarchais (fällt auf Marien und küsst sie).
Schwester! (Sie reißen ihn los, er fasst Sophie, sie macht sich los, man bringt Marie weg, und Buenco mit Beaumarchais ab.)

Sophie (aus dem Zimmer zurückkommend, darein man Marie gebracht hat).
Zu spät! Sie ist hin! Sie ist tot!

Guilbert.
Kommen Sie, mein Herr! Sehen Sie selbst! Es ist nicht möglich! (Ab.)

Ü   Þ

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