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Homepage Literatur Johann Wolfgang von Goethe Briefe Goethe an Schiller Inhaltsverzeichnis Vorwort An König von Bayern Briefe 1794 Briefe 1795 Briefe 1796 Briefe 1797 Briefe 1798 Briefe 1799 Briefe 1800 Briefe 1801 Briefe 1802 Briefe 1803 Briefe 1804 ... 937. An Schiller 938. An Goethe 939. An Schiller 940. An Goethe 941. An Schiller 942. An Schiller 943. An Schiller 944. An Goethe 945. An Schiller 946. An Schiller 947. An Goethe 948. An Schiller 949. An Goethe 950. An Schiller 951. An Goethe 952. An Goethe 953. An Schiller 954. An Schiller 955. An Goethe ... Briefe 1805 Anh. 1: Goethe an Ch. Schiller Anh. 2: Herzog K.-A. an Schiller Anh. 3: Schiller an Prof. Süvern Zusammenstellung Band 1 Zusammenstellung Band 2 Register Goethe Register Schiller Register Personen Sach-Register Orts-Register |
946. An SchillerIndem ich frage wie Sie sich befinden? und zugleich versichre, daß es mir, unter der Bedingung daß ich zu Hause bleibe, ganz leidlich gehen kann, gebe ich Nachricht von zwei Kunstwerken, die bei mir angelangt sind. Erstlich ein Gemälde von einem alten Manieristen aus dem siebzehnten Jahrhundert, vorstellend jene Weiber, die sich entblößen, um das fliehende Heer aufzuhalten und es gegen die Feinde zurückzutreiben, mit so viel Geist, Humor und Glück vorgestellt, daß es ein wahrhaftes Behagen erregt. Zweitens ein Stück von Calderon. Fernando, Prinz von Portugal, der zu Fetz in der Sklaverei stirbt, weil er Ceuta, das man als Lösepreis für ihn fordert, nciht will herausgeben lassen. Man wird, wie bei den vorigen Stücken, aus mancherlei Ursachen im Genuß des einzelnen, besonders beim ersten Lesen, gestört; wenn man aber durch ist und die Idee sich wie ein Phönix aus den Flammen vor den Augen des Geistes emporhebt, so glaubt man nichts vortrefflichers gelesen zu haben. Es verdient gewiß neben der Andacht zum Kreuze zu stehen, ja man ordnet es höher, vielleicht weil man es zuletzt gelesen hat und weil der Gegenstand so wie die Behandlung im höchsten Sinne liebenswürdig ist. Ja ich möchte sagen, wenn die Poesie ganz von der Welt verloren ginge, so könnte man sie aus diesem Stück wieder herstellen. Fügen Sie nun zu diesen günstigen Aspecten irgend einen Act von Tell hinzu, so kann mich in der nächsten Zeit kein Übel anwehen. Ruhe zu Nacht und gute Stimmung bei Tage wünscht herzlich Weimar am 28.1) Januar 1804. G. |
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