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769. An SchillerDas Wetter fährt fort von der Art zu sein, daß es Sie wohl nicht reizen kann. In diesen Tagen habe ich den Eingang zu unserer Preisertheilung geschrieben und den Schluß dazu schematisirt; ich muß nun abwarten wie er zu Ihrer und Meyers Arbeit paßt. Wenn ich Mittwoch Abends Meyers letzte Hälfte und Ihr Ganzes erhalten könnte so wär' ich freilich sehr gefördert: denn ich wünschte nicht eher wegzugehen bis alles ein Ganzes ist. In Weimar gelingt mir so etwas nicht, ich weiß es schon; denn ich brauche fast mehr Sammlung zum rhetorischen als poetischen. Es fiel mir ein daß ich noch einen Aufsatz von Humboldt über den Trimeter habe. Leider habe ich ihn, als er abgeschrieben war, nicht corrigirt; es kommen daher einige mir wenigstens unheilbare Schreibfehler darin vor. Auch liegt ein Theil seines Agamemnons bei; beides wird einigermaßen Ihren Wünschen entgegenkommen. Wenn ich übrigens mit Niethammer und Friedrich Schlegel transscendentalen Idealism, mit Rittern höhere Physik spreche, so können Sie denken, daß die Poesie sich beinahe verdrängt sieht; doch läßt sich hoffen daß sie wieder zurückkehren werde. Übrigens mag ich nun nach Hause gehen wenn ich will, so habe ich meine vier Wochen nützlich zugebracht und finde mich von allen Seiten gefördert. Manches habe ich nun zu verarbeiten, und wenn ich diesen Winter noch einen Monat hier zubringen kann, so wird es in mehr als Einem Sinne gut stehen. Leben Sie recht wohl, gedenken mein und sein Sie auf Ihre Wiese fleißig. Jena am 30. September 1800. G. Ich lege noch vorjährige Bemerkungen über den Macbeth bei die ich zum Theil noch erst werde commentiren müssen. Heben sie solche bei sich auf oder geben sie Beckern. 1)Eben wollte ich meine Depesche schließen, als zu meiner größten Freude Ihr Aufsatz anlagt. Ich habe ihn geschwind gelesen und finde ihn so schön, gut und zweckmäßig, als Sie es selbst nicht wissen. Es fiel mir dabei ein: daß jede Partei in Venedig zwei Advokaten von verschiednem Charakter beim Plaidiren der Prozesse aufstellt, einen der den Vortrag macht und einen andern der concludirt. Aus unserm Dreiklang soll diesmal etwas recht artiges entstehen. Meine Peroration, die Sie mir zum Theil weggenommen haben, will ich nun zu der Einleitung schlagen und was mir ja noch übrig bleibe zu der Preisaufgabe aufs folgende Jahr, wo sich auch noch mancherlei sagen läßt. Doch das wird sich alles erst finden wenn ich Meyers Recension habe, auf die ich morgen hoffe. Die Einheit in der Verschiedenheit der drei Töne wird sich recht gut ausnehmen. Ich danke Ihnen tausendmal für guten Beistand. Ich wollte auch die Motive classificiren, ich fürchtete aber, schon bei Durchsicht meines Schemas, daß ich ins Trockne fallen könnte. Bei Ihnen ist nun alles in2) Fluß. Leben Sie recht wohl, und schenken Sie doch auch der flüchtigen Skizze einen Blick, die ich Meyern über die verschiedene Lage der Kunst in Deutschland zuschickte. G. 3) Bemerkungen zu Macbeth
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