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612. An Schiller

   Ich habe heute keinen Brief von Ihnen erhalten und mich deswegen kaum überzeugen können daß es Mittwoch sei. Möge das Hinderniß aus keiner unangenehmen Ursache entsprungen sein! Was mich betrifft so rege ich mich wenigstens, da ich mich nicht bewegen kann.

   Ich lasse meine kleinen Gedichte zusammen schreiben, woraus ein wunderlicher Codex entstehen wird.

   Ich habe bei dieser Gelegenheit Ihren Taucher wieder gelesen, der mir wieder außerordentlich wohl und, wie mich sogar dünkt, besser als jemals gefallen hat.

   Die Phänomene der sogenannten Inflexion waren auch heute wieder, bei dem schönen Sonnenschein, an der Tagesordnung.

   Es ist bald gesagt: man solle genau beobachten! ich verdenke es aber keinem Menschen wenn er geschwind mit einer hypothetischen Enunciation die Erscheinungen bei Seite schafft. Ich will in gegenwärtigem Falle alles was nur an mir ist, zusammennehmen und brauchen, es ist aber auch nöthig. Dagegen sehe ich wohl daß es vielleicht der letzte Knoten ist der mich noch1) bindet, durch dessen Auflösung wahrscheinlich die schönste Freiheit über das Ganze zu erringen ist.

   Leben Sie recht wohl und fleißig.

   Weimar am 26. Juni 1799.

G.

Ü   Þ

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