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766. An Goethe

Weimar, 27.1) September 1800.              

   Ich hatte gehofft, Ihnen meinen versprochenen Brief heute mit der Botenfrau zu schicken, aber ich bin noch nicht ganz damit im Reinen; die letzten Tage waren mir nicht günstig, denn die böse Wetterveränderung regte meine alten Krämpfe wieder auf. Mit der morgenden Post aber sende ich das Manuscript ab, da ich vor der Hand noch nicht rathsam finde, selbst hinüber zu kommen.

   Ich habe daß Sie sich wohl befinden, ob ich gleich heute nichts von Ihnen hörte. Wenn Sie mir den Hermann von den griechischen Sylbenmaßen zu lesen verschaffen könnten, so wäre mirs sehr lieb; Ihre neuliche Vorlesung hat mich auf die Trimeter sehr aufmerksam gemacht und ich wünschte in die Sache mehr einzudringen. Auch habe ich große Lust mich in Nebenstunden etwas mit dem Griechischen zu beschäftigen, nur um so weit zu kommen, daß ich in die griechische Metrik eine Einsicht erhalte. Ich hoffe, wenn Humboldt hieher kommt, dadurch eher etwas von ihm2) zu profitiren. Auch wünschte ich zu wissen, welche griechische Grammatik und welches Lexikon das brauchbarste sein möchte. Friedrich Schlegel wird wohl am besten darüber Auskunft geben können.

   Ich wünsche gute Fortschritte in der Tragödie; diese Woche bin ich in meiner Production nicht vorgerückt.

   Leben sie recht wohl. Meine Frau grüßt Sie.

Sch.

 

Ü   Þ

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