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846. An SchillerJena, [16.]1) März 1802. Die Nachricht, daß Sie mit entschiedenem Interesse einen neuen Gegenstand bei sich herumtragen, macht mir viel Freude, sowohl für Sie als für uns. Ich wünsche guten Succeß. Seitdem ich mich aus den weimarischen Stürmen gerettet, lebe ich recht zufrieden und froh und auch nicht ganz unthätig, indem sich einige lyrische Kleinigkeiten eingestellt haben, mit denen ich zwar nicht als Werken, doch aber als Symptomen ganz wohl zufrieden bin. Dafür daß Sie den 5. März so glücklich überstanden, wären Sie dem Bürgermeister als einem zweiten Äsculap einen Hahnen schuldig geworden; da er unterdessen von oben herein solchen Lohn empfangen, können Sie Ihre Dankbarkeit in petto behalten. Bei dieser Gelegenheit dachte ich wieder was es für ein sonderbares Ding um die Geschichte ist, wenn man von ihr die Ursachen, Anlässe und Verhältnisse der Begebenheiten im einzelnen fordert; ich lebe diesen letzten Ereignissen so nahe, ja ich bin mit darin verwickelt und weiß eigentlich immer noch nicht, wie sie zusammenhängen. Vielleicht waren Sie glücklicher als ich. Schelling hat ein Gespräch geschrieben: Bruno oder über das göttliche und natürliche Princip der Dinge. Was ich davon verstehe oder zu verstehen glaube ist vortrefflich und trifft mit meinen innigsten Überzeugungen zusammen. Ob es uns andern aber möglich sein wird dieser2) Composition durch alle ihre Theile zu folgen und sie sich wirklich als im Ganzen3) zu denken, daran muß ich noch zweifeln. Übrigens weiß ich nicht viel zu sagen als daß mir Abends wenn es sieben Uhr werden will, sehr oft der Wunsch entsteht, Sie und unsern edlen Meister auf ein paar Stunden bei mir zu sehen. Daß übrigens einige Frauenzimmer hier noch singlustiger als unsere Freundinnen und dabei glücklicherweise musikalischer sind, wodurch denn meine innere Singlust von Zeit zu Zeit erregt wird. Das versprochene Buch habe ich leider noch nicht wieder finden können. [G.] |
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