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Homepage Literatur Johann Wolfgang von Goethe Briefe Goethe an Schiller Inhaltsverzeichnis Vorwort An König von Bayern Briefe 1794 Briefe 1795 Briefe 1796 Briefe 1797 Briefe 1798 ... 543. An Goethe 544. An Schiller 545. An Goethe 546. An Schiller 547. An Goethe 548. An Schiller 549. An Goethe 550. An Schiller 551. An Goethe 552. An Schiller 553. An Goethe 554. An Schiller 555. An Goethe 556. An Schiller 557. An Schiller 558. An Schiller 559. An Goethe Briefe 1799 Briefe 1800 Briefe 1801 Briefe 1802 Briefe 1803 Briefe 1804 Briefe 1805 Anh. 1: Goethe an Ch. Schiller Anh. 2: Herzog K.-A. an Schiller Anh. 3: Schiller an Prof. Süvern Zusammenstellung Band 1 Zusammenstellung Band 2 Register Goethe Register Schiller Register Personen Sach-Register Orts-Register |
552. An SchillerEs mag mir etwas von Ihrer Meinung vorgeschwebt haben, indem ich, ehe ich den kleinen Aufsatz abschickte, bei mir zu Rathe ging, ob ich ihn nicht mutatis mutandis zur Literaturzeitung geben, oder die Materie für1) die Propyläen aufheben sollte? Indessen mag er zu jenem Picknick hingehen das doch nicht auf eine Consequenz der Schüsseln berechnet ist. Boufflers hat mir auch, wie Ihnen, und in eben2) demselben Sinne recht wohl gefallen; dagegen haben die Franzosen und Vornehmen so viel ich hier vernehmen konnte, nicht zum besten davon sentirt, da es doch eigentlich für sie geschrieben ist. auf welches Publikum soll denn der Schriftsteller rechnen und zählen? Kants Anthropologie ist mir ein sehr werthes Buch und wird es künftig noch mehr sein, wenn ich es in geringern3) Dosen wiederholt genieße, denn im ganzen wie es da steht ist es nicht erquicklich. Von diesem Gesichtspunkte aus sieht sich der Mensch immer im pathologischen Zustande und da man, wie der alte Herr selbst versichert, vor dem sechzigsten Jahr nicht vernünftig werden kann, so ist es ein schlechter Spaß sich die übrige Zeit seines Lebens für einen Narren zu erklären. Doch wird, wenn man zu guter Stunde ein Paar Seiten drin liest, die geistreiche Behandlung immer reizend sein. Übrigens ist mir alles verhaßt was mich blos belehrt, ohne meine Thätigkeit zu vermehren oder unmittelbar zu beleben. Meinen Zustand in diesen Tagen kann ich auch nicht rühmen. Zu einer solchen Zeit sollte man eigentlich in einer großen Stadt sein, wo man von außen gereizt würde und sich selbst vergäße. Mechanische Arbeiten gehen nicht vom Flecke und geistige gelingen nicht. Schon diesem Briefe merke ich an daß ich meine Gedanken nicht wie sonst beisammen habe. Wegen Wallenstein soll bei den Frankfurtern angefragt werden. Unsere Theatralische Mutter wird in der ersten Hälfte des künftigen Monats erwartet. Leben Sie recht wohl bis auf bessere Tage, ich will noch sehen mich von manchem einzelnen zu befreien, damit man nach dem neuen Jahre an irgend etwas ganzes gehen kann. Weimar am 19. December 1798. G. |
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