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Homepage Literatur Johann Wolfgang von Goethe Briefe Goethe an Schiller Inhaltsverzeichnis Vorwort An König von Bayern Briefe 1794 Briefe 1795 Briefe 1796 Briefe 1797 Briefe 1798 Briefe 1799 ... 589. An Schiller 590. An Goethe 591. An Goethe 592. An Schiller 593. An Schiller 594. An Goethe 595. An Schiller 596. An Goethe 597. An Goethe 598. An Schiller 599. An Goethe 600. An Schiller 601. An Goethe 602. An Schiller 603. An Goethe 604. An Goethe 605. An Goethe 606. An Schiller 607. An Goethe ... Briefe 1800 Briefe 1801 Briefe 1802 Briefe 1803 Briefe 1804 Briefe 1805 Anh. 1: Goethe an Ch. Schiller Anh. 2: Herzog K.-A. an Schiller Anh. 3: Schiller an Prof. Süvern Zusammenstellung Band 1 Zusammenstellung Band 2 Register Goethe Register Schiller Register Personen Sach-Register Orts-Register |
598. An SchillerBei unserer Trennung Die auch mir immer sehr empfindlich fällt finde ich Ursache Sie zu beneiden, indem Sie in Ihrem Kreise und auf Ihrem Wege bleiben und also sichrer vorwärts gehen, da das Vorschreiten in meiner Lage eine sehr problematische Sache ist. Abends weiß ich wohl daß etwas geschehen ist, das aber auch wohl1) ohne mich und vielleicht ganz und gar anders hätte geschehen können. Ich will nur suchen hier aufs beste meine Pflicht im allgemeinen zu thun und sorgen daß mein Aufenthalt auch für unsere besondern Zwecke nicht unnütz verstreiche. Den ersten Gesang des Gedichtes habe ich von unserer Freundin erhalten, gegen den aber leider alle Gravamina die ich Ihnen schon vorerzählt gewaltig gelten. es fehlt alle epische Retardation, dadurch drängt sich alles auf und über einandern, und dem Gedicht fehlt, wenn man es liest durchaus Ruhe und Klarheit. In dem ganzen Gesänge ist kein einziger Abschnitt angegeben und wirklich sind die Abschnitte schwer zu bezeichnen. Die sehr langen Perioden verwickeln die Sache mehr als daß sie durch eine gewisse Vollendung dem Vortrag eine Anmuth gäben. es entstehen viel dunkel Parenthesen und Beziehungen, die Worte sind oft ohne epischen Zweck umgestellt udn der Gebrauch der Participien nicht immer glücklich. Ich will sehen das mögliche zu thun um so mehr als ich meine hiesigen Stunden nicht hoch anrechne. Überhaupt aber werden unsere Arbeiten über den Dilettantismus uns, wie ich voraussehe, in eine eigne Lage versetzen; denn es ist nichtmöglich die Unarten desselben deutlich einzusehen ohne ungeduldig und unfreundlich zu werden. Ob ich das Schema sehr gefördert schicken oder bringen werde ist noch eine sehr große Frage. Was ich von Christian Thomasius kennen lernte hat mich stets interessirt. Sein heiteres udn geistreiches Wesen ist sehr ansprechend. Ich will mich nach den Aufsätzen erkundigen nach denen Sie fragen. Leben sie recht wohl und grüßen Sie Ihre liebe Frau. Von Meyern liegt etwas bei. Weimar am 29. Mai 1799. G. |
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