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585. An Schiller

[Weimar den 18. März 1799.]1)              

   Zu dem vollendeten Werke wünsche ich von Herzen Glück; es hat mir ganz besonders genug gethan ob ich es glich an einem bösen zerstreuten Morgen nur gleichsam obenhin gekostet habe. Für den theatralischen Effect ist es hinreichend ausgestattet; die neuen Motive die ich noch nicht kannte sind sehr schön und zweckmäßig.

   Können Sie künftig den Piccolominis etwas von der Masse abnehmen so sind beide Stücke ein unschätzbares Geschenk für die deutsche Bühne, und man muß sie durch lange Jahre aufführen. Freilich hat das letzte Stück den großen Vorzug daß alles aufhört politisch zu sein und blos menschlich wird; ja das historische selbst ist nur ein leichter Schleier wodurch das reinmenschliche durchblickt. Die Wirkung aufs Gemüth wird nicht gehindert noch gestört.

   Mit dem Monolog der Prinzessin würde ich auf alle Fälle den Act schließen. Wie sie fortkommt, bleibt immer der Phantasie überlassen. Vielleicht wäre es in der Folge gut wenn der Stallmeister schon im ersten Stücke eingeführt würde.

   Der Schluß des ganzen durch die Adresse des Briefs erschreckt eigentlich, besonders in der weichen Stimmung in der man sich befindet. Der Fall ist auch wohl einzig daß man, nachdem alles was Furcht und Mitleiden zu erregen fähig ist erschöpft war, mit Schrecken schließen konnte.

   Ich sage nichts weiter und freue mich nur auf den Zusammengenuß dieses Werks. Donnerstag hoffe ich noch abzugehen. Mittwoch Abend erfahren Sie die Gewißheit, wir wollen alsdann das Stück zusammen lesen und ich will mich in gehöriger Fassung daran erfreuen.

   Leben Sie recht wohl, ruhen Sie nun aus und lassen Sie uns auf die Feiertage beiderseits ein neues Leben beginnen. Grüßen Sie Ihre liebe Frau und gedenken mein.

   Über die den Musen abgetrotzte Arbeit will ich noch nicht triumphiren, es ist noch die große Frage ob sie etwas taugt; auf alle Fälle mag sie als Vorbereitung gelten.

G.

Ü   Þ

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