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603. An GoetheJena den 7. Juni 1799. Nur zwei Worte für heute, da ich hoffe Sie morgen selbst zu sehen. Wenn nichts dazwischen kommt, so habe ich's Lodern zugesagt, bei der Gesellschaft zu sein die er in Belvedere eingeladen. Dohm hat uns hier seine authentische Nachricht von der Rastädter Geschichte zurückgelassen, die mir zu verschiedenen Bemerkungen Gelegenheit1) gegeben. unter andern werden Sie den ganz sonderbaren Widerspruch bemerkt haben der in Absicht auf den Tod des Robertjots darin vorkommt, wo zwei ganz entgegengesetzte Berichte auf die Aussage des nämlichen Kammerdieners gegründet werden. Bei einer so feierlich angekündigten Genauigkeit ist solch ein Versehen sonderbar genug, und ich weiß mir's schlechterdings nicht zu erklären. In meiner Arbeit bin ich seit zwei Tagen nicht weiter gerückt2), gestern hatte ich den ganzen Tag Besuche, und heute eine gewaltige Briefexpedition. Das Geschrei das Wieland von Herders Buch erhebt wird wie ich fürchte eine ganz andere Wirkung thun, als er damit beabsichtigt3). Wir können es in aller Gelassenheit abwarten, und wollen bei dieser Komödie, die bunt und lärmend genug werden wird, als ruhige Zuschauer unsre Plätze nehmen. Unterhaltung giebt sie uns gewiß. Was auch Wieland gesagt haben mag, so wünschte ich, Cotta setzte es in die Allgemeine Zeitung oder Böttiger schickte es dahin, denn es kann nicht allgemein genug bekannt werden. Herr von Fritsch4) mag sich immerhin die Stelle, die er5) (wahrscheinlich für irgend ein Stammbuch) zu haben wünscht, aus Graffs Rolle herausschreiben lassen. Ich habe nichts dagegen. Leben Sie recht wohl. Ich freue mich Sie auf einige Stunden zu sehen. Sch. |
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